Band 
[Erster Theil.]
Seite
122
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Caliari.

ir» Calcar.

fertigte einige Statuen der Päbste für die Städte derMarkvonAnconain Erzt, nnd die zwölf Apostel fürdie Kirche zu Loretto in Silber. Baldinucci See. 4.k. 2. p.rrz. — Dominicus Calcagni; ein römischerBaumeister. Gab um 174° die Zeichnung zu einemAltar in dem Oratvrio der Kirche St. Giuseppe inCamp» vaccino. Titi.— TiberiuS Calcagni, AntonsBruder; lernte die Bau. und Bildhauerkünste beyMichel Angeld Bonaroti, der ihm sehr gewogen war,und wegen hohen Alters sich feiner Hilft m Zeich-nungen und Modellen zu Gebäuden bediente. Tibe-rius baute auch nach dem Angeben «eines Lehrmei-sters die St. Johannskirche in der Strasse Julia zuFlorenz, und arbeitete viele von Michel Angel» angefan-gene Bildhauerstüke vollends aus. Erblichere umCondivi p- r;?.

Calcar (Johann van) gebohren in dem Herzog-thum Eleve, in der Stadt, von welcher er den Namenträgt um i;oo; lernte zu Venedig bey Titian, dessin Manier er sehr wohl nachahmte. Er mahlte Hi-storien und Bildnisse, zeichnete auch fast alle Bildnisseder Künstler in des Vasari Mahlcrhistorie vonwelche Christoph Coriolauo mit vielem Fleiß in Holzschnitt Die vortrefliche anatomische Tabellen desVesalius sollen auch von dieser zwey Künstler-Arbeitseyn. Papillon behauptet, einige Stöke dieses schönenWerkes seyen von Calcar selbst in Holz geschnitten,weil ein andrer Form«chneider schwerlich die«e Figu.ren mit solcher Richtigkeit in der Zeichnung und denUmrissen hätte schneiden können, welches um sovielglaublicher ist, weil das Bildniß dieses berühmtenArztes von Titian gemahlt und in Holz geschnittenfür des Calcars Arbeit gehalten wird. Viele Kennerhaben niemals die Gemählde des Schülers vor sei-nes Lehrmeisters unterscheiden können. Rubens be-hielt eine Geburt Christi von Calcar bis an seinenTod. Man siehet dieses oder ein gleiches Gemähldin der kayserlichen Gallerte zu Wien. Dieser Kunst,ler ließ sich zu Neapel haushebltch nieder und starbdaselbst -546. Descamps 1 .«. p- 8 ->.

Calci (Joh. Baptist) ein Historien,nahler von Ge-nua; bediente sich eines guten Colonts, schöner Ge-wänder , und einer lieblichen Manier. Er lebte noch»76z. in ziemlich hohem Alter. M. S.

Calcostenes. Siehe ChalcosteneS.

Caldana (Anton) von Ancona; arbeitete zu Rom.Man zeiget von ihin in der Sakristey der Kirche St.Nicolaus di Tolentino ein mit vielen Figuren ange-fülltes Gemähld, welches eine Geschichte dieses Hei-ligen vorstellt. Titi.

Caldara (Polydor) genannt da Carravaggio, ei-ne Stadt wo er um >49>- gebohren ist. Er dienteanfangs den Schülern Raphaels die in dem Vati-can arbeiteten, als Maurer, bekam aber Lust, selbstein Mahler zu werden; zu solchem Ende errichtete ermit Matnrino eine genaue Freundschaft, welche sowohl ausschlug, daß sie lange Zeit gemeinsamlich ar-beiteten; sie beflissen sich sonderbar, in ihren Werkenallerhand seltene Alterthümer von Krügen, Besässen,Statuen, Laubwerken, Kleidern, Waffen u. s f. an-zubringen. Als die Stadt Rom ,527. ausgeplün-dert wurde, flüchtete sich Polydor nach Palermo,wo er mit seiner vortreflichen Arbeit auf frischen Mör-tel Ehre und Reichthum erwarb, des leztern abersamt dem Leben durch seinen Knecht i;4). beraubetwurde, er ward in der Hauptkirche zu Meßina begra-ben. Dieser Künstler verfertigte wenig Stafeleyge-mählde; der gröste Theil seiner Werke ist in Frescogemahlt, er arbeitete auch sehr vieles in einer ArtMahlerey welche die Italiener Sgmklo nennen. Erhatte einen sehr grossen und überaus richtigen Ge.schmak in der Zeichnung. Man bemerket in seinenKöpfen herzhafte und edle Ausdruke; seine Gewän-der sind wohl gefaltet und sein Pinsel ist markigt.Man kan ihn für den einzigen aus der römischen Schu-le halten welcher die Nothwendigkeit des Helldunkelseingesehen; er nahm hierüber sichere Grundsäze anund befolgte sie. Und in der That die grossen Mas-sen von Licht und Schatten die man in seinen Wer-ken findet, zeigen deutlich an, daß er den Begrif hat-te : die Augen haben diese Ruhe nöthig um die Ge.mählde mit Bequemlichkeit zu betrachten. Dieses ist ß

