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Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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472
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472 Graf.

Graf oderGröve, (Henning), eingeschick-ter Wappenschilder zu Augsburg; blühete umDieHälfte des XVII. Jahrh, von Sterken S. 497.

* — — (Johann Andreas). Irgendwo findetman unter seinem Namen (dann aber doch mit A.Iksot-r/ iav. bezeichnet) ein Blatt eingetragen, wel-ches den Kaiser Leopold mit den 7. Churfürsten,die Stadt Frankfurt in der Ferne (sn perspectivs)vorstellt. Eher aber vermuthen wir, daß solchesobigem Hans Graf von Wien gehöre.

Graffenftein, (Franz Antons Maler undMitglied der Akademie zu Wien, wo er 1717. geb.ist. Er malte hauptsächlich Thierstücke, wovonauch einige nach Moskau und Genua gekommensind. Mensel II.

* Grafft co, (Camillus). Nach F. Salviati

hat derselbe eine Anbetung der H Jungfrau, und,ohne uns bekannten Namen des Malers, ein Abend-mal gestochen. Noch hat der winklersche

Katalog von ihm eine St. Margaretha, den Dra-chen unter ihren Füßen, ein Blatt, welches ledig-lich mit (ÄM. kec. er exe. Romos, be-

zeichnet ist.

* Grafton, ( ) hieß Wilhelm, und war

geb. 1720. — sagt nämlich, wohlverstanden, B<r-sän (Kll. ssc.).

Graham, (I.), ein neuerer englischer Maler,nach welchem H. Dawel 1796- zwey Blatter krin-xels Lli^abetli consineä bv Her 81 stsr, undIVlarzr (Alleen ok 8 cc>ts, on tke mornin§ süs sut-iersä Oestk in LotkerinZba^ Lastls, gelieferthat, an welchen das lournsl kür dilüsnüs Künste228-29. Allerley rüget, wovon man aber zumTheil nicht weiß , ob solches dem Maler oder Ste-cher beyzumessen sey. Erstres zumal wird dortvollends zu mittelmäßiger Fabrikwaare gezahlt.Ob dies der nämliche Graham sey, welcher an-derwärts Kupferstecher heißt, und das in 1799- zuEdinburg erschienene Gedicht: tks kleasures okHops von Thomas Thampell mit schönen Blät-tern verziert hat, ist uns unbekannt?

Graher,( ) Baumeister in Berlin. EineTochter von ihm, welche einige Zeit mit Basedowin Verbindung stand und schon damals Mannsklei-der trug, lebte eine geraume Zeit, unter dem Na-men eines Herrn von verdion in London, undmachte , nach dem Verlust eines ziemlichen Vermö-gens, am End den Sprachmeister, bis sie endlichim Sommer 1802. im größten Elend starb. IhreGestalt und Anzug waren so possierlich, daß einschälkjscher Kupfe-siecher sie abgebildet hatte. Eineinteressante Nachricht von ihr s. im Hamburger-Torrespondenr 9. 1303.

* Grahl, (Joh. Friedrich). Nach seiner Un-gnade bauete er zu Schwedt das vortrefliche Reit-haus dessen Dachstuhl ein Meisterstück von einemkünstlichen Hängewerk ist; und zu Baireuth eineschöne Caserne und sonst einige andere Gebäude.Er starb am letzterm Orte M'colai.

Grarncourr, ( ) ein Maler, nach An-

dern auch Kupferstecher, in Diensten des Kardi-«als von Luynes, gab ,730. LaHenweise dieLebens-Beschreibungen berühmter Männer des französi-schen Seedienstes, nebst ihren Bildnissen ans Licht.Von denselben finden wir irgendwo diejenigen desHerzogs von Dreze, Franz von Vendome Herzogsvon Deaufort, des Marquis du Quesne. und L-V. von Rochouart Herzogs von Vivonne genannt.

Gratn-f) 0 le, (I. le). So heißt ein sonstunbekannter französischer Künstler, nach welchemCl. Melan das Bildniß des Advokaten Ludw. vonOrleans gestochen hat.

