Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
Seite
509
JPEG-Download
 

Hagedorn.

Hagedorn, (Christian Ludwig von). Kunst-liebhaber, Zeichner und Kupferstecher, geb. zuHamburg 1717. starb zu Dresden 1780. Bruderdes berühmten deutschen Dichters. Da er Mit-qlied vom Corps Diplomatique war, so hatte ersich an verschiedenen Höfen Deutschlands aufge-halten, wo dann der Anblick von Kunstwerkenund der Umgang mit Künstlern seine einzige Er-holung war. Von dem Churfürst Friedrich Chri-stian ward er zum geheimden Legationsrath undDirektor der damals neu errichteten Kunstakademieernannt, welche unter seinem Nachfolger die größ-ten Fortschritte machte. Hagedorns Neigung undEifer für die Kunst war gränzenlos. Ungefähr5c». xadirte Landschaften und Charakterköpfe vonihm sind alle mit einer geistreichen Nadel um1744. u. s. f. bis 1766. verfertigt, und von trefli-cher Wirkung. Auf die Hefte derselben radirteer, nebst seinem Monogramme, den Titel Versuch.Daher der lächerliche Irrthum in Basans Dic-tionnaire, den nachher Geruch auch in das sei-nige übertrug. Rost II. 147. Einen guten Auf-satz über die erwähnten Versuche s. in MeuselsA. Mlsc. IV. 400— 4 o 5 . Seine beyden Schrif-ten, deren das Lex. kürzlich gedenkt, sind: Ksttrs

ä un Amateur 6s In ksmture, avec äeg Lola!»cissemens lnstorigues sur un Odinet et IssHutsurs äeg lablsaux 911! Is compossnt. 8.

vresäsn 755. Dann Betrachtungen über dieMalerey, zwey Theile 8. Leipzig 762. die wahr-haftig noch auf den heutigen Tag zu dem Beßtcngehören, was von Deutschen über bildende Kunstgeschrieben ist. So urtheilte auch LVinkelmann(sreylich schon 1755.) von der erstem (S. dessenBrief an Berendis in der Schrift: Vinkelmannund sein Jahrh. S. 80 ). Seit dem Tode diesesverdienten Mannes gab Torke! Baden eine eben-falls sehr schätzbare Sammlung: llrieke über 61 sKunst von uns an O. r-orr 8.

heiprix 797. wovon seine eignen an seinen Bru-der gerichteten, welche beynahe den Drittheildieser Sammlung ausmachen, vorzüglich großerEhren werth sind.

Hagelgans, ( ). Ein geschickter Dild-

nißmaler von Darmstadt, der sich des VandyksManier nachzuahmen befließ. Er starb aber um1770. für die Kunst allzu frühe. Bernoulli 1U.S. 73 .

Hagemann, (Friedrich), Känigl. preußi-scher pcnsionnirter Bildhauer, und ordentlichesMitglied der Akademie der Künste zu Berlin,starb daselbst 1806. 3 Z. Jahr alt. »Sein biedererCharakter" (liest man in einem kurzen Nekrologvon ihm in Meusels Archiv. II. 1. 202.)»wird seinen Freunden unvergeßlich bleiben."Derselbe war ein verdienstvoller Schüler Scha-dow's. In seinen Kunstwerken stellte er beson-ders jugendliche Gestalten mit vielem Glücke dar.Schon auf der Kunstausstellung von 1802. sahman von ihm das sehr liebliche Bild einer lie-genden Najade. Zu Anfang von 180Z. befander sich in Rom, und gedachte von dort nachParis zu gehn. Ob er diesen Entschluß vollführte,und überhaupt zu welcher Zeit er wieder nachBerlin zurückgekehrt war, ist uns unbekannt. Ein-mal aus dem Salon von i 8 c> 4 > bewunderte manvon ihm neuerdings mehrere Arbeiten, unterwelchen vorzüglich eine liegende Bacchantin mitSchale und Gießkanne, in Marmor, sich aus-zeichnete. Dann zwey Basreliefs, zu Verzie-rung eines Kunsttempels, von welchen das eineden Perikles, das andre den Alexander vorstellt,denen verschiedene Künstler von ihren Arbeitenzur Schau und Beurtheilung bringen. Kennerrühmten daran die geschmackvolle Kunst über-haupt, und die vortrefliche Behandlung der Ge-wänder insbcsonders; fanden aber beyde allzusehr mit Figuren überladen, und die Köpfe allezu groß. Hall. Lirr. Zeit. 1806. Jnrellig. Bl.S. 548 . Noch anderwcrts heißt es von ihm:»Wenige Meister seiner Kunst vermögen, weib-

Hahn. 509

liche Figuren zarter und angenehmer zu bilden,als er es that."

