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Arbeiten aus. Eben so auf demjenigen von 1786.Auf diesem letzter», was bemerkt zu werden ver-dient, waren Er undBersche die einzigen Schülerder Akademie, weiche eigene Kompositionen gelie-fert hatten. Hierauf gieng er mit Graf nach derSchweiz, und trat alsdann im Frühjahr l? 87 .die Reise nach Rom an. Wie musterhaft er dortseine Zeit zubrachte, beweist der zweyte Theil desbekannten Briefwechsels mit seinem Vater.Die erschütternde Nachricht von dem plötzlichenTod desselben im März 1788- führte ihn nach eini-ger Zeit wieder nach Hause, wo er seine Studienfleißig fortsetzte Im I. 1796- machte er die Be-kanntschaft des H. Douglas aus Keliow in Schott-land , der einige Jahre auf dem festen Lande undbesonders in der Schweiz zugebracht, wo er mitder Geßnerschen Familie in freundschaftliche Ver-hältnisse getreten war. Dieser, selbst ein Kunst-freund, gewann ihn lieb, und schlug ihm vor, ihnnach England zu begleiten. Die Reife gieng überFrankreich, und sie trafen noch im August dessel-ben Jahrs glücklich in London ein. Hier befreun-dete sich Geßner bald mit der Nation und ihrenSitten. Er arbeitete theils für Kunsthändler,theils für Liebhaber, und verfertigte eine MengeGemälde und Zeichnungen, die den Beyfall derKenner fanden. Ein reicher schottischer Particu-lier,' Namens Mitchelson, der ihn durch seine Ar-beiten zu seinen Vortheil kennen gelernt hatte, nahmihn mit auf sein Gut Middleton, wo er einigeJahre sehr vergnügt zubrachte, und für ihn auchMehreres verfertigte. Im I. 1802. kehrte er nachLondon zurück, und blieb dort bis 1804. Englandscheint wie dem Menschen, so auf dem KünstlerGeßner einen entscheidenden Anstoß gegeben zuhaben. Den Stoff, den er seinen Kompositionenbis dahin am liebsten untergelegt hatte, Schlach-ten, militärische Scenen, Scharmützel, u. s. f.gab er fast gänzlich auf. Das Unglück der Zei-ten, und das Elend, das ein endloser Krieg überdie Menschheit gebracht, machte einen tiefen Ein-druck auf ihn 1. und er konnte es nicht ferner übersich erhalten, Gegenstände auf die Leinwand zubringen, die in der Wirklichkeit ihn empörten.Vielleicht gewannen auch bey reiferm Alter diesanftem Neigungen, die ihm von seinem Vater«»geerbt waren, die Oberhand, und entferntenihn von jenen stürmischen Darstellungen, wozumehr das Feuer der Jugend, als angeborner Reizihn hingerissen hatte. Genug, er wandte sich jetztganz zu ländlichen Scenen, Jagden, Gegenständenaus dem Gemeinleben, landschaftlichen Vorstellun-gen , u. s. f. wo er oft durch große Lichteffekte undNebelwirkungen überrascht, und überhaupt dieNatur in ihren mannigfachen Erscheinungen oftsehr glücklich nachahmt. Zur Staffirung seinerLandschaften wählte er gewöhnlich englische Naturund Sitten. Mehrere englische Künstler scheinendurch ihre eigenthümliche Manier Einfluß auf ihngehabt zu haben; am unmittelbarsten aber ein H.Camden aus dem Städtchen Hollywell in Wales,ein Mann, von dem er selbst noch immer mit Liebeund Dankbarkeit spricht. Camden war zwar nurDilettant, aber in seinem Lieblings-Fache, derLandschaft, ein solcher Meister, daß er sich kühnden Beßren in dieser Gattung an die Seite stellenkonnte; dabey ein treflicher Theoretiker, dem unserGeßner die wichtigsten Aufschlüsse vornämlichüber Colorit zu verdanken hat. In der That sinddie Fortschritte, die er, während seines Aufenthaltsin England, in diesem Theil der Kunst gethan,sehr auffallend. Früher war seine Färbung ofteintönig und kalt. Jetzt ist sie lebhaft, glänzend,volle Wärme und Wahrheit. Seit seiner Rückkehrnach Haus sah man von ihm auf den Zürcher-Kunstausstellungen von > 8 c> 5 . und ,306. sehr schöneArbeit, und zwar meist wieder in seiner frühernGattung. So z. B. auf derjenigen von 1305.eine englische Kavallerie-Patrouille, und einen Rei-senden im Winter, der sein Pferd mit Sorgfalteine beeiste Anhöhe hinunterführt; zwey Bilder vondenen jenes durch die schönen Effekten, so wie die-
Geßner.
