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Lebensgeschichte Johann Kaspar Eschers, Bürgermeisters der Republik Zürich / [David von Wyss]
Entstehung
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181
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die Räthe im Jahr 1712 feyerlich versprochen, allewichtigen Falle (cas sräus) der Bürgerversammlungzur Entscheidung vorzulegen. Je langer also jene esanstehen liessen dem Volk eine entscheidende Ant-wort zu geben, da doch Zandern in dergleichenFallen am schädlichsten ist; desto mehr Zeit gewan-nen die Anführer der unznfricdnen Bürger zu man-cherley Anschlagen, die den Rathsgliedern einen pa-nischen Schrecken einjagten. Schon lange hatte derMagistrat, voller Unruhe über die Drohungen un-besonnener Demagogen, auf Mittel gedacht, durchdie Garnison und die Habitanten Gewalt mit Ge-walt abzutreiben. Nunmehr aber ließ er wirklich«ine kleine Pforte, wodurch fremde Hülfstruppcnzur Nachtzeit in die Stadt hätten gelangen können,«röfnen, und einige Feldstücke aus dem Zeughauszu St. Gervais, in welchem Quartier die meistenMißvergnügten wohnten, entfernen, auch die dortzurückgebliebnen Kanonen vernageln. Alles diesesveranstaltete der Syndik de ka Garde, Johann Trem-bley, Lcforts persönlicher Gegners, und ein eifrigerAristokrat«, so geheim als möglich. Auch ertheilteer sowol der Garnison als den Habitanten verschieb-ne Befehle, auf den Fall eines Tumultes, und inder Absicht die Zugänge der obern Stadt und desdortigen Rakhhauscs zu versperren, in so ferne mantrachten würde die Obrigkeit mit Gewalt in ihrenBerathschlaaungen zu störe». Allein Vandenct ent-deckte den Artillerie Tranöporr; und die Vertragslung der übrigen Kanonen wurde ebenfalls, ob-gleich der erste Syndik dieselben wieder in den vori-gen Stand setzen ließ, der ganzen Stadt bekannt.Diese Vorfalle sowol als das zu gleicher Zeit sichverbreitende Gerücht, daß bernerische Truppen imAnmarsch begriffen wären, brachte die Bürgerschafte