Giordano.
großen Lichtmassen, die öftere Wiederholung der-selben Gesichter; bey den weiblichen zum öftern dasseiner Frau, Dann aber unterschied er sich vonjedem andern Meister durch seine neue Art zu colorriren, und kümmerte sich diesfalls wenig um diesonst bewährtesten Grundsätze: Seine Färbung warnämlich niemals wahr genug in den Tonen über-haupt, und am Allerwenigsten im Helldunkel,worüber er sich ein ganz willkührliches Ideal schuf.Deswegen aber gefiel er nicht minder durch einegewisse Grazie und einen Kunstzauber, desseneigentliches Wesen nicht ein jeder fassen, und nochminder nachahmen kann. Auch sagt' er es seinenSchülern selbst, daß es nicht jedem Knaben ver-gönnt sey, in dieses Geheimniß hineinzuschaun.Die Regeln der Zeichenkunst kannte er wohl, be-kümmerte sich aber eben nicht sehr, dieselben zubefolgen; wo denn Domim'ci glaubt, wenn ersolches strenger gethan hatte. würde darüber jenesFeuer erkaltet seyn, das sein größtes Verdienstausmacht. Andre hingegen meinen, daß er (sehrgewinnstbegierig, und zwar auf einen solchen Grad,baß er keinerley Bestellung selbst vom gemeinstenManne nicht ausschlug) kurz und gut von seiner»»gemeinen Fertigkeit, auch auf Unkosten seinerEhre, Gebrauch gemacht habe. Wieder andre be-schuldigen ihn" (neben Andern that dies- wie wiruns erinnern, der sei. iVinkelmann aus MengsMunde), „oft so oberflächlich und dünne, undmit einem solchen Unmaaß von Oel gemalt zuhaben, daß seine Bilder sehr bald vom Luch wieverschwunden waren." Don seinen unzähligenWerken führt Lanzi vornämlich an: In Vsteapelzwey in der Manier des Guido, in der KircheSt. Theresia; das eine die Geburt unsers Herrn.Vorzüglich dann werden ferner bewundert: DieVertreibung der Käufer aus dem Tempel bey denSt, HieronyMus - Vätern- worin die schöne Archi-tektur von Moscatiallo seyn soll. Unter seinenFreskoarbeiten werde am Meisten diejenige imSchatze der Certosa, besonders seine Erhöhung derSchlang' in der Wüste bewundert, die er schon beygestandenem Alter gemalt hatte; dann die Kuppelbey St. Brigitta, von so bezaubernder Färbung,daß eben darum junge Maler daran ein gefähr-liches Beyspiel nahmen; und endlich sein St.-kaverius, in der Kirche dieses Heiligen mit einerMenge Figuren, die er in anderthalb Tagen gemalthaben soll, Hiernächst in Florenz die KapelleEorsini; die schon genannte Galerie Riccardi;vieles im Hause Rossi, neben Anderm jene Baccha-nale, welche jetzt der Marchese Capponi besitzet.Andres für den Großherzog. Dann in Spanienhauptsächlich seine Geschichten Salomv's in derEskurialkirche; andres für die Kirche St, Antonzu Madrid; das schon Erwähnte im Pallaste BuonMiro; eine Geburt Christi, welche er mit ihmsonst ungewohnten auserlesenen Fleiß für die Kö-nigin malte; dessen nicht zu gedenken, wo er sich,dem Zeugnisse bewährter Schriftsteller zufolge,statt des Pinsels der bloßen — Fingerspitzen be-dient hatte. Auch Deutschland hat von seinenStaffeleygemälden eine Menge seiner schönstenWerke — Dresden allein an die 16 derselbenauszuweisen; unter diesen vornämlich den Tod desSeneca, welches er in seinem vier- und zwanzig-sten malte. Zu Paris in der Galerie Orleans be-fanden sich von ihm: Der Teich Bethesda, unddann eben auch eine Vorstellung des aus demTempel verjagten Mäcklervolks. Zu dem Beßten,was nach ihm gestochen worden, gehören die viergroßen Blatter von Beauvarler: Der Raub derEuropa, Galathea und Acis, das Urtheil desParis und-er Raub der Sabinerinnen; vonDes-places: Josephs Keuschheit; von Earlom herr-lich geschabt: Auch ein Urtheil des Paris, Bac-chus als Jüngling, und Galathea auf dem Del-phin; von Monaco gestochen: Eine Flucht inAegypten, und Petri Fischfang ; vonMurphy:Vulkans Werksiätte; von pichler: Venus undMars im Netze (beyde geschabt); von Ravener:Sophonisbe die das Hochzeitgeschenk des Masinissa
