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Lebensgeschichte Johann Kaspar Eschers, Bürgermeisters der Republik Zürich / [David von Wyss]
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148
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diese gegenseitige Freundschaft die glücklichsten Fol-gen; denn beyde wurden hernach öfter in den glei-chen Geschäften gebraucht , welches zu einem ge-wünschten Ausgang derselben/und überhaupt zudemguten Vernehmen zwischen den Kantons selbst vie-les beytrug. Sein Aufenthalt in Bündten verschaff-te ihm auch noch andre angenehme Bekanntschaf-ten / wurde ihm aber durch den Verlust eines Soh-nes, Verwahrend desselben , in holländischen Kriegs-diensten , zu Tournai gestorben war, verbittert. Jemehr Gutes dieser hofnungsvolle Jüngling verspro-chen hatte, desto grösser war der Schmerz des be-trübten Vaters über sein Absterben, und desto auf-richtiger der Antheil den das Publikum an demsel-ben nahm, und wovon ein im Druck erschienenesTrostschreiben des berühmten Breitingers an dieEfcherische Familie ein Beweis war.

Die Unruhen in Bündten hatten Eschern vieleMühe gekostet; aber sehr bald nach derselben Bey-legung verursachten ihm die langwierigen Folgender Tockenburger -Streitigkeiten und des einheimi-schen Krieges vorn Jahr 1712. noch grössere undlängere Sorgen. Nachdem das Kriegsfcuer schonseit vielen Jahren gedämpft war, gab der Friedeselbst zu neuen Unruhen unter den evangelischen Ap-penzcllern der ausser» Rhoden oder Gemeinden Ge-legenheit.

Dieses erfindsame und fleißige Volk hat sich vonjeher durch seinen lebhaften Witz, durch die Beybe-haltung der größten republikanischen Gleichheit beygrosser Ungleichheit der Glücksumstände, und durchseine mir selten mit Zügellosigkeit verwechselte Frey-heiten machte , wo Parteygeist mit dem Wol des Gan-zen in Kollision kam. Aber wenige Lobsprüche sind vongröfferm Werth als ein solcher Tadel!