Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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Gatti.

* Gatti (HieronymuS). Ob derselbe gleichvon Franzeschini gebildet war, so ahmte er den-selben doch im Colorit nicht nach, sondern befließsich vielmehr, dem Cignani zu folgen. In Kirchenmalte er wenig; Mehreres mit kleinen Figuren,und zwar sehr gut, wie z. B. in der schon im Lexangeführten Krönung Carls V. im Saal degliAnziani zu Bologna, wo er eben so gut als Ge-schicks - wie als Pcrspektivmaler erscheint. L«»«II. 2. i88.

— — (Johann AugustiN). So nennt Rattieinen Künstler, der in dem Oratorium von St.Johann Baptist« zu Savona die vornehmstenThaten dieses Heiligen gemalt hatte.

* — — (Olivier), Maler und Kupferstecher,nach Rost NI. Z2o. geb. zu Parma 1598- (wahr-scheinlich zu früh angegeben). Die Anfangsgründeder Kunst lernte er bey Valesio, das Kupferste-chen aber, wie man vermuthet, bey Aug. Carracci.Seine Blatter, obschon sie diejenigen dieses letztemnicht erreichen, haben immer viel Verdienst. DieFiguren zeichnete ertüchtig; nur die Auffentheilederselben waren nicht so bestimmt, als Carracci'sseine vorgetragen. Rost l. 0. wo einige seiner vor-züglichsten Blätter, mehrere aber in einem Ver-zeichnis meines sel. Vaters angeführt sind. Soz. B. ein St. Franzisc Laver, der ein Crucifixaus dem Meere rettet, nach seiner eignen Erfin-dung; ein St Hieronymus, der ein Crucifix um-armt, nach Aug. Carracci (dieses von 1602 datirt,was eben sein weit früheres, als das oben ange-führte Geburtsjahr beweist); ein Wappenbild vonzwey Flußgöttern getragen, mit einem geharnisch-ten Schildhalter, umgeben von Jupiter, Herkul,Neptun, Apollo und Minerva, eine Thesis nachL. Carracci r6c>6.; eine Madonna, von dem Kindegeliebkost, nach L. Garbieri »625; vier Blätternach Pordenone's Gemälden in der St. Maria-Kirche zu Piacenza: Die Erschaffung der Welt;die Schöpfung Adams; das Opfer Abrahams,und Judith mit dem Haupt des Hvlofernes. Dannin 22. großen Querfol. Blättern ein Zeichenbuchnack Guercino's Zeichnung mit der Feder, wel-ches alle Theile des menschlichen Körpers, bisauf die geringste Kleinigkeiten enthalt, u. a, wasbesonders von Gandellini genau verzeichnet ist.

* — — (Thomas), lebte noch 1713. LanziII. 47z. nennt ihn einen der beßten Schüler vonCarl Sacchi, der aber späterhin seine Studien zuVenedig fortgesetzt habe.

— — (Uriel de). So nennt Lanzi II. 356.

einen Maler der Cremonestschen Schule; nicht un-wahrscheinlich ein Bruder von Gervasius Gatti,der in der Kirche St. Sepolchro zu Piacenza einmit verschiedenen HH. umgebenes Crucifix malte,welches mit (/rüe/ äictus >6vl.

unterzeichnet ist; glaublich der nämliche Uriel >den Ridelfi nach Crema setzt, und ihn dem CarlUrbini vorzieht-

Gav asrus, (Augustin und Jacob), vonPas-canle aus dem Bergamasker - Thal BrembanaSo nennt Lanzi (II. 48.) zwey Künstler, vondenen der letztre um 1512. der erstre um 1527.geblühet habe, und bemerkt von beyden, daß sieihrem zeitgenösfigen Mitbürger Previtali zwar anZartheit, aber nicht an Eleganz gleichgekommenwären.

