ZW Erstes Buch,
ten. Hieraus Höften sie, werde man von einerKrankheit auf die andere schließen können, undwenn ganz neue Krankheiten vorfielen, so werdeman durch das, was sie mit schon bekannten KrankeHeiken gemein haben, sehen was darinn zu thun sey;und dieses hießen sie den Uebergang von einer Aehtt-lichkeit zu der andern. Also stützte sich die Erfah-rung der Empiricker auf das Zeugniß der Sinne,auf die Erinnerung von dem, was andere gesehenhatten, und auf die Vergleichung des Unbekanntenmit dem Bekannten. So weit war die vernünftigeEmpirie dieser Secte von der dummen Empirie derältesten und der neuern Zeiten verschieden.
Serapion und seine Nachfolger verwarfen die Un-tersuchung der verborgenen Ursachen, und hieltensich allein an den sichtbaren. Auch hierinn hattensie recht. Die verborgenen Ursachen der Krankhei-ten werden durch die Zergliederungskunst allein ge-funden; nun war in den Zeiten des Serapion dieZergliederungskunst noch in ihrer Kindheit.^ Darumwurden diese Ursachen blos in der Philosophie dieserZeiten und folglich rn einer so sehr dunkeln Gegendgesucht, daß man nothwendig von einem Irrwegauf den andern fallen mußte. Man sieht also, daßdie Urheber der Secte der Empiricker die edle Ab-sicht hatten, die Liebe der Hypothesen und die eite-len Zänkereyen aus der Arzneykunst zu verbannen.Sie verwarfen die Untersuchung der nächsten Ursa-chen der Krankheiten, weil man damals bey dergänzlichen Unmöglichkeit sie zu finden, blosse Hirn,gespinste an die Stelle dieser Ursachen setzte, und demohngeachtet die Anzeigen zur Heilung von diesen Hirn-gespinsten nahm. Sie fanden die Untersuchung deräußerlichen oder entfernten Ursachen zwar ihrer Ach-tung würdig, obschon sie sich nicht um die Art und