Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
Seite
418
JPEG-Download
 

4 i 8 Gaspd.

wie in einer andern bey den Karmelitern um 1594.in Fresko malte. Lan;i I. 404. welcher indessenglaubt, daß unter diesem Sebastian vielmehrJoseph Bastiani, ein Schüler des obigen Gas-parrini zu verstehen sey, dessen übrigens auch dasLex. bisher keine Erwähnung gethan hat.

* Gaspe- S. Guaspe.

Gaß, (Joh. Baptist«), etn Medailleur; arbei-tete um I77S- zu St-Petersbukg, wo er eine großeSchaumünze auf den General Otto Weißmannverfertigte, die ihm Ehre machte. Bernouill»V. 14.

Gasse, ( ) Zwillingsbrüder, juüge franz.

Baumeister, Schüler von Labarre, ünv um igoS.Pensionnairs der Akademie zu Rom (in einerunsrer Nachrichten heißt es: „Aus einer großenKünstlerfamilie entsprossen", welche aber das Lex.nicht kennt). Bereits Lands« Annal. I. 267.führt von einem derselben einen Plan zu einemPallast für die drey Consuln an. In dem XVI.Hefte des 6 »>erle ll'Lrcbltecture findet sich nachihnen ebenfalls ein Plan und Aufriß eines Pryta-neums, womit fie im I. IX. den sogenanntenNacheifcrungspreis erhalten. Späterhin auf derPariser» Kunstausstellung des I. i 8 c >5 sah manvon ihnen den Entwurf zu einem Museum vonBildhauer-Arbeit, und einen andern zu einerRestauration des Tempels von Mars dem Rächerauf dem Forum des Nerva zu Rom, zu weichetletztem auch der noch lebende französische Bau-meister Combes schon in i ?85 einen ähnlichenPlan gegeben hatte. In i 8 c >6 gedachten sie eineBeschreibung des alten Pompeja, mit ausgeführ-ten Planen aus Licht zu stellen. F'emV/. MÜ/.

Gaßler, (Franz), ein Bildhauer von Telfsin Lyrol; erhielt 1734^ einen Preis in der K. K.Künstler - Akademie zu Wien. Mc.

* Gaßner, (Niklaus) H. S- HüsgsnS. 46. irrt sich, wenn er glaubt, daß sich dieserKünstler nicht in Sandra» finden lasse.

Gateau - ( ). So heißt ein Künstler, derim /Umsnacb äes 6esnx-^rtü von 1303. unterder Rubrik der damals in Paris lebenden Stempel -und Steinschneider angeführt wird.

* Garra, (Bartholomedella'. Derselbe starbim 83- I- seines Alters , nach vasari 1461. wahr-scheinlicher aber 1491. Er ward zu Florenzim Kloster degli Angioli erzogen, und legte sich da-selbst mehr auf die Miniatur als auf Malerey imGroßen; nachher als Abt von St. Elemente zuArezzo trieb er jedoch beyde. Dabey war er auchin der Architektur und Musik erfahren. In dersixtinischen Kapelle malte, er nichts aus eigenerErfindung, sondern bloß als Gehülfe des Peruginound Signorelli. Von seinen eigenen Werken hin-gegen sieht man emsig in der Pfarrkirche zu Arezzoeinen büßenden Dt. Hieronymus, und dann anmehretn Orten einen St. Rochus, der die Stadtvon der Pest errettet; Arbeiten- weiche vasarirühmt, andre hingegen die »»gemessen laugenFiguren daran tadeln, und überhaupt die Aus-führung etwas gar zu einfach, in Vergleichung mitden bessern Werken seiner Zeitgenossen finden.

I. 63—69.

Garri, (AndreasJacob). So nennt Fiorillo(Kl. Schr. II. 176. > einen movenesischen Künstler,der um 1730. nebst etlichen Andern, ein ganzesZimmer der Marchesin Christian! - Castiglioni zuMantua enkausiisch ausgemalt hatte.

