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Lebensgeschichte Johann Kaspar Eschers, Bürgermeisters der Republik Zürich / [David von Wyss]
Entstehung
Seite
11
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II

wirklich bey ihm war, die Berichtigung mangelhaf-ter Begriffe, und überhaupt die Besiegung allerSchwierigkeiten erleichtert.

Bestimmt seinem Vaterland als Staatsmann zudienen, und in der Absicht die dazu nöthigen Kennt-nisse einzusammeln, reiste er im Jahr i6g; nachNürnberg zu dem Stadt-Consulenten, Martin Link.Nürnberg, wohin sein Vater ihn begleitete, zeichne,te sich damals in Deutschland durch Aufklärung undPolitur aus. Link selbst stand in dem Ruf eines gros-sen Rechtsgclehrten, und gewann seinen Zögling baldso lieb, daß er ihn wie einen Sohn hielt, ihm täg-lich Unterricht in den Anfangsgründen seiner Wis-senschaft gab, u! * die Aufsätze mittheilte, welche erüber Kriminal < und Civil-Prozesse bey dem Nürn-bergischen Rath eingeben mußte. Indeß bemerkteEscher bald, daß das römische Civilrecht in feinemVaterland selten anwendbar sey, und daß die Erler-nung desselben wenigstens unmittelbar von keinemgrossen Vortheil für ihn seyn könne. Daher und weiles, seiner Wünsche ungeachtet, schwer hielt, gesun-de Philosophie in Nürnberg zu lernen, wo man sichmeist mit scholastischen Spitzfindigkeiten abgab, ent-sprach der dortige Aufenthalt anfangs seiner Erwar-tung nicht. Bald aber söhnte ihn damit ein gewis-ser Pastor Schmidmann aus, der ihm ein Kollegiumüber die cartcsianische Philosophie las , und in des-sen Umgang seine Lernbegierde, wie er selbst sagte,mehr Sättigung als bey drey Professoren fand*).Die todten Sprachen, sogar das Hebräische , nebstder Geometrie und Geschickte, trieb er unter Anlei-tung anderer Lehrer gemeinschaftlich mit einigen Pa-

2) Dieser Daniel Schmidmann war ein Pfälzer, und reformier-ter Prediger, erst in Nüruberg, nachher in Berlin.