Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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Golzius.

Go merio

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von einer Menge Künstlern, und besonders vonseinen treflichen Schülern, Jac. Matham, Joh.(Haendrain und Joh. Müller geliefert wurden.Seine selbst gestochene Blatter theilt Bartsch erst-lich in diejenigen nach seiner eignen Erfindung(und diese wieder in biblische, sonst geistliche,weltliche, historische und allegorische, mythologi-sche ' dann in bekannte sowohl als anonyme Bild-nisse', und endlich noch in Helldunkelstücke); zwey-tes in diejenigen nach Andern (nach Barentsen,baldara, Aug. Carracci, Corn. Cornelis, A.Montford, Palma, Rosso Roffi, Fr. Salviati,Raph. Sanzio, Spranger, Stradan, und M. deNos) zusanftuen 296. St. Dann folgen die Zwei-felhaften oder auch offenbar falsch ihm Zugeschrie-benen , die steh aber nur auf 27. erstrecken. Hier-auf (wieder in Klassen gereihet) 97. Blatter,welche von anonymen, und endlich (den Meisternnach! 264. welche von benannten Künstlern (deBrnn, Clock, Collaert, Dolendo, Drebbel, Fri-sius, de Gheyn, Golzius, Matham, Müller,Sadelcr, Saendram und Sichem) nach ihm gesto-chen worden, und wovon diejenigen von Mathamizi. die von Saendram 72, die von Müller 7.ausmachen. Man kann sich in dieser Art von Ver-zeichnissen nichts Vollständigeres und Genaueres,zugleich aber auch nichts Unterrichtenderes, alsdiese Galerie von 587 - Blattern denken. In einnäheres Detail uns einzulassen, ist hier nicht derÖrt. Die 6. Blätter, welche die Meisterstückedieses Künstlers genannt werden, können uns eineallgemeine Idee von seinem Genie — von dem waser vermocht und was er nicht vermocht, geben.Er gab sie, wie man glaubt, um zu zeigen, daßausser der breiten Manier, die ihm eigen war, erauch fähig sey, die zartere andrer Meister nach-zuahmen. Es find: Die Verkündigung im Ge-schmacke (wie er wohl dafür hielt), vonRaphael;die Heimsuchung Mariä, i n Geschmacke von Par-mesan; die Anbetung derHirten, nachBassano'sWeise; die Deschneidung, nach Dürers. Diesesmag das schon oben erwähnte Blatt seyn, welcheslange die Pein der Kenner ausmachte, und aufdem sich, in der Figur hinter dem Greisen derdas Kind Jesus halt, des Künstlers eigenes Bild-niß befindet; dann die Anbetung der Könige, imGeschmacke Luc. van Leyden, und endlich dieH Familie, im Geschmacke vonBaroccio: Welchealle Mßli (IV. 67—76.) sehr gut beschreibt undwürdigt. Noch zahlt dann Ebenders. (I. i6z.20Z. III. >6l. IV. 6z. 66, 77. 78) unter seine hetz-ten Blatter: Den Prophet Jesajas, nachRaphael;die vornehmsten männlichen Gottheiten der Alten<8>Bl.) und zwey Sybillen, nach Polydoro; einenHieronymus in der Wüste, nach Palma dem jun-gem; der Leichnam Christi, von einem trauerndenEngel überm Grab gehalten, eine H. Familie (Halb-figurcn), und Venus und Mars, alle nach Spran-ger; endlich: Das Leiden Christi (12. Bl.) in Luc.von Leidens Geschmack; Joseph und Maria, diedas Kind zween Hirten zeigen (welches er, als un-vollendet, für sein letztes Blatt hält, und Christusund die Apostel (r^. Bl. Halbfig.), alle nach ihmselber. An diesen letztem rühmt er, neben Anderm,die ungemein wissenschaftlich und mit ausnehmen-der Wahrheit dargestellten Hände; und von demim Profil genommenen Kopf Christi sagt er: Ersey vielleicht einer der schönsten, die jemals ge-zeichnet worden sind. Von seinen Bildnissen mußman dasjenige von Theod: Cornhert sehen, umüber eine solche Kühnheit und Kunst zu erstaunen!Rost V. wo sich S, 192—202. ebenfalls guteNotizzen von seinen Arbeiten befinden; und nochweit bessere, selbst nach Bartsch zu beachtende,in dem LVinklerschen Gantkatalog 1 . III- p.379 — 4 >6. Und endlich ist auch derjenige vonBrandes nicht zu verschmähen.

