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zu stehen, die Uebermacht der Krone Frankreich-der geglaubte Mangel an entbehrlichen und zumKriegsdienst tüchtigen Bauerssöhnen, und die Ei-fersucht der katholischen Kantons.
Ueberhaupt blieb Esther in seinem ganzen öffentli-chen Leben stets denvortreflichen Grundsäzen getreu,welche er von früher Jugend an aus den unsterb-lichen Werken der Akten geschöpft hakte, und vondenen der zweifelsüchtige Eigennu; jeziger Zeiten,der sein eignes Selbst zum Mittelpunkt aller Wünscheund Handlungen macht, je länger je mehr sichentfernt. Ein täglicher Umgang mit Plato, Ciceround Markus Antonin unterhielt in seinem Herzenden edeln Eifer für Wahrheit, Tugend und Vater-land , der aus allen feinen Reden und Handlungenhervorleuchtete. Von jenen Weisen des Alterthumshatte er gelernt, dem Wol des Ganzen in jedemFall seine eignen Vortheile, selbst seinen Ruhm, be-reitwillig aufzuopfern. Daher verachtete er immeralle Ränke der Ehrsucht, besonders bey Wahlen,als die Kunst solcher Leute, die, wie er zu sagenpflegte, nicht sich dem Vaterland, sondern dasVaterland sich und ihren Anhängern zu dienenbestimmt glauben. Daher hatte er auf seinen Ge-sandtschaften zu Regensburg, Genf und anderwärtssein eignes Vermögen nicht gespart, um einen derEhre des Standes, und den Umständen angemeße-nen Aufwand machen zu können. Jener liebens-würdige Enthoustasmus aber war, wke die wichtigstenVorfalle feines Lebens zeigen, doch immer mit dergehörigen Klugheit und Besonnenheit verbunden.Auch waren jene großen Vorbilder unter den Grie-chen uüd Römern nicht nur seine Lehrer in derStaatskunst gewesen, sondern sie belebten überdiesseinen mündlichen Vortrag, und hatten ihn die