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Lebensgeschichte Johann Kaspar Eschers, Bürgermeisters der Republik Zürich / [David von Wyss]
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147
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legen» Wirklich war itzt jeder Vorwand zur Verzö-gerung ihrer Abreise auch darum abgeschnitten, weilman auis neue, ohn« daß eine Protestatlvn erfolgtwar, einen Kongreß der Bundeshaupter nach Churausgeschrieben hatte. Deswegen erhielten sie end-lich einmal die gewünschte Einwiöigrrng zur Abrei-se , jedoch mit dem Auftrag, die III. Bünde nochmalszu einer vollkommncn Vereinigung in einem Memo-rial nachdrücklich aufzufordern. Ein solches über-gaben sie wirklich dem Bundesprasidenten, bey Ab-stattung ihres letzten Besuchs, und liessen ihm eineKopie ihrer Friedensvorschlage zustellen, welche vonihnen unterzeichnet, aber nicht, wie er verlangthatte, besiegelt war. Derselbe sandte hierauf zu ih-rer Befremdung eine Art von Protestation zurück,worin versichert wurde, daß der Friede noch nicht wie-der hergestellt sey; worauf man aber erwiederte, die-ser Schritt werde angesehen als ob er nicht von sei-nem Bunde, sondern von ihm allein herrührtetDennoch verreisten beyde Gesandten den szsten Ja-nuar des Jahres i/zv, von Chur, unter vielen Eh-renbezeigungen, und wurden bis an die Grenzen derRepublik mit Gepränge begleitet. Die Streitigkei-ten selbst aber, welche ihre völlige Endschaft noch nichterreicht hatten, legten sich in der Folge aufeine billige,dem Gotthausbund nicht sehr nachtheilige Weise.

Esther hatte wahrend dieser Unterhandlung diegenaueste Freundschaft mit seinem Kollegen , demSeckclmeistcr von Wattcnwyl, gestiftet ; einemMann, der warme Vaterlandsliebe mit Bedachk-samkeit, unbestechliche Tugend mit einnehmenderHöflichkeit verband , und den seine Vaterstadt selbstfür ikren redlichsten Bürger hielt *). Auch hatte

*) II ne lerut PS8 le preter war der einzige Vorwurk denman diesem würdigen Staatsmann bey gewisse» Gelegen-