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^ Die Mttterliebe^
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„kLst Götter / diß der Preis der wärmsten Zärtlichkeit,„Die von der Wiege her ich meinem Sohn geweiht?„Er wandelt auf des Lasters Schlangenpfade,„Wohin? vielleicht zum Zuchthaus, Galgen, Rade.„Ihm scheint Religion, Gehorsam, Kinderspiel,„Für jede Lugend ist erstürben sein Gefühl.
„Bei Mädchen, Spiel und Wein, bei grober Wol-lust Freuden,
„Kan, ohne Sättigung, sein stumpfer Sinn sich
weiden. .
„Mit welcher Sorgfalt ich den jungen.Baum erzog?„Ihn sah ich einst im schönsten Flore prangen,„Sah ihn im Geiste schon mit Früchten reich behängen,„Wie jämmerlich die Hofnung mich betrog !
„Durch deine Laster wirst du meine Lage kürzen,„In ein zu frühes Grab, 0 Sohn, die Muter stürze»!„Ist dem verwildert Her; von jeder Lugend leer,„Was Wunders fühlst du nichts von Kindesliebe mehr?„Als Wohlthat dank ich dir's, raubst du diß bittre
Leben
„Dem Weibe, das es dir, du Bösewicht gegeben!So äussert einst ein zärtlichS Muterherz2« einer Lhränenfluth den tiefsien Schmerz.
Doch