Grambs, (Joh. Valentin), ein guter Bild-nißmaler zu Frankfurt am Main; blühete daselbstvon der Mitte bis gegen das Ende des XVII.Jahrh. Seine Gemälde werden mit Vandyks ver-

G r a n.

gliechen, und besonders seine Hände bewundertB. Ph. Kilian, L. Heckenauer, P. Schenk,Striedbeck., Thelot, u. a. haben nach ihm die Bild-nisse meist »»berühmter Männer gestochen. Exmalte auch in der St. Catharinenkirche ermeldterStadt. H. S- Hüsgen S. 89 -

Gramtgnanl, (Anton). Von einem Künst-ler (vielleicht aber auch bloßen Kunstverleger) die-ses Namens führt Heinecke -Vlachrtchren II.3 Zs.) ein kleines Bildniß von Naphael, ohne Na-men des Malers an.

* Grammartca, (Antivedutoi. SeinVaterwar von Siena gebürtig; er selbst aber in derNähe von Rom geboren. Er lernte bey Joh. Domin.Perugino (pittor cli rsmetti). Lanzr l. 339. nenntihn einen geschickten Künstler, der zu Rom eineFigur gespielt, und damals in der Akademie vonSt. Lucas den ersten Platz eingenommen — beson-ders aber ein großes Talent, vorzüglich Köpfe zucopiren besessen, auch solches eines Tags dahinmißbraucht habe, Raphaels St. Lucas auf derAkademie an einen großen Herrn zu verkaufen, unddafür seine Copie hinzustellen, worüber er seinenPlatz verloren. In mehrern Kirchen zu Rom saheman Arbeiten, namentlich agl'Jncurabili eine Ver-kündigung , sehr lebhaft colorirt von ihm, und ebenso, hin und wieder, trefliche Bildnisse.

Grammonr, lder Ritter von), zeichnete dieSchlacht bey Fleurus von 1690. die I Dolivargestochen hak.

Grammorseo, (Peter). So nennt Lanzi(II 2. 352.) einen sonst unbekannten alten piemon-tesischen Maler, der um 1513. für ein Kloster inCasale gearbeitet habe.

Gran, (Cornelius van), ein Künstler diesesNamens wird irgendwo unter die Kupferstechergezählt.

* — — (Daniel). Geb. 1694 (nicht 95.) undgest. zu St Pölten bey Wien 1757 Ein Künstlervon vorzüglichen Talenten, der jene Theile derGeschichtsmalerey in hohem Grade betaS, welchebis auf die Erscheinung von Mengs bald in ganzEuropa als die wichtigsten betrachtet wurden; dienämlich einen schnellen und das Auge reizendenEindruck zu machen pflegen. Grandiöse, aus starkbewegten Bildern bestehnde Kompositionen, Kennt-niß der Optik und Perspektive, allgemeine akade-mische Wissenschaft der Verhältnisse des mensch-lichen Körpers, in großen Massen idealistrte Drap-perie, willkührliche Anwendung des Lichts und desSchattens, eine harmvniöse Farbenmischung, nebsteinem markigten und kühnen Auftrag des Pinkelscharakterisiern sowohl seine als die Werke fast allerandern der bessern gleichzeitigen Geschichtsmaler,namentlich auch unter den Deutschen; wie z. B.der Maulbersch, Palko, Sambach, Strudel, Trä-ger , Unterberger u. s f. Dagegen elegante For-men, geistige und wahre Charakteristik in Köpfen,und jene Feinheit im Ausdrucke, die ein tiefsinni-ges Studium voraussetzt, findet man selten beyihnen; nicht daß es ihnen an Talent und Gefühlauch für diese wichtigern Theile der Kunst gefehlthabe; aber sie mußten sich fast immer nach dem da-mals noch rohen Geschmack ihres Publikums, undvorzüglich der Kloster-geistlichen richten, die ihnenfast allein Beschäftigung gaben; oder der Großen,welche zu den Deckenstücken und andern Zjerwerkenihrer Palläsie u. s. f. nichts als starken Effekt imGanzen federten, und symbolische und mystischeAnspielungen, als den Gipfel des Künstler-genie sbetrachteten. F u ß I r Annalen 1 .59—60. Seinegroße Manier im Freskomalen hatte er sich inItalien erworben. Die Deckenstücke der KaisersBibliothek, von I. I. Sedelmayr nach ihm ge-zeichnet und gestochen, befinden sich in dem Werke:Dilncicla reprsssentatio etc. Libliotüecse Lsssare»etc. ?. I. Zr. Kol. Vielinrs 737.