Von der Kunst des Conrad, Jacob und JuliusGolzius ist genug gezeuget, wenn man nicht ein-mal weißt, ob sie Heinrichs Söhne oder bloßAnverwandte waren. Von letzterm kennt man 4.historische Blatter nach I. Bol; Jesus und die

Samaritanerin (r586.) nach Helnr. Golzius, undeinen St. Hubert auf den Knieen (t 58 D) ohne Na-men des Malers. Von Jacob z. Blätter, allenach Heinr. Golzius: Eine sitzende Pallas, unterKriegern; einen jungen Menschen, der sich gegendie Gdldantrage einer alten Frau — und hinwiedereine junge Frau, die sich gegen die Liebkosungeneines alten Mannes vertheidigt. LnrtrcL l. c. x.I22-2Z.

* G 0 lzius, (Hubert). Sein erstes Studiumhatte die Schönen Wissenschaften zum Gegenstände,von denen er zu den schönen Künsten übergieng.Er beschäftigte sich sein ganzes Leben durch, diesebeyden Zweige auszubilden. Bey seinem LehrerLombard copirte er so viele Zeichnungen nach denAntiken, daß dieses in ihm die Lust erweckte, nachItalien zu gehn, ,um die Alterthümer an der Quellezu erforschen. Nach seiner Zurückkunft ließ er sichin Brügge nieder, und gab nach und nach dieMenge von Werken ans Licht, ^welche Kenner, inmehrern Rücksichten, immer schätzen werden, pa-pistonsagt, daß er selbst Vieles in Holz und Hell-dunkel gearbeitet, und nämlich die Umrisse geatzt,und die Schatten auf Holzstöcke geschnitten habe,ein Verfahren, welches nachwärt von Mehrernbefolgt ward; wodurch aber, (wie Rost bemerkt)jene, die Umrisse, trocken und gekritzelt erschienen,und somit weder den Ausdruck noch die Schönheiteines eigentlichen Holzschnittes hatten. Seine(lateinisch geschriebenen) bedeutendsten Werke sind:

1. kssli Itomaiii er snti^uis numisrnsribus er M3r-

inorMus. koi. Lruxis. In seiner eigenen Offizin.

2. Icones Impei Slorum Itomsooruin ec 8er,'es /Vuscris-

corulli. koi. Lruxiis. Die Zueignung an Philipp II.in Spauien verschalte ihm die (zweydeutige) Würdeeines Geschichtschreibers und Malers dieses Monar-chen. Bey diesem Werke waren die Münzen in Hell-dunkel ausgeführt. Eine neue Auflage davon erschiennachwärts etwas vermehrt zu Antwerpen, mit bessernStichen, ebenfalls in Helldunkel, in Pfefferkuchen-Farbe.

Z. L. lulius Lssssr, siv. Illsroi-ia Impei-sr. ko-

insnoruTn ex aiulq. diumisiilur. lestt'cucs. kol. Lru§.

57Z. mit 46. Stichen.

4. kssii Msgisrrskuum er Diiumplioimu komsnoriim sl»II. c. sä -fiigusri obiruru ex snct^. monrurleoc. iesri-ruci. kol. Lrug. 566. mit 2Z4. Stichen.

5. (Zrsecise rmiversse irumisiustL, c. OoMmeursr.

kal. -tntvv. 620.

(Wahrscheinlich alle diese fünfWerke zusammen, undmit denselben auch die griechischen Alterthümer, unterdem Titel: liomsors er Oirecse siili^uicslis mooii-meirrs ex priscis uumisiiislidus eruls. 5. Vol. kol.^irrweip. 644-4Z.).

6. Eine deutsche Uebersetzung, wahrscheinlich von N. 2.unter dem Titel: llebendtge Bilder aller Reysern,mit dem historischen Heinzei nach irrn Farbengemalet durch Hubert» m Gholtzvonwrrtz-burg. Fol. 557. mit -56. Fig. und Ebendas.spanisch zu Antorf (Antwerpen) Fol. 566.

Uebrigens giebt man unserm Golzius Schuld, daßer nicht immer, weder die Kunst, noch den reinenWillen besessen habe, unächte Münzen von denächten zu unterscheiden; ein Vorwurf, von demselbst vaillanr ihn nicht loszuzählcn vermochte.

Von seinen (wie sonst behauptet wird, häufigen)Arbeiten als Maler dann ist nur Weniges bekannt.Zu Antwerpen sah man von ihm die Eroberungdes güldenen Vliesses für das Haus Oestreich, ineiner beherzten Manier gemalt, und das Bildnißeines Mönchs (Bruders Cornelius^dessen Predig-ten er besuchte; welches von Carl Mander, deres gesehen hat, sehr gerühmt wird. Rost V.89—92. Bougl'ne II. 222. M«rr LIbiiotb. —Oatal. Lrüi.

* — — (Johann). S. im Lex. den Art. sei-nes Sohns Heinrich.

* — — (Rudger). S. Ebendas. den Art. sevnes Sohns Hubert.

*Gombaud,( ) hieß Johann.

G 0 meri 0 , (Augustin). So heißt ein junger

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