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Kunst gelehrt, allgemeine Begriffe in ein Helles Lichtzu fezen, und bey vorzüglich wichtigen Gelegenheitenseine Zuhörer mit feuriger Beredsamkeit hinzureißen.—Noch ein Zug. der Eschern als Magistratsperson inseinem Greisenalter auszeichnete, war die einneh-mende Höflichkeit, womit er, ohne seiner Würdeetwas zu vergeben, Männern von Stande, undbesonders Fremde» in allen Verhältnißen begegnete.Seine Leutseligkeit gegen Geringere, die so gut alsHöhere einen immer freyen Zutritt bey ihm hatten,war allgemein, besonders auf dem Lande bekannt,wo er sich oft nach dem Zustand des so viele Auf-munterung verdienenden Feldbaus erkundigte. Je-der Handwerker oder Bauer fühlte sich in seinemAudienz-Zimmer frey von brütender Empfindung,und doch hielt er jeden in den gehörigen Schrankender Achtung. Den Furchtsamen zog er schon beymEmpfang aus der Verlegenheit, und den Dreistenwies er so gleich in das seinem Stand, oder seinenVerdiensten, gegen obrigkeitliche Personen gebühren-de Verhältniß.
Im Schooße seiner Familie war er schon langeglüklich gewesen, vorzüglich aver als Greis fand erdarin das größte Vergnügen, ungeachtet der Todihm schon im Jahr 1727. seine Gattin entrißen,und nur zwo seiner Töchter verschont hatte. Diese,nebst ihren, und den zurükgelaßncn Kindern einerdritten Tochter und eines Sohnes, hielten ihnwegen des Umganges außer dem Haufe schadlos,dem er sich, um der Ruhe zu pflegen, nach undnach entziehen mußte. Auch unterhielt er beständigfeine mit Bodmcr und Brcitinger, diesen durch ihrenEinfluß auf die deutsche Litteratur unsterbliche»Männern, gestiftete Freundschaft. Breitinger be-sonders, der einige seiner Kinder unterrichtet, und