Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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Bemmel.

hart, sandfarbig oder scheckicht ausfielen. AlleVeränderungen der Jahrs - und Tagszelten, diesanfte Natur sowohl als die wilde, wußte er aufsBeßte abzubilden. Auch seine vielen Handzeich-nungen verrathen eine außerordentliche praktischeFertigkeit, seine Gedanken auszuführen. In seinenältern Jahren gesellte sich zum Podagra das Chi-ragra, so daß er den Pinsel nur zwischen denzwey ersten Fingern halten, und so damit malenkonnte. Diese elende Hand, womit er noch im-mer die schönsten Werke lieferte, wurde nach sei-nem Tod in Gyps abgeformt, und der Sandrart-schen Kunstsammlung überlassen. Er starb zu Nürn-berg 172z. Derselbe hat auch eine Folge vonLandschaften in sehr malerischem Geschmacke geatzt.Sein von ihm selbst gemaltes Bildniß ist von G-C. Kili'an gestochen. Mensel 1 . c. und Ebend.V. 637. Dann Rost II. 54.

Bemmel, (Johann Noah von), des obenstehenden Johann Georgs jüngerer Sohn, geb.1716, ein geschickter Bildnißmaler; lernte anfangs,gleich seinem Bruder Joel Paul, bey Preißler undSchuster, und studirte dabey ebenfalls fleifsig nachden Arbeiten seines Vaters und andrer seiner ge-schickten Vorfahren. Alsdann kam er, durch Ver-wendung seines Gönners, des Kammerherrn Js.Dan. von Buirette in die Werkstücke des großenKupetzky. Bey diesem blieb er einige Jahre, undward ein, wenigstens beliebter Maler einer Mengeähnlicher Bildnisse. Redendem kennt man vonihm Schlachten, Jagden, Viehstücke, holländischeBauern- und Galanteriestücke. Gleich seinem Vaterlitt er am Podagra, und starb 1758. MeuselsN. Mus. IX. 90-91.

— — (M. D.), ein Maler dieses Namens,wird einzig von/?, so angeführt, daß Houbrackennach demselben (1739) ein Bildniß des Arztes Har-way gestochen habe. Ob vielleicht derselbe mitobstehndem Job- Lstoah Eine Person sey, ist unsunbekannt. Wenigstens kömmt in dem oft ange-gezogenen (sonst so genauen) Aufsätze von derBem-melschen Familie kein Mitglied derselben mit er-wähnten Anfangsbuchstaben seines Laufnamenszum Vorschein.

* —> — (Peter von), jüngerer Sohn des un-ten folgenden Wilhelms t nicht Johann Georgswie das Lexikon und Rost meintt, geb. zu Nürn-berg iö 85 oder 89 - legte sich anfänglich auf einenganz andern Beruf als die Kunst, dann aber erstspäterhin auf die Malerey, und zwar ebenfalls aufdas Fach der Landschaft. Zu dem Ende machte ersich, neben dem Studium der Natur, die Werkeseines Vaters sehr gut zu Nutze. „In seinen Ar-beiten" (heißt es bey Mensel N M-'sc. IX. 88.)„herrschteLindigkeit, Warme, vortreflicheHaltungund gute Einrichtung (Komposition) der vorgestell-ten Landschaften, Gegenden und Bäume (er liebtebesonders den Birkenbaum) welche aus einem ge-schwinden und leichten Pinsel flössen. Merklichwich er von der Manier seines Vaters ab, da hin-gegen diejenigen seines Bruders so viele Aehnlich-keit damit hatten. Vorzüglich gerne und gutmalte er Gewitter - und Winterstücke. Sein Brudersowohl, als sein obangezogner Sohn, JohannNoah, staffirten seine Arbeiten mit Figuren aus.Nicht von ihm, sondern von seinem'Vater Wil-helm gilt fast alles, was Rost II. 53 — 54 - irrigvon petern sagt. Der unsrige machte öftere Rei-sen nach Augsburg, und an benachbarte fürstlicheHöfe, und wurde besonders von dem Fürst Bi-schof zu Vamberg und Würzburg, F. C. Grafenvon Stadion, sehr hoch geschätzt; indessen hielt ersich doch meistens zu Nürnberg auf, und starb end-lich zu Regcnspurg 1754. (nicht 1723 wie aber-mals Rost und das Lexikon irrig sagen). Nachihm hat Boetius eine Landschaft geatzt, die sichin dem Kabinette des H. von Hagedorn befand.Andre sollen, wie das Lexikon behauptet, Bildnisseund Geschichte nach ihm gestochen haben. Er selbstätzte eine Folge von sechs Landschaften, welche

