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Sittenlehre in Fabeln und Erzählungen für die Jugend : Nebst einer Abhandlung über die Frage: Sind die Fabeln eine Uebung für Kinder, oder sind sie es nicht? / mit Kupfern von J. R. Schellenberg
Entstehung
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HIO

Selbst eine nahe Kuh war nicht fo gänzlich dumm,Sie staunt mir offnem Mund der schönen Kunst entz»

gegen,

Ließ, ihren stummen Beifall darzulegen,

Die Heerde, fern vom Wald, im Schatten gehnDen schönsten Klee vor ihren Füssen stehn.

Was that der Edelmann, wie hoch stieg sein Entzüken?Denn Grosse lieben sonst die Tonkunst. Mrs zum

Schein:

Wer wird nicht gern Meeen für wenig Thaler seyn?An unserm Junker Nur ließ sich kein Beifall bliken,§Nit keinem Auge sah er auf:

Der Mund allein stand ihm zuweilen offen.

Und kurz des feinste Griff, der schönste Lauf;

Sie durften nicht auf seinen Beifall hoffen.?

Wer bist du denn, Narr oder Holz?

Sprach da der Künstler leis, und schlich, so nah ey

mochte

Sich an den Garten hin. Er schlug, die Harfe pochte,Und tönte noch einmal so stolz.

Vergebens war auch diß: Mein Junker, statt dem

Plaus

Schlich sich nun gähnend weg, begafft ein Schritten-

Haus.

Noch lauscht die Kuh, noch lispelte kein Laub,

Ker Schöpfung König nur --Der Mensch war taub.