Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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549
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Hire.

das Anmuthige zu suchen, ward er weichlich; umseiner Zeichnung Feinheit zu geben^ fiel er in dieManier; er wollte seine Extremitäten angenehmmachen, und er entfernte sich von der Natur.Wenn er indessen die Grazie nicht hat finden können,so muß man doch gestehen, daß er das Graziösegetroffen hat (?)." Dann folgt ebenfalls der Vor-auf des Dunstes, worein er sogar seine Figurenim Mittelgrunde stellte. « Seine Composition hie-nächst war wohl überlegt, der Pinsel frisch, undseine nur zu kalte, geleckte Vollendung, mußtedennoch den" (sogenannten) »Liebhabern gefallen.Seine Landschaften wurden wegen ihrer Reinlich-keit" (nicht Pracht, wie Hepdenreich propreregiebt) »geschätzt; jetzt werden sie nicht mehr ge-sucht, weil sie sich der Natur zu wenig nähern.Er malte auch Bildnisse, und zeichnete sich in dieserGattung unter den Künstlern seiner Zeit aus. Ge-gen dem End seines Lebens sah man von ihm nurnoch sehr sorgfältig ausgearbeitete Stafeleystücke.Sein Geburtsland hatte er nie verlassen, undscheint (sagt de Fonrenai) wenigstens nie in Ita-lien gewesen zu seyn, und sich dadurch entschädigtzu haben, daß er die Werke berühmter Meister,wie z B- Primaticcio's und Meister Roux zu Fon-tainebleau, dann be'onders P. Vcronese's fleiffigstudirte, dessen Figuren-Umriß er nachahmen wollte— was ihm aber durchaus nicht gelang. Zu seinenbeßten großem Werken gehören: Ein Einzug Christizu Jerusalem, und die den drey Marien gescheheneErscheinung, beyde in der Karmeliter-Kirche ander St Jakobsstraße, und die Marter von St.Bartholomäus in der Kirche St. Jaques dü hautPas. Daß er auch mit einer leichten und geist-reichen Nadel mehrere Gegenstände nach seinereignen Erfindung in Kupfer geätzt habe, ist bekannt.Sieben dieser Blätter führt Rost VII. 102. an,von welchen er die große Composition seiner Bekeh-rung von St. Paul in Notre Dame zu Paris dasHauptblatt nennt. Sie sind meist von 1609. u. 40.datirt. Hinwieder haben eine Menge Stecher, wiez. B. l'Asne, Bosse, Bvulanger, Chauvean,Cherpignon, Chevillet, de la Court, Faithorne,Godeftoy, Jourdheul, Kilian, Rousselet undWirz,nach ihm gearbeitet. Ein Derzeichniß meinessei. Vaters führt ungefehr 20. dergleichen Blätter,also nicht über ein Fünftheil seines ganzen Werkesa», das, dem Lex. zufolge in 120. bestehen soll.Zu den beßten dürfte ein Martyrtod St. Sebastiansvon Rousselet und die Georgianerinnen im Bade,in einer reichen Landschaft von F. Godefroy gehören,welches letztre auch der Katalog von Brandes schönnennt. In neuern L-'-gen kennt man nach ihmfür das Nu8ee frsngois gestochen: Laban, der seineGötzen sucht; die Badenden, und einen Sonnen-untergang, alle drey von Marchais gezeichnet, understreb von I. Mathieu, das zweyte von F. Schroe-der, das dritte von G. Eichler gestochen.

* Hire, (Lorenz de la), der jüngere, des nach-folgenden Philipps Sohn, dessen im Lex. unterseines Vaters Namen Erwähnung geschiehet, wirdvon de Fonrenai ebenfalls Philipp geheißen.

* — — (Philipp de la), Sohn des Loren;.Derselbe hat sich auch als Kunst-Schriftsteller ge-zeigt; und kennt man nämlich von ihm ein : Nraicöäo la prutigus cie la peinture, welches denNomoirss lle l'^eallömio cies 8eiences 1 . IX.x. 620. beygerückt ist.

* 7- — (Stephan de la), dessen im Lex. nurbeyläufig zu Anfang des Art. feines Sohns Lorenzgedacht wird, arbeitete eine Zeitlang allerley Preiß-Wurdiges in Polen, rie

<^l'rk, ( ). So heißt bey Basan (Lll.

sec.) ei» englischer Künstler, der um 1/88. diearkadischen Hirten am Grab nach Cipriani gestochenhabe.

. Ar ner, ( ). Ein Künstler dieses Namens,

vu Bildnisse, Jagden u. a. doch meist nach Kupfer-stichen gearbeitet haben. Hagens Tabiner.

