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schönert. Der Künstler verbindt, was in der Na-tur getrennt ist, und er sondert unedlere Züge undUmstände weg, die in der Natur einen widrigenEindruck verursachen. Wie jeder Künstler, so mußauch der Mahler Mannigfaltigkeit mir Einheitverbinden.
6. Weil der Mahler keine eigentlichen, fortrüken-den Bewegungen, sondern nur eine einzige, augen-blickliche Stellung in einem und eben demselbenGemählde ausdrüken kann , so muß er allemal diewichtigste und bedeutendeste wählen. Hierin ister ungemein von dem Dichter verschieden. Wenndieser eine Handlung succeßiv, das ist, in ihrerVeranlassung, unter allerley begleitenden Umstän-den, in ihrem Fortgang und in ihren Folgen all-mählig entwickelt, so mahlt jener hingegen nursimultan, das ist, nur einen einzigen, und ebendeswegen den auffallendesten Punkt. Er stellt beyweitem nicht alles vor, wie der Dichter, aber das-jenige , was er vorstellt, ist in dem zusammenge-preßter» Raume auch um desto lebhafter und an-schaulicher.
7. Bey diesem höhern Grade der Anschaulichkeitund Lebhaftigkeit machen in dem Gemählde nichtnur ekelhafte, sondern auch schon bloß convulsivi-sche und andere unangenehme Bilder einen weitwidriger» Eindruck äls in dem weniger anschau-lichen Gemählde des Dichters^ Ganz anders darfdiefer z B. den Laokoon schildern, als jener.
8. Damit ein historisches Gemählde leicht zu ver-steh» sey, so wählt der Künstler nur solche Ge-schichten, die sich durch allgemein bekannte und merk-