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wer bey guter Laune blieb. Ueberhaupt hatte er während seines Aufenthalts zu Kyburg manche vergnügteStunde , und fand noch immer Zeit genug für seineLicblingsstudien. Die langen Winterabende vorzüg-lich benutzte er mit Durchlesung vieler nützlichenSchriften, und brachte nicht nur seine Gelcgenhcits-reden, sondern auch eine Menge zufälliger Bemer-kungen in Bezug auf die Verwaltung der ihm anver-trauten Stelle, zu Papier.
Nach seiner Zurückkauft von Kyburg, im Jahr1724, wurde Escher von seinenMitzünftern mit gros-ser Stimmenmehrheit zu einem Zunftmeister der Bau-handwerke erwählt, ungeachtet er damals gewünschthatte, ruhig und im Schooße der Wissenschaften aufdem Land leben zu können. Dieses Amt bekleidete er16 Jahre lang mit großem Beyfall, weil er an kei-nen Kabalen Theil hatte, hingegen durch herablas-sende Gefälligkeit sich auszeichnete, und es an vä-terlichem Rath niemals ermangeln ließ. Die lezternwählten ihn daher oft zum Schiedsrichter in ihrenStreitigkeiten, und nicht selten bekam erden Anlaß,ihre freymüthige Redlichkeit mit Recht zu loben.Nur einigen Handwcrksgesctzen war er, aus Liebe ge-gen seine ärmern Mitbürger, abgeneigt; denn erglaubte, neidische Ordnungen seyen immer großen-theils Schuld , wenn die Handwerker in irgendeinerStadt, anstatt Früchte ihres Fleißes außer Landesverkaufen zu können, nicht im Stande sind , die Ein-führe fremden Hausgeräthes und fremder Kleidungs-stücke, zu welcher zwar Eigennutz und Prachtlie-be allerdings mitwirken , durch ihre Geschicklichkeitund billige Preise zu hindern.
Im Jahr 1725 wurde er dem geheimen Rath zuge-ordnet, und im folgendenJahrzu der Gesandtschaft indie italienische Gemeinherrschafren, kurz daraus aber-