^Gavasseeee oder Gavassetti, (Camil-lns). Da dieser jung verstorbene Künstler vornäm-lich in Fresko arbeitete (was Lanzi II. 274—75-dem Lex. gerade zuwider behauptet) so war seinRuhm eben nicht sehr ausgebreitet. In Piacenzakannte man ihn besser als zu Modena seiner Ge-burtöstadt, oder anderwärts Dort sah man vonihm die schöne Arbeit, deren jedoch auch das Lex.gedenkt, welche Vorstellungen aus der Apokalypseenthielt. In derselben (heißt es I. 0.) herrschtein Geist, eine Großheit, eine Wahl, mit so vielGrazie und Farbenharmonie verbunden, daß das

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Aug eben so wohl von dem Ganzen überrascht,als von dem Einzelnen angenehm gerührt wird-Nur hin u. wieder entdeckt man eine zu wenig studirteFigur, oder eine.allzuheftige Bewegung. Da erdje Eile einer sorgfältigen Ausarbeitung vorzog,kam er darüber mehrmals nist Tiarini in Streit;und in Parma wurde letztrer bey wichtigen Anlässenihm vorgezogen. In Piacenza hingegen behaup-tete, selbst wo man sie neben einander sieht, Ga-vassekti den Rang vor ihm und mehrern andernwackern Künstlern dieser Zeit.

Gauch, (Madame), eine Kunststickerin, viel-leicht bloße Dilettantin von Dresden. Auf derdortigen Kunstausstellung von 1300. sah man vonihr einen Blumenstrauß „Doch nicht ganz übelgemacht", (sagte eine Dame, welche davor stand,zu einem Künstler). „Aber doch immer übel ge-nug" (war seine Antwort) „wenn man bedenkt,daß diese Stickerey Blumen vorstellen soll." Deut-sche Bunstbl. III—IV. Zc>.

Gauche, ( ). So wird im Almanach

(lss koaux-^rts von 1803. ein damals in Parislebender BauMeister genannt. Im IX. Hefte vonDetdurnelle's Kscusil ä'^rcliiteeture findet sichnach ihm ein Denkmal zu Ehren des GeneralDesaix.

Gaucher, (Carl oder Carl H. auch CarlStephan), geb. zu Paris 174»- Er war ein Schü-ler von Basan, hernach von Phil. le Bas, dessenLeben und Werke er beschrieb. Er selbst hat Meh-reres, besonders eine ziemliche Anzahl angenehmerkleiner Bildnisse berühmter Männer nach verschie-denen Meistern sowohl als nach eigener Zeichnunggestochen, die sich meistens zwischen 1765 und 71.datiren, von denen sich einige bey Brandes ver-zeichnet finden. Doch muß er noch weit später ge-arbeitet haben, da sich unter seinen Blattern,neben andern: ls llsppsl Ns Nr. Xscker befindet;wobey zu bemerken ist: Daß auch im Hlmansok6es kssux - -Irt8 von lZvZ- noch ein Gaucher(ob freylich derselbe, ist uns unbekannt) unter dendamals zu Paris lebenden Kupferstechern von Bild-nissen (wie z. B- eines kleinen des Dichters Cor-neille, nach le Brun) erscheint. Von den bedeu-tendsten des unsrigen führt Rost VIII 23r. einZehnd; dann von Gattungstücken: Is keyc>8 nachNetscher in der Galerie des Palais Royal, und1e8 Ioueur8 <ls8 0urte8 nach Tilborgh; ein Ver-zeichniß meines sel. Vaters endlich, das von ihman die 20. Bildnisse kannte, noch gar einen St.Matthäus und St. Marcus , beyde nach Lanfrancound der Zeichnung von Fragonard an.

Gaudar de la verdine, ( ) Maler,

Schüler von Vincent. Schon um 1802 kannteLanden Annal. I. 257. eine Ariadne, und der-Nmgimck ÜL8 IZssux-^rc8 von 1303. einen Cypa-rissus von ihm. In 1805. lebte er in Rom, alsZögling der dortigen Kunstakademie. Auf derAusstellung desselben Jahrs sah man von ihm inder getuschten Zeichnung einer über Lebens großennackten < akademischen) Figur einen Roland, derin seiner Raserey den Baum ausreißt, auf welchemder Name Angelika und Medor geschrieben standen;ferner: Den aus Jthaca wiederkehrenden Ulyß>und endlich ii. Studien nach Raphael im Vatikan.Renr'll. xmb/.

^ Gauden. S. Coden,

Gaudy, ( ) ein englischer Maler. Auf

der Ausstellung von i8c>5. sah man von ihm: Die-Wohnung aller Teufel, nachMilton; wobey Einige:Erhaben! Andre: Lächerlich! abscheulich' ausrüs-ten , und vielleicht beyde ein wenig Recht hatten.Lefflngs Laokoon hatte der Künstler Nicht gelesen.

Gau er, ( ). So heißt in Russischen

Runstnachrichken voN 1304. (Mensel Arch.

I V. 36.) ein Architekt, der zu dem Entwürfe einetKathedrale zu Kasan, welche Aehnlichkeit mit der

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