Zo8
Die Kräfte nehmen täglich ab,
2m ersten Jahre ligt Johann im Grab.
Oront, o welch ein Donnerschlag für dich?
Sieh da das Meisterstük von deiner Heilungskunde!„Mein Leben daurt, sagt er, und iammertangstiglich,„Izt nur noch diesen Lag, vielleicht nur eine Stunde.Sogleich schreibt er sein Testament,
Befiehlt die Seele Gott vor seinem End,
Doch dißmal war er glüklicher, als weise,
Die Stunde schlug noch nicht zur grossen Reise.
Der Lag fließt hin, und eS verstreicht die Nacht,Oront schlaft ruhig, sieht der Morgenröthe Pracht.Erfühlt nicht Schmerzen, Krankheit, Unmuth,
Plage,
So fliesten noch zehn, zwanzig andre LageIn ungetrübter Ruh und Heiterkeit vorbei rNun ist Oront von Furcht und Lodesschreken frei,Kühlt seinen Muth und Hofnung höher steigen,
Je mehr die Monate sich hin zum Jahre neigen.Loch die Erfahrung lehrt izt Klugheit ihn:
„Ich fühl' ich war ein Narr, und daß ich glüklich bin.Sagt er—denn der dem ich das Leben fristen wollte„Ligr nun durch meine Kunst im allzufrühen Grab,„Ein trauriges Geschenk, das ihm mein Wahnsinn gab,„Ich, Greis, ich lebe noch, der sicher sterben sollte.Er wirft nun muthig ins Eaminßein Sehrohr mit den Büchern hin;
„Was