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empfängt; von le vaffeür: Apollo und Daphne(diese beyde gestochen . Obaenannte Blatter wer-den bey Füßli III. 195—207^ ausführlich beschrie-ben und, die Urbilder sowohl als die Stiche, nachGewohnheit meisterhaft gewürdigt. Sein >6. Tha-ten des Herkules im Duonretiro haben zwey (pani-sche Künstler, I Barcelon und Nicl. Barsantinach den Zeichnungen des Joseph Castillo, und dieGalerie Riccardi Campanelia zu Rom in 1785. unterDolpato's Anleitung gestochen. ^ Von seinen in sehrmalerischem Geschmacke selbstg ätzten Blättern führtFüßti'd.c 208—rc>) viere, Rost aber'IV. 155 56.)sieben, und ein Verzeichniß meines sel. Vatersüberhaupt an die 60. nach und von ihm vorhan-dener Stichen an. Lonf. die Gantkataloge vonBrandes und lspinkler. letztem 5. v. AorM-rs. mitder vorangeschickten richtigen Bemerkung: „Dienach ihm gearbeiteten Blätter bilden eine kostbareSammlung, nicht so fast ihrer Zahl, als der Talenteder Künstler wegen, die nach ihm gestochen haben.''— Seinen Moral-Charakter betreffend, bemerktwarelet von ihmDaß er bisweilen mit seinerArbeit auf eine edelmüthige Art freygebig war,und mehrmals Gemälde an Kirchen verschenkt^welche keine Mittel hatten - solche zu bezahlen.Ferner heißt es dort von ihm: „Nur in seinerKunst hatte er Lebhaftigkeit; in Gesellschaft warer nie leidenschaftlich. Sein immer gleiches sanf-tes Wesen machte ihn seinen Freunden, seinenSchülern, und selbst seinen Nebenbuhlern theuer".Noch dürfen wir beym Schlüsse dieses Artikelsnicht vergessen, daß Luca, gleich Maratti undandern wackern Künstlern seines Zeitalters, in sei-ner Jugend bisweilen auch auf Glas zu malennicht verschmähet hatte.
Giordano, (Paul), ist zwar nur als eingeschickter Juwelirer in Fassung und Polierungder Edelsteine bekannt. Man schreibt ihm aberauch einen in der Florentischen Galerie verwahrtengroßen Carniol zu, worin das Brustbild PabstPaul II. der 1464. erwählt würde, gegraben ist.
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*Giörgetti, (Jacob), von AM Der-selbe (sagt Lanzr l. ^93.) ist ausser seinem Vater-ort und den benachbarten Städten nur wenig ge-kannt. Man sagt, daß er bereits in Rom dieZeichnung studiert hatte, als ihn Lanfranco unterseine Schüler aufnahm Er wird für einen gutenFreskanten gehalten. So z. D- im Dome zu Assistund in der Sakristey dortiger Conveutualen, woer Geschichten der H. Jungfrau hübsch cvlorirte,und ihnen mehrere Vollendung gab, als sein Mei-ster solches zu thun gewohnt war. Was man hin-gegen an ihm mit Recht aussetzen mochte, ist dasöftere Unebenmaaß seiner Figuren.
* Giorgk, (Anton von). So führt der Gant-katalog von Brandes, wahrscheinlich irrig, einenKünstler an, (der doch kaum mit dem Baumeisterdes Lex. Anton di Giorgio zu verwechseln ist),nach welchem I. C. le Vasseur zwey schöneBlätter: Pyramus und Thisbe, und Circe undUlysses, gestöchen habe
— — (Jacob), ein Maler zu Florenz; lerntebey Cäsar Dandini, der ihn so sehr liebte, daßer ihm seine beträchtliche Sammlung von schö-nen Kupferstichen, nebst göldnen, silbernen undkupfernen Schaumünzen testamenklich hinterließ.LaMnncer.
— — (Johann). Si Johann Merlini.
— — <J. de). Sö wird irgendwo ein Malergenannt, der um 1770. gearbeitet, und nach wel-chem Quermark das Bildniß des Erzherzog Maxi-milian, Gubernators zu Mailand gestochen habe.
Giorgio, (Meister), ein Edelsteinschneideyvon Mailand; arbeitete mit M. Ambrogio seinemLandsmanne, zu,Florenz. S. den Art. dieses letztern.
Giot, ( ). So wird im Almanach iles