aber nur von seinen im Helldunkel gemahlten Wer.ken zu verstehen, worinn er alle andre Künstler über»traf, dahingegen seine mit Farben gemahlte Werkeziemlich schlecht geriethen. Seine Landschaften sindbesonders in hohem Werth. Fast alle seine Gemähldesind mit Verlauf der Zeit mit Kalk ausgelöschet «vor.den, oder durch Veränderung der Gebäude zu Grundgegangen; von einigen wenigen siehet man noch elen-de Uebcrreste. Einen Theil davon findet man in Ku.pferstichen, von denen er etliche selbst geezt hat, aberauch diese fangen an selten zu werden. Mariette be,saß sein Kupferwerk in 200. Stüken. Die Anbättungder Hirten, eine Zeichnung von Polydor ward um;or>. Livres verkauft. Vasari 1 .;. x. 197.

Calegari (Sanctus und seine Söhne Anton undAlexander) berühmte Bildhauer zu Brescia um dieMitte des XVIIIten Jahrhunderts. Sie arbeitetenfür die meisten Kirchen ihrer Geburtsstadt in Holz,Stucco, Marmor, u. s. f. Siehe den Artikel PeterDünz. Pittnre, rc. di Brescia.

Calegarino ( ) genannt Calzolajo, weil er an,

fangs ein Schuster war; er lernte hernach die Mäh.lercy bey den Dvßi von Ferrara, seinen Mitbürgern.Calegarino mahlte die Tafel des hohen Altars in derSt. Johanneskirche und die Kapelle Villafnori in derKirche St. Franciscus zu Ferrara Er lebte um1940. Siehe den Artikel Caligaretto. Superbi x> i-s.

Calenbach (von) ein Beyname von Martin Schön.

Calendario (Philipp ) ein berühmter Bildhauerund Baumeister, lebte um i; ?4. Er baute auf Be-fehl der Republik Venedig die prächtigen Gallerten,welche den St. Marcuspla; umgeben und auf Mar-morsäulen ruhen. Diese samt der Bildhauerarbeit,mit welcher er verschiedene Gebäude zierte, brachtenihm eine reichliche Belohnung und' so gar die Befreun-dung des Doge Marin Falcieri zu wege. Egnatius

I.. 8. c. ;i.

Calense (Cesar) aus der Provinz Lecce gebürtig;mahlte in der Kirche St. Joh. Baptista zu Neapeldas Altarblatt einer Kapelle, welches den LeichnamChrist« auf dem Schooße seiner Mutter liegend vor-stellt. Dieses Gemähld ist von guter Zeichnung, lieb-lichem Colorit, vortreflichen, Ausdruke der Leiden-schaften, und schöner Uebereinstimmung aller Theile.Calense wird von Domenici 1 2. p. r?;. unter denKünstlern des XVI. Jahrhunderts angeführt.

Calcon. Siehe Callon.

Caleschros. Siehe den Artikel Antistates.

Caliari (Benedict) des ältern Gabriels Sohn;wurde durch die Werke, welche er in dem grossenRaths,aale des herzoglichen Pallastes zu Venedig ge.mahlt hatte, sehr berühmt. Benedict war ein arbeit-samer und bescheidener Mann, der seinen Bruder Pauldenjenigen Ruhm ruhig gemessen ließ, den er für sichselbst hätte erlangen können, wenn er sich für den Ur.Heber emiger von seinen Gemählden angegeben hätte.Seine Manier ist des Paulseiner so ähnlich, daß manihre Werke nicht wohl unterscheiden kann. DieserMahler war in der Architektur vortreflich, auch inden Historien und dem Colorit wohl geübt. Die schö-nen Architccturstüke, welche die Werke seines Bruderszieren, können ausser allen Ziveifel dem Benedictzugeschrieben werden. Er starb 1,98. im Dosten Jah-re seines Afters. Pozzo. Nr. ;8.

— — (Carl) genanntCarletto, Pauls Sohn undSchüler; mahlte schon in dem i7ten Jahre seines AI-ters öfentiiche Werke. Nach seines Vaters Absterben,vollendete er mit seinem Bruder Gabriel die von Paulhinterlassene Arbeit in dem grossen Rathssaale desherzoglichen Pallastes zu Venedig, und an verschiede-nen andern Orten. Da er aber von schwacher undkränklichter Leibesbeschaffenheit war, konnte er dievielfältige Mühe seiner Arbeit nicht ertragen, undstarb in blühendem Alter izqs. Er besaß ganz aus.serordentliche Talente in seiner Kunst, und man glaubt,daß, wenn er ein höheres After erreicht hätte, würdeer wohl gar seinen Vatter hierum übertroffen haben.E. Sadeler hat nach ihm in Kupfer gestochen. PozzoNr. 9S.

Caliari (Gabriel) der ältere, ein Bildhauer zu Ve-