* — — (Bernhard oder Bernhardin), vdndem Berufe seines Vaters, der eine Art Droguenmachte, die man Soja heißt, Sojaro genannt, ar-beitete schon um 152s. und st. 1575.- Derselbe (sagtLanzi II. z 19—22.) war einer der sichersten Schü-ler der Eorreggio und den Maximen desselben be-sonders anhängig. Parma, Piacenza und Cre-mona besitzen sehr viel« seiner Arbeiten; letztres

Gattr-indessen äm meisten, und zwar von seinen frühesten,wie von den spätern. Seine Pieta in St. Mag-dalena zu Parma, seine Ruhe in Aegypten zu GrSigismund, und sein Christkind in der Krippe zuSt. Peter, beyde in Cremona, zeigen am Deßten,wie man den großen Allegri, ohne ihn eben mcopiren, nachahmen könne In der Zartheit derKöpfe eiferte keiner demselben so glücklich, wie Garrinach. Seine Madonnen und seine Kinder ath-men Unschuld, Anmuth und Schönheit. Er liebtelichte, weißlichst Gründe, und sein Eolorit hatteeine Lieblichkeit, die man charakteristisch nennenkonnte. Darum wußte er nicht minder, seinenFiguren ein großes Relief zu geben. Dann besaßer ein besonderes Talent- alle andern seiner Kunst-genossen nachzuahmen. So z. B. in Piacenza zuSt. Maria di Campagna, wo er Pordenone's Ar-beit so fortsetzte, daß man Alles, wie von EinerHand gemalt, achten mochte. So in eben dieserKirche, einem St. Augustin des letztem gegenüber, seinen St. Georg, eine stark gehobene Figurin lebhaftester Regung, nach der Zeichnung vonIul. Pipj. Aber eben so wohl sieht man, was eraus sich selbst vermochte, in mehrern seiner Werke,hauptsächlich an der Kuppele all« Steceata zuParma, wo die Hauptfigur der tz. Jungfrau vonwunderbar überraschender Schönheit ist. So inseiner Brodtspeisung, welche er in 1522. für dasRefektorium der PP. Latekanenser zu Cremonamalte; eine der weitschichtigsten Kompotionen dieman kennt, voll über Leben großer Figuren vonder mannigfaltigsten Gesichtsbildung- Bewegungund Kleidung; eben so reichlich mit aller Gattungmaletscher Bizarrerien versehen, und, der ganzenfast ungeheuern Ausdehnung ungeachtet, durch-gängig mit einem Saft und Harmonie der Tintenausgeführt, daß Man einige Fehler der Lnftper«svektive leicht verzeihen kann. In italienischenPrivatsammlungen sieht matt Weniges von ihm,dahingegen mehrere seiner Staftleygemälde insAusland, und bis nach Spanien gerathen sind.Gadvi arbeitete noch als ein Achtziger, und schonan der rechten Hand lahm, mit der linke». Soseine wunderschöne Himmelfahrt in der Hauptkirchezu Cremona, welche er, vom Tode überrascht-nicht ganz vollenden konnte. l. c. 355 wo

zugleich Unter den verschiedenen Nachrichten übetseine Herkunft diejenige für die wahrscheinlichst«gehalten, wird, welche ihn zum Cremoneser macht.Eonk. Frorillo II. 324. und 4 i 2 .

Garri, (Fortunatus), ein Maler zu Parma,von dem wir aber nichts Mehreres als, aus Affo,wissen, daß er dort um 1643. gearbeitet habe,II. 334.

* — — (Gervasius) - ebenfalls Sojaro ge-nannt, ein Neffe und Schüler von Bernhardin-der ihn, noch als Jüngling, zu den nämlichenQuellen führte, aus welchen er selbst geschöpfthatte. Wie großen Nutzen er daraus gezogen,sieht man an seinem St. Sebastian, den er 157Afür die Kirche St. Agatha zu Cremona verfertigte,ein Bild das nach den Antiken gezeichnet, undvon einem der ersten lombardischen Geschichten-und Landschaftsmaler ausgeführt zu seyn schien.Ebendaselbst sah man von ihm bey St Peter eineMarter der H. Cäcilia mit einer Glorie von En-geln , welche — so auserlesen fleifflg und pastoswar dieselbe — ganz Corregio's zu seyn geschienen,wenn man nicht die Jahrzahl 1601. darauf gele-sen hätte. Dieser Fleiß zeigte sich indessen bey ihmnicht immer; bisweilen spürte man den Praktiker;ähnliche Köpfe auf der gleichen Tafel, oder aucheine sorglose Auswahl derselben, wie solches denBitdnißmalern oft zu begegnen pflegt, unter wel-chen er einen nicht geringen Rang behauptete.Kaum läßt sich zweifeln, daß er die Werke derCarracci gesehen, deren Styl man in einigen seinerArbeiten, namentlich zu St. Pietro und Marcellinozu Cremona entdecken kann. Dieser Künstler ar-beitete noch bis i 6 Zr. L-mx- II. 356