ses durch seine große Wahrheit gefiel. Auf demSalon von 1806. gewann man besonders zweykleinere Bilder lieb, von denen das eine ermüdetePosipferde im Stall, das andre einen abgelebtenci - devant schönen Gaul bey der Tränke vorstelltBeyde wurden in Absicht auf Erfindung, Zeich-nung und Farbe treflich gefunden, und zeigten,daß man, auch ohne den zarten und fleißigen Pin-sel eines Wouwermanns, reizende Gemälde in die-ser Gattung zustandbringen kann, wenn schon diegrößere Vollendung und Eleganz immer kunstge-rechter und vorzüglicher bleibt. (Journal für Lit-teratur und Runst II. 17-s). „Wenn ich"(sagt dann ein ächter Kenner, dem wir die Redak-tion dieses Artikels vornämlich zu verdanken haben)„ meinem individuellen Gefühl nachgehe, so scheintmir Geßner vornämlich in Wasserparthien sehrglücklich zu seyn. Sein Wasser hat ganz die Durch-sichtigkeit und Beweglichkeit der Natur. SeineZeichnung scheint mir im Ganzen richtig, vornäm-lich seine Pferde.' Den Bäumen wünschte ich oftschönere Formen und einen lichtem Schlag." End-lich hat unser Künstler auch einige nicht unglück-liche Versuche in der Chatkographie, sowohl inder Kreidemanier als im Radiren gemacht. InEngland that er sich mit einem Deutschen, Na-mens Sonnenfelder, zusammen, der das Ge-heimniß der Steinätzkunst von dem Erfinder Andrevon Offcnbach gekauft hatte; und Geßner hatselbst. nach eigenen Zeichnungen, mehrere Plattenverfertigt, deren Abdrücke schon in London ausge-geben worden sind. Mehrere schöne Blätter nachihm hat der nunmehr verstorbene Kupferstecher EZiegler in Aquatinta geliefert.
Geßner, (Johann Georg), ein geschickterMaler von Zürich; arbeitete in England, wo er1636. verstorben war. Leu.
— — (Joh. Jacobs, ein geschickter Medail-leur in Zürich, war daselbst Münzmeister von 1706.bis 17Z7. da er starb. Ohne einige Unterweisungward er durch Fleiß und Genie einer der beßtenMünzgravierer s. Zeitalters; auch in Schaumün-zen erreichte er einen beträchtlichen Grad der Voll-kommenheit, besonders in der Aehnlichksit seinerBildnisse. Sammt, berühmter Medailleursb!°. 219.
— — — — Arzt. Ob es der berühmteZürchersche Naturforscher und Canonicus (st. 1790.)war, »ach dessen Zeichnung, wie wir vermuthen,einer unsrer Handschriften zufolge, ein I. Meyerdas Bildniß des Gottesgelehrtcn Peter Werenfelsen,und ein Schenk dasjenige des Bischof Joh. Fran-zen von Consianz gestochen hat, ist uns unbekannt.
— — (Salomo), ein Zürcherscher Künstlerdieses Namens arbeitete mit I Meyer und Andernum 1790. an einer kleinen Kupferbibcl.
— der Dichter, geb. zu Zürich1734 - gest. i?88> Seine Mitbürger hatten ihm,bald nach seinem Tod auf der Promenade des so-genannten Schützenplatzes, nahe an dem Zusam-menfluß der Limmath und Sihl, ein schönesDenk-mat erbaut, das mit einem treflichen Basreliefund dem Medaillon des Verstorbnen, beyde vonAlex. Trippel verziert ist. Wir betrachten hiernicht den unsterblichen Dichter, sondern bloß denverdienstvollen Künstler. „Geßner" (erzählt Hor-ringer in seiner Biographie desselben S. 171—87>„hatte sein dreysskgstes Jahr erreicht, ehe er denGedanken faßte, sich im Ernst der Kunst zu wied-wen. Bisdahin waren seine Uebungen im Zeichnenund Malen nichts, als Liebhabercy; sein Studiumder Kunstwerke nichts als Wohlgefallen an jederArt des Schönen gewesen, wobey er einzig denGenuß und weder Ruhm noch Gewinn bezweckte.Es mußte hier, wie überall, eine wichtige Veran-lassung von aussen entstehen, um seinem Genieauch diese Richtung zu geben, und seinen sorgen-freyen Sinn aus der behaglichen Ruhe zu wecken,in welcher er sich so gerne zu wiegen pflegte. Wenn