Gottlob.
Gottlob, (Ernst), Portrait- und Landschafts-maler in Oel und Pastell zu Leipzig, geb. zu Glo-aau r? 44 . ein Schüler Oesers, und wahrscheinlichderselbe, welcher anderwärts eingeschickter Malervon Halberstadt heißt, der zu Leipzig gearbeitethabe, und um ,730. Mitglied der Künstler-Akademiezu Dresden war. Von jenem werden bey Meusel II.die Bildnisse Ernesti's, Thalemanns, Körners,Böhmens und Schwalans angeführt, die sich aufder Universttats - Bibliothek zu Leipzig befindensollen; und weiter von ihm bemerkt, daß er auchMiniatur in Oel auf Kupfer male. Er lebte nochzu Leipzig 1789- Ob es dann ebenfalls derselbeoder ein Andrer dieses Namens sey, der in getusch-ter Ieichnungs-Manier gestochen habe, ist unsunbekannt. Von diesem letzten, führt der A?mk-lersche Katalog einen Perser - Kopf und eine Gärt-nerin nach le Prince, vier Blätter im Geschmackevon Ostade nach Trautmann, den Prophet vonBetbel, nach einer Zeichnung von Rembrand (L.0. 6ott/ob kec. unterzeichnet); dann drey gebir-gige Landschaften, das Innere eines Bauernhau-ses und drey Aposielköpfe ohne Namen des Malers(die Landschaften ganz ohne Namen) an.
Gottmann, ( ). Nach einem, wahr-
scheinlich schwedischen, Maler dieses Namens hatBergquist das Bildniß des Pfarrherrn Eric Tol-stadius gestochen. Mn.
Gottschalck, (Friedrich), ein Bildhauer,arbeitete um 1776- zu Berlin unter Tassart. ^ Erbosßrte Bildnisse verschiedener Personen sehr ähn-lich in Thon. M'colai.
Gottschick, ( ) einer derjenigen deut-
schen Kupferstecher, der in jüngst vergangner Zeit,nach den Zeichnungen von Schubert und Matthäi,für das bekannte Prachtwerk von Beckers Au-gusteum gearbeitet hat.
* Gouarchin. S. Guercmo.
* Gouaz, (Uves le), Stecher mit der Nadelund dem Grabstichel, geb. zu Brest 1742. Er kamjung nach Paris, wo er zuerst unter Aliamtt,hernach unter N. Ojanne, dessen Schwester er hei-rathete, s. Kunst übte. Nach den Zeichnungen diesesletzter» kennt man von ihm 60. kleine Ansichtenvon französ. Seehäven. Dann zwey Aussichtenvon Candebeck in der Normandie, nach I. Ph.Hackert; das Ende eines Sturms, nach Bonav.Peeters; Is Lbolx äu koisson, und I'Lmbar-guemsnt äs 1 s jouns 6 recgus, nach Vernet;zwey Aussichten endlich des Hafens von Livorno,nach Ebendems. letztres mit Ozanne gemeinschaft-lich gestochen. Rost VIII. 289—90. und
Goubeau, (Alexander), ein Kupferstecher zuParis, arbeitete nach D. Tenier u. s. w. Man hat.auch von ihm, oder e. andern dieses Namens, einenPlan von der Stadt Dünkirchen; Plane von Feld-schlachten von Freyburg (1644.) und Nördlingen(,645 ), u. s. f.
Gouche, (Christian), ein junger Maler vonAntwerpen, der in ,306 bey der dortigen Akade-mie den zweyten Preis im Fache der großen Blumen-Zierathen davon getragen.
G 0 ude, (Damian van der). So wird irgend-wo, ohne Weiteres, ein Maler genannt, der beyFranz Floris gelernt habe.
