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Sittenlehre in Fabeln und Erzählungen für die Jugend : Nebst einer Abhandlung über die Frage: Sind die Fabeln eine Uebung für Kinder, oder sind sie es nicht? / mit Kupfern von J. R. Schellenberg
Entstehung
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Irr braunem Nachtgewaud, und mit gefaltnen

Händen;

Gast in den Spiegel, geht mit sich vergnügt zurük.^Gottlob, dtß bin ich nichtMir mahlt der Spie-gel Lügen,

»Durch Heuchelei will ich Gott und die Welt nicht

trügen!

^Gevatter Orgon Ja, gewiß der muß es seyn :»Der glaubt durch Kirchengehn, und durch Castein,

und beten,

»Durch falscher Andacht Flitterschein;

»Sich von der Hölleglut, die schon ihn brennt, zrr

retten;

»Weil er als Jüngling schon durch schnöder Lüste Reiz,»Im Alter durch Bestechung, Wucher, Geiz,

»Sie nur zu sehr verdient zu haben fühlet,

»Und statt des Reuenden des Heuchlers Rolle spielet.In grauem Haar, gebükt, langt Haspagon izt an,Zieht aus der Lasche feirlich seine Brille,

Ein Viertelstündchen steht er vor dem Spiegel stille,Doch ohne daß er sich darum erkennen karr.

»Diß bin ich nicht, ruft er, laut sagt mirs mein

Gewissen,

»Viel eher mags Elpin mein lieber Vetter seyn,»Der schlurfet fremdes Gut, wie Schwämme Mast

fer ein;

^-Nichts fühlt der Schurke von der Reue Schlan-genbissen.