Hirschner. 549

Hirschfeld, (Christian Cajus Lorenz), geb.1742. zu Nüschel bey Eutin, Professor der Philo-sophie zu Kiel, Königl. Dänischer Justizrath, undseit 1788. Ehrenmitglied der Akademie zu Berlin,starb 1790. Warum sollten wir diesen treflichenMann, schon des sichern Kunst-Geschmackes wegen,den derselbe in allen seinen Schriften, namentlichaber in seinen Anmerkungen über die Land-häuser und die Gartenkunst 8. Lechz 772. undvornehmlich durch seine Theorie der Gartenkunst5 . Th. 4 - Leipz. 1779—85. so entschieden erwiesenhat, nicht unter die ersten Kunstdilettanten deutscherNation zählen dürfen?

Hirschgartner, (Heinrich und Martin),Söhne eines geschickten Tischlers, letztrer geb 1766.ein Schreiner, erstrer geb. 1770. ein Steinmetz,beyde sehr gute Zeichner. Heinrich studirte zuParis noch besonders die Baukunst. Beyde lebtennoch 1807.

Hirsching, (G- C.) So heißt irgendwo,ohne Weiteres, ein Kupferstecher, von dem maneine gute Anzahl Bildnisse von Gelehrten kenne.Ob nicht, durch irgend einen Mißverstand hiervon dem in 17 . verstorbenen Fried. Tarl Gorr-lieb Hirsching die Rede sey, der sich durch seinekJachrichren von sehensrvürdigen Kunst- undKupferstichsammlungen 8. Erlange» 789. alsKunstdilektanten bekannt machte, und von welchemüberdieß namentlich ein (zwar unvollendetes) ver-zeichniß von Bildnissen der in 1788. lebendendeutschen Gelehrten dem VII. VIII. und XI.Stücke des Meuse Ischen Mus. einverleibtist — scheint uns wenigstens ungewiß zu seyn.

* Hirschmann, (C. M. oder M. C.), dessenim Lex. unter dem Art. Joh. Leonh. gedacht wird.J.J Hayd hat nach ihm das Bildniß des Arztes A.C. Bieler, G- D. Heumann (1/53.) dasjenige desSenator W. S Holzschuhe's von Nürnberg, undC. Weigel des Arztes M. F. Lochners gestochenund geschabt.

— (Johann Hieronymus), dessen imLexikon unter dem Art. seines Vaters Erwähnunggeschieht, geb. zu Nürnberg 1708. lebte noch daselbst(nicht, wie es dort heißt 1766. im 75. Jahr, sondern)1775. Und selbst bey Meusel II. (also 1789.) er-scheint er noch unter den Lebenden.

* — — (Joh. Leonhard). Ein Verzeichnißmeines sel. Vaters führt nach ihm ein zwanzig Bild-nisse von fürstlichen Personen, Gelehrten undKünstlern, von Friedrich, G. M. Preißler, I.Smith, B. Vogel, und C. W. Winklern gestochenund in Schwarzkunst geschabt, an, unter welchenwohl diejenigen von Personen aus dem HauseBraunschweig von I. Smith die beßten seyn dürften.

----- (Sigmund Gabriel), der im Lexikonebenfalls unter Joh. Leonhard erscheint, ist viel-leicht derjenige Kupferstecher, den H. G. HüsgenS. 87. unter den Frankfurter-Künstlern anführt,und von welchem Bildnisse, um 1870. datirt cz. B.dasjenige des Arztes I. Strauß, bekannt sind.

* — — (Thomas), der im Lex. in mehrge-dachtem Art. erscheint. Von ihm führt ein Ver-zeichniß meines sel. Vaters die Bildnisse der AerzteHorlacher, Merklin und Rößer, des WundarztesBartsch, und des Malers Hans Broshammcr,meist ohne einen andern Namen als den seinigen,und von i 685 —gi. datirt, an.

. — — ( ), ein deutscher Maler, der sich

im I. i 8 o 5 . zu Hof in Franken aufhielt, und beyGelegenheit der damaligen Anwesenheit der Königinvon Preussen im Alexanders-Bade derselben ver-schiedene — Produkte seines Kunstfleisses (wiees in öffentlichen Blättern heißn überreichte, diemit einem kostbaren Geschenke belohnt wurden.

Hirschner, (F.), ein Kupferätzer, ist unsbloß durch sein Bildniß bekannt. Von seiner Hci-math und Lebenszeit wissen wir nicht das Geringste.