* Hagen, (A. van der). I. Faber hat nachihm das Bildniß von Robert Cony, und I.Watson (1767.) einen Sturm sehr schön inSchwarzkunst geschabt. Bey Brandes heißt erJohann.

— — ( ). So heißt irgendwo, ohne

Weiteres, ein Maler, der um 1782. zu Casselstudirt hatte.

H«genauer, (Friedrich), ein Bildhauervon Straßburg; arbeitete um i 55 o. lange Zeit zuAugspurg. von Srerren.

— — oder Hegenauer, (Joh. Baptist),geb. 1782. ein geschickter deutscher Bildhauer,welcher auf der Akademie zu Wien, als solcheunter Meytens stand, gebildet wurde, arbeiteteum 1770. zu Salzburg, wo er einen großen Brun-nen mit vielen gegossenen Figuren zierte; auchstehet von ihm über einem Thore dieser Stadteine kolossalische Bildsäule des Kaysers Sigis-mund. Von da gieng er nach Wien, wo er zumDirector der Erzkverschneiderklasse bey der K. K.Academie erwählt wurde. Daneben unterwies eran Sonn-und Feyertagen Nachmittags einigeHandwerker in Zeichnung von Verzierungen. Vonseiner Arbeit siehet man verschiedenes in dem K.K. Lustschiosse Schönbrunn. Er hatte auch eineArt von Manufaktur von gipsenen Statüen. Die-ser Künstler starb 1802. mit dem Titel eines aka-demischen Bildhauers Schon vor mehrern Jahrenschrieb er ein Werk von allerhand GattungenOrnamenten, und 1791. ein kleines Pamphlet:Unterricht von der Proportion des Menschen,vom Perspektive, wie auch von der Lichres-und Scharrenlehre, mir 6. Lupferftichen.Füßli I. 17. scheint ihn zu schätzen. Dann sieheferner über ihn: sslicolai Reisen IV. 5 i 4 .Meusel II. Lbendess. Mus. XVI. 284.Ebendess. Arch. II. 167. und Mrc.

Hagenmaier, (Johann), ein geschickterGoldschmied zu Augsburg um 1750.

* Hagens, (Christoph). Ein Verzeichnißmeines sel. Vaters führt von ihm ein Zehnd Bild-nisse (des Admiral Ruyters und Friedrich Span-heims ausgenommen), meist dunkeler Männeran, die von 166Z—81. datirt sind.

Hager, (Adolph Friedrich), Landschaftsma-ler. Derselbe stand 4 «- Jahr als Hofmaler, undzuletzt als Gallerie-Direktor in Churfürstlich Wür-tembergischen Diensten, und starb zu Berlin 1806.im 80. Jahr seines Alters.

— — (Joseph), ein Architektur-Maler, geb.zu Presnitz 1726. Von ihm sieht man in derNicolai-Kirche der kleinern Stadt Prag, überdem musikalischen Chor, eine H. Cacilia (1760.);ein großes architektonisches Gemälde an der Vor-derseite der Domkirche zu Prag (1771.); einenSaal zu Mieschitz in Böhmen, und eine MengeProspekte in den meisten ansehnlichen Gärtendieses Landes; wie es scheint Alles, oder dochgrößtentheils in Frcsco. Er lebte noch 1778.Meusel I. Ebendas. II. (1789.) wird seinerkeine weitere Erwähnung gethan.

Hahn, (Adam und Conrad), von Schwein-furth, arbeiteten dort um 1789. in der Kunstihres nachfolgenden Vaters Joh. Michaels,und zumal der letztre mit vielem Glücke. Meu-sel II.

— — (Conrad), ein deutscher Baumeister;arbeitete in Rußland unter der Regierung Peterdes Großen. Er baute das Kloster Newsky.Meusel Miscell. XI. 27Z.

* — — (Hermann). Ein niederländischerKünstler, geb. um 1626. mit dessen Namen man