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„ denn lieber will ich alles dulden, als Gnade von„ dir verlangen: wenn du aber unterliegest, so will„ ich, um unsrer vorigen Freundschaft Willen, dir„ dennoch helfen so viel ich mit Ehre und Recht„ kann". Einige Stunden nach diesem Wortwechsel,der in Bodmers Hause vorgieng , erhielt Escher einBillet, in welchem die Worte standen:
Lugullms lurge et lege.Inbr. Lllber Lax. IV. v. r; - 14»
Bodmer.
worauf er sogleich antwortete :" In Rücksicht auf„ meine Person bleibe ich bey meiner vorigen Aeuft„ serung; was aber das Geschäft selbst betrifft, so„ bitte ich die 72 ersten Verse des i 6 ten Kapitels in„ den Sprächt». Sal. wol zu überlegen"*). Desfolgenden Tags sagte Bodmer zu ihm auf dem Rath-haus : " Du wirst doch mein gestriges Billet nicht„ wörtlich verstanden haben", und erhielt zur Ant-wort: "Du kennst mich zu gut, um nicht zu wissen,„ daß ich nicht sobald in Schreckengerathe, ich bitte1, aber meiner Antwort nachzudenken". Er versetzte
*) Die obigen Verse im Buch Esther lauten: « Hieße Mar-„ dochai der Esther widersagen, gedenke nichr, daß du dein„ Leben vor allen Juden aus in dem Hause des Königs er-» rette» werdest. Denn, wenn du zn dieser Zeit gar dazu,, schweigen wirst, so wird den Juden eine Erquickn»« und» Errettung aus einem andern Ort entstehen, du aber und» das Haus deines Vaters werden umkommen. Undwerweißtob du um solcher Zeit willen, wie diese ist, zum Königreich„ kommen bist"? Von ken angefahrten Versen ans denSprüchwörtern des weisen Königs scheinen keine besser aufBodmer» als der zte und 8tc zn paffen:" Alle hochmülhigcn» Herzen sind dem Herrn ein Greuel. Wenn sie schon viel,, Hülfe haben, werden sie doch nicht ungestraft bleiben. Das« wenige , das einer mit Recht hat, ist besser, als eis» grosses Einkommen, das mit Unrecht gewonnen ist".