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welche schon seit einigen Tagen sich auf den öffent-lichen Platzen zahlreich eingefunden hatte, in diegrößte Bewegung. Sie nöthigte hierauf dem Rathdie Erlaubniß ab , die Stadtthore anstatt der Gar-nison besetzen zu dürfen. Auch hielt sie nunmehrdie von dem Magistrat zu seiner Sicherheit getrof-fenen Anstalten für Beweise gefährlicher Anschlageauf ihre Freyheit. Jedoch verübte man keine Ge-waltthätigkeiten ; und diese bey nachmaligen Waffen-ergreifungen ( krilss N'armes) ebenfalls erwieseneMäßigung läßt wirklich vermuthen, daß, wenn eseine Stadt geben kan, deren Lage, Volksmengeund Sitten eine völlige Demokratie zu ihrem Glnkerfordern, Genf damals eine solche gewesen sey.Sobald der Magistrat sich von seiner Bestürzungerholt hatte, bat er beyde Vororte um einige Frie-densstifter. Zürich ernannte hierauf sogleich denStatthalter Esther, und den Johannes Esther, desgrossen Raths, zu seinen Gesandten , und Bernzu den seinigen den Venner von Luternau, und denAlt - Landvogt Sinner von Lenzburg. Noch vor der-selben Ankunft in Genf pflogen die dortigen Par-teyen geheime Unterhandlungen miteinander, nachderen Endigung die Räthe dem Begehren der Bür-gerschaft in Ansehung des Festungsbaues uud derstreitigen Auflagen entsprachen. Den 8tcn Juliusbeschloß die Volksversammlung jenes Werk fortzu-setzen, und genehmigte die Abgaben auf io. Jahre,unter der Bedingung, daß künftig nicht die geringsteneue Auflage ohne ihr Gutheissen eingeführt werde.Hingegen verwarf sie die ihr von dem Magistratangebotene Amnestie, und gab den rzten Juliuseine feycrliche Erklärung zum Skaatsprokokoll: Daßsie nicht um ihre Absichten in Ansehung der Festungs-werke mit Gewalt durchzusetzen, sondern um sich