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der Galerie zu Dresden zu einer Stufe der Voll-kommenheit, welche alle Kenner an ihm bewundern.Zwar hieß es noch von einigen seiner im Dresdner-Salon 1794 - ausgestellten Arbeiten: In Rücksichtder malerischen Behandlung vermisse man darandas Studium guter Vorbilder, so wie auch daseigene Gefühl; und von Luftperspektive scheine erkeinenBegrifzuhaben. (MenselN-Mus.269.)Mein gleich ein Paar Jahre nachher (1796.) er-langte schon seine Attake sächsischer Dragoner auffranzösische Infanterie, welche er damals in einemgroßen Oelgemäld ausstellte, einstimmigen Beyfall.Späterhin, als jetzt gegen die französische Armeeein russisches Heer durch Böhmen zog, und sichunter selbigem ein Regiment aus vielen Nationengemischter irregulärer Malischer Kosaken befand,schloß er sich an dieses in seiner wilden Art höchstschöne Corps an, und durchzog mit ihnen einengroßen Theil ihrer Marschroute. Mit einem ganzenPortefeuille voll treflicher Studienblatker nach einemso reichhaltigen Gegenstand kam er dann gen Dres-den zurück, und faßte alles Wesentliche derselbenin ein Gemäid zusammen, welches er im größtenQuer-Realfolio mit Wasserfarben sorgfältigst aus-führte und auf dem Dresdner-Salon von 1800.ausstellte. „ Die Jndividualisirung " (heißt es imIII. Heft der deutschen Kunstblätter) „der indiesem Charakterbild dargestellten wilden Kriegerwar dem Künstler äusserordentlich gelungen. KeinKopf, keine Figur zwcymal, welches um so schwererauszuführen war, da in allen diesen Menschen-gestalten die Züge des gemeinen Sclavensinnes überden Ausdruck ihrer besondern Eigenheiten nichtverloren gehen durften. Die Pferde dann sindnicht weniger glücklich dargestellt. Nur gegen dasColorit möchte man gegründete Einwendungen auf-bringen können. Entweder mehr oder wenigerFarbe. So wie es ist, kann man ihm etwasFrostiges nicht absprechen." Heß ist übrigens einso geübter Künstler, daß seine geschickte Hand inOel, Pastell und mit deckenden Wasserfarben gleichschön malt. Eben so lieblich sind seine Handzeich-nungen in Bister, und in Kreiden auf gefärbtemPapiere; und meisterhaft die mit der bloßen Federgeistreich hingeschriebenen. Seine Formen dannhaben wenig Jdealisches; es sind gewöhnliche Na-turen , wie wir sie täglich sehen, aber höchst getreudargestellt, nach ihren verschiedenen Ra<^en; undunser Künstler scheint sogar die Meynung zu haben,daß die Anzahl gemalter schöner Pferde in Ver-hältniß mit der Zahl von solchen stehen müße, dieman in der Wirklichkeit antrift (ein, wenigstenssehr bemerkcnswerthes Paradoxon!). Nach ihmkennt man 1.) Den erwähntenMarsch der UralischenKosaken, nach seiner Zeichnung (nicht nach seinemGemälde) vonStölzel in bloßen Konturen geistreichgeätzt, und sodann von Heß selbst in bunten Tusch-und Deckfarben ausgemalt. Zwey der ersten Exem-plare wurden ihm von Kaiser Pauls I. und desKöniges von Preussen Maj. (von dem letzter»namentlich auch mit dem Diplom eines Ehrenmit-glieds der Akademie der Künste) fürstlich belohnt.Dieses waren so gut als ausgearbeitete Gouache-gemälde , welche an die 40. Thlr. und zuletzt nochhöher zu stehen kamen. 2.) Hierauf ließ er denStölzelschen Kontur von Senf in einer beherztenund kräftigen Aquatinta ausführen. Was dieseletztem an Wärme und Haltung gewannen, dasverloren sie dann freylich an der den Konturexemrplaren eigenthümlichen Originalität; indessen wur-den auch dieselben bisweilen von Heß selber inbunten Deck- und Tuschfarben ausgeführt. Z.)Wurde der StölzelscheKontur auch bloß als solcherverkauft (ein äusserst seltenes Blatt). 4 -) Und end-lich hat Gränicher in Dresden denselben in ver-jüngtem Maaßstabe geätzt geliefert, was aber ebennicht zu den Meisterstücken dieses sonst so geschicktenKünstlers gehört. 5 .) Dann erschienen von ihm1800—1802. zwey Hefte.- Reitschule, oder Dar-stellung des natürlichen und künstlichen Gan-ges des Campagne-Pferdes, mit Kupfernund kurzen Erklärungen in Beziehung auf
Heß.