Goudt, auch Gaud, (Heinrich van), geb.zu Utrecht ,585- Er hatte es schon in seiner Va-terstadt im Zeichnen weit gebracht; aber dasStreben nach höherer Vollkommenheit bewog ihnnach Rom zu gehen. Daselbst übte er sich mit sol-chem Erfolg, daß man ihn unter die geschicktestenAkademisten rechnete; und hier war es, wo erSchüler, Freund und Wohlthäter von Adam Elz-heimer ward. Als dieser unglückliche Mann wegenSchulden ins Gefängniß kam, kaufte^ihm Goudteinen guten Theil seiner kleinen Gemälde ab dieer ihm theurer als andre Liebhaber bezahlte. Und
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nun, nicht zufrieden, diese Schätze allein für sichzu besitzen, wollte er auch andre an seinem GenusseTheil nehmen lassen; er entschloß sich daher, siein Kupfer zu stechen, und nicht eher zu ruhen, bises ihm gelang, in Ansehung der Wirkung seinemUrbilde gleichzukommen. Nach Elzheimers Todkehrte er nach Utrecht zurück. Dort brachte einFrauenzimmer, welches Neigung für ihn hatte,ihm einen sogenannten Liebestrank bey, der ihn,vorübergehnde helle Momente ausgenommen, desGedächtnisses und des Verstands beraubte. Indiesen lichteru Momenten wiedmete er sich immerfort der Kunst. „ Während dieses Zustandes " (er-zählt uns Gandrarr mit jener edeln Einfalt,welche allein das Geprag ächter historischer Wahr-heit tragt) „ sprach ich Ao. ,625. und 26. ihm oftin seiner Behausung zu, in Gegenwart der Person,der er nichts Gutes zu verdanken gehabt; dennsie und die Schwestern hielten die Mittel und dasHaus als Erben inne, und blieb er bey ihnen alsein Kostgänger unverheirathet, an allen Gliedernzerschlagen; doch erfreu'tt er sich sehr, wenn er mirdie Elzheimcrischen Gemälde zeigte. Auch ließ eralsbald seinen schönen Geist merken, wenn manvon der Kunst zu reden anfieng." Das Jahr sei-nes Todes, oder vielmehr seiner Erlösung vomElend, ist nirgends aufgezeichnet. Roft allein(aus welcher Quelle ist uns unbekannt) setzt dasselbeum 1630. an. Seine Blätter sind ganz mit demGrabstichel, aber, durch eine eigne Art seine Stichezu ordnen, so genau und fest verarbeitet, daß sieder wärmsten Aetzarbeit gleichen , und eine beson-ders große Wirkung des Helldunkels hervorbrin-gen. Seine Köpfe sind richtig gezeichnet, und dieübrigen äusser» Theile seiner Figuren nicht minderverständig ausgedrückt. „Da er" (heißt es inMeu sels Mus. XI. 4,1. in einem Aufsätze überihn) „das Kupferstechen nur aus Neigung, underst seit seinem Aufenthalt in Rom getrieben, so istvielmehr zu bewundern, wie er es in so kurzerZeit soweit in seiner Kunst gebracht, als daß man mitFüßl, (Raisonnir. Verz. S. ,27.) eine dreistereHand an ihm missen sollte" — was auch in derThat uns, entweder nichts, oder etwas ganz ver-kehrtes gesagt zu seyn scheint. Sein ganzes Werkbesteht indessen in 9. Blättern, wovon noch zweyeVariationen sind; und doch wurde dasselbe beyöffentlichen Steigerungen zu Paris bis auf 270.Livr. bezahlt. Die Gegenstände (wahrscheinlich allenach Elzheimer) sind: Det Engel und der jungeTobias, der den Fisch trägt, sonst auch der klei-nere Tobias genannt (1608 komss); dann Ceres,die ihre Tochter sucht (,6,o. Uomso). Dieses Blaktwird die Hexe genannt; und zur Vortreflichkeit des-selben mochte wohl Vieles beytragen, daß es,gleich dem erstem, unter den Augen des Malersselbst verfertigt wurde. Philcmon und Baucis,die dem Jupiter Gastfreundschaft erzeigen (1612.).Wieder der Engel und Tobias, der hier den Fischträgt (i6,z.). Dann ohne Jahrzahl: Der An-bruch der Morgenröthe, eine Landschaft ohne Fi-guren , dessen Erfindung von Einigen, wohl ohneGrund, Goudt selbst zugeschrieben wird, und zurUnterschrift führt: palstinus Lomes kse.
Die Flucht in Aegypte» beym Mondschein, eben-falls ohne Namen des Malers; und endlich dieEnthauptung Johannis, eine äusserst kleines, bloß2" 5^" hohes und V ^ breites Nachtstückgen inOval, welcher weit für die seltenste unter diesenKunstjuwelen geachtet wird. Rost V. 334—36. .
Goudt oder Gout, (I. F), Maler, geb.zn Berlin, durchreiste halb Europa, und hielt sichum ,730- in Darmstadt auf. Auf diesen Reisensammelte er sich unendlich viele Ideen, die ihn inallen seinen Unternehmungen unterstützten. Auffrischen Kalk malte er meistens Landschaften ausder Schweiz; dann zeichnete er viele Blätter vonRuinen, aus den Gegenden um Speyer, die sichum 1783 bey dem dortigen Kriegsrath Merk be-fanden. Meusel.I. Abendess. MisceU. XV.,34. S. auch unten Gour.
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