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Lebensgeschichte Johann Kaspar Eschers, Bürgermeisters der Republik Zürich / [David von Wyss]
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der engere Ausschuß einen neuen Vergleichs-Cnk-wurf zu Stande, den die Kommissarien nach reifli-cher Ueberlegung billigten. Nach demselben hättedie Republik ihre Hoheitsrechte über jene vormali-gen Besitzungen des Priors von St. Viktor und desKapitels, mit Vorbehalt ihrer Niedcrgerichte, Grund-zinse , Privilegien u. s. f. Savoyen überlassen, dagegenaber durch ein Stück Landes auf der Südseite vonGenf, und ein anderes jenseits der Arve, schadlosgehalten werden sollen. In Rücksicht auf die Ent-schadignng jenseits der Arve wurden zwey Auswe-ge vorgeschlagen. Dennoch fand die Kommissionnicht rathsam, den Entwurf selbst dem Grafen vor-zulegen , sondern erklärte sich gegen ihn durch zweyihrer Mitglieder, man könne die Unterhandlungnicht fortsetzen, wenn dabey die Ansprüche seinesKönigs auf die Stadt selbst zum Grunde gelegtwerden müßten. Jedoch mußten diese Mitgliederdem Gesandten versprechen, daß man jene Anforde-rungen am Ende der Negoziation in Betrachtungziehen werde,- und zugleich begehren, daß er seinenHof zubewegen suche, über die Friedensvorschlageinsgesammt, nicht über jeden Artickc! besonders, zuunterhandeln. Viry gab hierauf zur Antwort. Genfkönne sich auf die Abtretung von Carougc und dieverlangte Entfernung der Waffenplätze und Garni-sonen keine Rechnung machen ; übrigens stehe esder Kommission frey, ihr Begehren durch ein Me-morial, worin man aber die wichtigen Ansprüche aufGenf nicht mit Stillschweigen übergehen müsse, un-mittelbar an den Hof gelangen zu lassen. Allein dieKommissarien weigerten sich dessen, unter dem Vor-wand eines vollkvmmncn Vertrauens zu dem Gra-fen. Endlich versprach Viry, daß er um die Er-laubniß anhalten wolle, ohne ausdrückliche Erwäh-nung