Bemmel. §7

zu Nürnberg in dem Verlage von H. I. Ostertagerschien. Meusels Lst. Mus. V. 637—38 undEbend. IX. 87 - 83 -

Bemmel, (Simon Joseph von), ein jüngererSohn des obstehnden Johann Christophs aus dessenerster Ehe, geb. zu Bamberg 1747, lernte schonfrühzeitig die Kunst, Landschaften zu malen, wo-rin er es auch wirklich sehr weit brachte. Eine Zeit-lang arbeitete er zuAugsburg, Nürnberg, Regens-burg, bereiste alle Kantone der Schweiz, giengdann nach Strasburg, wo er seinen Oheim,Christoph von Bemmel besuchte, und starb endlich,nach achtzehnjähriger Wanderung im Kloster Neu-burg bey Wien 1791. Seine Arbeiten haben sichsehr selten gemacht. Meusel rI MisceU IX.96 - 97 .

* — — (Wilhelm von). Derselbe war derStammvater des vorstehenden zahlreichen Künstler-stamms, ursprünglich aus einem alten adelichenGeschlechte im burgundischen Kreise, welches sich,während den niederländischen Unruhen des XVl.Jahrhund. der Religionsbedrückungen wegen nachUtrecht begab, und bald zu ansehnlichen Militär-stellen gelangte. Wilhelm, geb. zu Utrecht 1630,war der Sohn Gerards, Rittmeisters in Dienstender Generalstaaten. Wie es scheint, war es haupt-sächlich der früh erhaltene Unterricht in der italie-nischen Sprache, welcher ihn bewog, das Studiumder Kunst dem gewohnten Beruf seiner Familie vor-zuziehen. Zu dein Ende schickten ihn seine Elternnoch sehr jung nach Rotterdam zu dem berühmtenLandschafter Cornelius Saitleven, bey dem er esin kurzer Zeit so weit brachte, daß er schon inseinem siebenzehnten Jahre nach Italien gehenkonnte, wo er sich zu Venedig, Rom und Neapel(zusammen in die vierzehn Jahre lang) aufhielt.Ueberall in diesem schönen Lande, hauptsächlichaber in den Gegenden von Tivoli, zeichnete er dielieblichsten Ansichten mit Geschmack und Treue. Mitsolchen Schätzen bereichert, machte er eine Reisenach England, und hierauf nach Deutschland, woer sechs Jahre lang in Hessen-Kasselschen Dienstenstand, alsdann auf eine Weile nach Augsburg,und endlich 1662 nach Nürnberg gieng, wo er sichverheirathete, und bis an sein Ende blieb, welches170g zu Wöhrd, seinem damaligen Wohnort er-folgte. Von ihm sagt Sandrarr (I. Th. 3. Bd.23. Kap.) „Ich weiß nicht, ob ich seines klugenGeistes sinnreiche Jnventiones der Fertigkeit seinerHand, oder diese jenen vorziehen soll? Aber daranist kein Zweifel: Daß wer die von ihm verfertigtengroßen und kleinen Bäume, die Steinfelsen, Bergeund deren Wasscrfälle" (die er besonders wohl an-zubringen wußte „und Stürme, wie auch seine ge-malte Luft und Wolken betrachten — daneben auch,wie er die Ländereyen, Felder und Wiesen, mitallerley reichen Eigenschaften sehr natürlich erfüllet,beobachten will — derselbe sagen muß, daß dieserBemmel der guten Landschaften wahre Art, undim Kolorit der Natur gemäß, wie auch, in denLichtern und Schatten, Wahrnehmung, Erhöhungund Vertiefung wohl verstehe, dazu alles zierlich,angenehm und sauber, nach Art dieser Wissenschaf-ten einzurichten, ein ausgemachter Meister sey, undnoch täglich seine Erfahrenheit vermehre". Staf-fagen brachte er selber keine in seinen Landschaftenan; in spätern Arbeiten wurden solche vonMurrer, hauptsächlich aber von seinem Sohne mitallerley Figuren, besonders Pferden, militärischenGegenständen, Räubern n. s. f. ausgeziert. Merk-würdig war es, daß er nie kein Ungewitter malte,da doch sonst die mannigfaltigsten Scenen der ver-schiedenen Jahrszeiten die Lieblingsobjekte seinerKunst waren. Meus A. Misc. V. 636—37. undIX. 82—85. Zu seinem Vergnügen ätzte er im I.16Z4 ein Heft von sechs Landschaften. Joh. Georgund Elias Baeck, Beck oder Boeck, haben eben-falls nach ihm eine Folge von achtzehn Blättern,und noch ein Paar andre I. G. Thelot und I.Wagner gestochen, die bey /?. verzeichnet sind.Schöne Arbeiten von ihm findet man vornämlich

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