das Hönersdorfische Werk: Anleitungzu der natürlichsten und leichtesten Art, Pferdeabzurichten, gezeichnet und herausgegebenvon C. A. H- Heß, und gestochen von E-G.Krüger (Leipzig bey Geeger); ein Werk, wel-ches sowohl in Betracht einer richtigen, charakte-ristischen Zeichüung als der reinen und richtigenAusführung durch Krügers angenehme Nadel alleähnlichen Werke übertraf. Das erste Heft enthieltvier, das zweyte drey sanft coivrirte Foiivbiätter.5 .) Und endlich zeichnete er diejenigen zu den Ab-bildungen der Kursachsischen Truppen-Uniformenvon C. G. Richter, wovon das erste Heft 1805.erschienen war. Meusel Arch. III. 98—uz.und Oeffentl. HIachr. Daß sich irgendwo findet,daß er in den Düsseldorfer-Almanach Blatter nachdem Mayländer Pozz geliefert habe, ist wohl zu-verläßig ein Irrthum, und geht obigen Carl denKupferstecher an.
Heß, (Ernest Carl). S. oben Carl Heß.
— — (Ernest Christoph), von Darmstadt, waranfänglich ein Schwerkfeger, und verfertigte in dieserKunst schöne Arbeit; legte sich aber hernach auf dasKupferstechen mit dem Spitzhammer. Er arbeiteteum 1776. zu Augsburg und zu Mannheim nachFratrel, F. Kobell u. s. w. von Sterten S. H8.
— — (Heinrich), geb. zu Zürich 1709. ehe-mals Uhrmacher, nachher Professor der vaterlän-dischen Geschichte daselbst, atzte für sein Vergnü-gen in einer angenehmen Manier etliche kleine Bild-nisse. Er lebte noch 1806.
— — (Johann), ein böhmischer Glasschnei-der, gieng wegen der Religionsunruhen aus seinemVaterlande und fetzte sich zu Frankfurt am Mayn,wo er i(i.. im 84. Jahre seines Alters, fünf Kinderhinterlassend, starb. H. S-Hüsgen S. 211—12.
— — (Johann Benedikt, der ältere, arbeiteteals Glasschneider von 1669—74. Er starb im 38 .Jahre seines Alters. Ebend. S. 212—14.
— — — — — der jüngere, des ebengenannten ältern Sohn, geb. 1672. Derselbe übte,da das Glasschneiden aus der Mode kam, das Edel-,stcinschneiden, und starb 1706. Ebend.S. 214—18.
— — (Johann Friedrich), zugenannt vonHeßltz. Ph. Kilian hat nach seiner Erfindung eineThesis für eine Disputation W. Zbaraölauwsky deSualtova geätzt.
— — (Ludwig), geb. zu Zürich 1760. einesangesehenen Bürgers Sohn, der das Fleischer-handwerk trieb. Derselbe war anfangs für dieKaufmannschaft, nachwerts für den Beruf seinesVaters bestimmt, den er auch wirklich ergrif, da-bey aber zugleich seinem frühen Hang für die Kunst,und namentlich für die Landschaftsmalerey folgte,in welcher er späterhin ein so großer Meister ward.Wie dieser Hang bey ihm erzeugt, genährt, unddurchaus ohne eigentlichen Lehrer, ganz durch eige-nes Genie und unermüdcten Fleiß ausgebildet wurde,findet man in der lesenswerthen Schrift: LudwigHeß, Landschaftsmaler, von I. H. Meyer8. Zürich 1800. Einzig über das Praktische seinerKunst, die Zubereitung der Farben und die Be-handlung des Pinsels, gieng er vorzüglich mitseinem geschickten Mitbürger Heinrich Wüst — dannüber Anderes mit seinen vertrautesten Freunden,Heinrich Steiner, Frendweiler und Lips— über dieRegeln des guten Geschmacks aber hauptsächlichmit dem Dichter Geßner zu Rath. Der Umgangmit diesem letzter»! war für die gänzliche Entwicke-lung seiner ausnehmenden Talente die wichtigsteEpoche. Je mehr er dessen Landschaften studirte,desto schnellere Fortschritte »nachte er in demjenigen,was seine Kunstgattung erst zu ihrer ächten Wurdeerhebt: Nämlich, große und schöne Gedanken indas Gewand der Natur einzukleiden. Hinwiedererfoderte sein erwähnter Beruf, und der damitverbundene Viehhandel öftere Reisen zu den Sennen