jn der ansehnlichen Würde eines Statthalters vonseinem Souverän befördert. Dieses neuen Ehrenam-tes ungeachtet besuchte er im Jahr 1726, von zweenSöhnen und zween Schwiegersöhnen begleitet, denSyndikat zu Lauis und Luggarus , welcher für dreGesandtschaft von Zürich desto mühsamer ist , weilsie dabey den Vorsitz hat. Hier besorgte er mit Eiferund Fleiß die angehäuften Geschäfte ; auch erwarbihm seine Uneigennützigkeit und sein leutseliges Be-tragen fowol die allgemeine Liebe der dortigenUnterthanen , als die Freundschaft derjenigen unterseinen Kollegen, welche eine eben so edleDenkungs-art mitgebracht hatten. Einigen andern gefielen zwardie Grundsätze, die er öffentlich, bey jeder Gelegen-heit und ohne Rückhalt, in Ansehung der Justizpflegezu erkennen gab, nicht sehr; indeß konnten sie ihmihre Achtung desto weniger versagen , weil er auchan Klugheit und Talenten eine große Ueberlcgenheitzeigte. Nach glücklicher Endigung des Syndikatsnahm er durch Bündten seinen Rückweg nach Hause.Jn der Folge konnte er , seiner neuen Würde undGeschäfte wegen , nicht mehr in ein Land als Syndi-kator reisen, wo es ihn gekränkt, aber nicht um sichselbst besorgt gemacht hatte, daß die rastlose undverderbliche Prozcßsucht der Gercchtigkeitsliebe desRichters durch so viele Kunstgriffe beyzukommenweiß.
Dagegen verrichtete er als Statthalter alle Geschäf-te , welche man ihm auftrug , mit seinem gewohntenFleiß und einer seltenen lluverdrossenheit. Doch ko-stete der Vorsitz in dem Ehegericht, wenn die Reiheihn traf denselben zu führen , seinem Herzen vieleMühe, weil in Ansehung mancher, von zweckwidri-ger Härte nicht ganz loszubrechender Gesetze, ihmgerade diejenigen Wünsche an der Seele lagen , bereu