Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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§§o Hirsch Vogel. His.

" Hirschvc> gel, (Augustin), Emailmalerund Kupferätzer, geb. zu Nürnberg um 1606. unddaselbst (nach gewöhnlicher Meynung) gest. i 56 o.lernte die Kunst bey seinem Vater, und erwarb sichschon frühe den Ruf eines geschickten Mannes.Seine Landschaften waren leicht tokkirt, und hattenetwas Pikantes, das sie den Kennern angenehmmacht; aber die Zeichnung seiner Figuren, beson-ders des Nackenden, ist unrichtig und schwerfällig.»Seine Arbeiten" sagt Rost I. 190. » sind,nichtzahlreich", und (dem winklerschen Katalog zu-folge) von äusserster Seltenheit, meist mit i 545 >u. 46 datirt. Eine gute Litteratur von ein Dutzendderselbe» findet man im erwähnten Gantka-talog. Von historischen: Moses, der mit seinerFamilie (die Kinder in Körben von einem Esel ge-tragen) nach Haus kehrt; Naman vom Aussatzgeheilt; Jesus heißt einen Ackersmann ihm nach-folgen, und: Lohn derer, die ihr Kreuz auf sichnehmen. Dann aber vorzüglich mehrere, meistgeoirgiqte Landschaften; auch eine Marine, woman oben an einem großen Schiffe: lonus liest.Unter den Landschaften ist eine mit i 5 s 3 . bezeichnet;dann nennt Rost 1 . c. eine verzierte Vase, undeinen Degen mit Adlersköpfen am Knopfe. Irgendanderswo haben wir indessen gelesen, daß dasPraunische Kaoinct 78. Blatter von diesem Künstlerbesitze. Und in einem Verzeichniße meines sel. Vatersfindet sich von ihm ein. Blatt mit Hirschen, Rehenund Steinböckcn von 1669. angeführt, welchesauf ein spateres als das oben angegebne Todes-jahr deutet.

— — (Hans), ein solcher ist durch gezeichneteLandschaften bekannt, die sich eben auch in demPraunische» Kabinett befinden sollen.

Hirt, (Aloys Ludwig), seit 1796. öffentlicherLehrer in allen theoretischen Theilen der Kunst beyder Königl. Akademie d'er Künste und mechanischenWissenschaften zu Berlin, ordentliches Mitgliedderselben, so wie auch des akademischen Senats,und Königl. Preussischer Hofrath, geb. zu Becklebey Doneschingen 1759. lebte als Kunstdilettankemehrere Jahre in Rom. In der Schrift: Winkel-mann und sein Jahrh. (S. 060—67.) heißt esvon ihm: »Reifensteins Nachfolger im Geschäft,Fremde in Rom zu führen, war Hirt. Als ge-lehrter Antiquar halten seine Forschungen vornehm-lich die Architektur zum Zweck, worüber er demPublikum ein eigenes, bereits weit gediehenesWerk vorlegen wird. Sonst wollte er, Winkel-mann, Lessing und Mengs entgegen, nicht dieSchönheit, sondern das Charakteristische als höch-sten Zweck der Kunst angesehen wissen. Noch ver-dient er von denen, welche die Kunstgeschichte stu-diern, sowohl als von den Liebhabern der altennaiven Einfalt in Kunstwerken großen Dank, weiler, nach vielem Bemühen, in dem Labyrinth vati-kanischer Kammern, endlich die von Fra Angelicoda Ficsole unter P. Niclaus V. ausgemalte Kapellenoch wohl erhalten wieder aufgespürt hat; beynahedas einzige Werk von Bedeutung, welches in Romaus der frühern Zeit der florentinischen Schule nochübrig ist." Von 1789. an gab er mit L. P- Morizdie interessante Zeitschrift: Italien unä Oeutscü-lanä, in Küclrslcütauk 8 itter>Aedraucl>e, Hltts-

ratur unä Xrrnst, wovon bis 1790. drey Stücke er-schienen waren, und welche, so viel besser als andre,eine lange Fortdauer verdient hatte. Andre seiner indie Kunst und ihre Geschichte einschlagender Schrif-ten führt Meusels gel. Deutsch!, an. So z. B.eine Vorlesung: Ueber den Bunstschay desRönigl. preussischen Hauses (im Arch. d. Zeit,Dez. 1797-), und: Ueber die Charakteristik alsHauprgrundsatz der bildenden Bünste derAlren (Ebend. Nov. 1798).

— — (C. G. oder C. H.), Königl. Preuss.Vauinspektor und Lehrer bey der Provinzial-Kunst-und Bauhandwerksschule zu Breßlau, gab daselbst180/,. den ersten Band seiner Anfangsgründe derschönen Baukunst, oder der Civil-Baukunst

in ästhetischer Hinsicht, zum Gebrauch seinerVorlesungen, welche sehr ungleich beurtheiltwurden. I

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Hirte, ( ). So nennt HeineckeHachx.

I. 73. einen uns sonst ganz unbekannten Künstlersgebürtig von Hanau, der zu Berlin bey A. Pesnegelernt haben, und im Verfolg zum Hofmaler seinesFürsten ernannt worden seyn soll. Noch an einerandern Stelle (l. c. 26g.) nimmt Heinecke den,selben gegen ein Urtheil der Leipziger -Bibl. der !schönen wiss. (B X?) in Schutz, so nämlich, !daß er ihn »den ehrlichen Landschaftsmaler Hirtenin Frankfurt" nennt, »der ganz artige Stücke ver-fertigt hat, die gewiß denen, die heutiges Tagsvon gepriesnen Meistern verfertigt werden, nichtsnachgeben. Wohl möge er anfänglich mitunterSchlechtes gemalt haben, wie es gemeiniglich denengehe, die ums liebe Brod arbeiten müssen."

Hirth, (Adrian Heinrich), des im Lex. ent-haltenen Michael Lonrads Sohn, ein Bildniß-maler, setzte sich i 658 . zu Cüstrin, und erhieltspäterhin (1687.) das Pradikat eines Kur-Bran-denburgischen Hofmalers. Mcolai.

— — (Friedrich Christoph), Michael Con- ^

rads Sohn, geb. zu Durlach 1682. Nachdem erweite Reifen gemacht und vieles gesehn hatte, ver-heyrathete er sich 1717. zu Frankfurt am Mayn,wo er 17-^9. starb. Er malte Bildnisse in Largilliere'sManier. Nachher aber legte er sich allein auf dieLandschaft.^ Sein armseliger Einfall, in einigenseiner Gemälde statt der Kirchenuhren wirklich kleine !Uhren anzubringen, wird — denn was lobt manAlles nicht? von einigen sogar mit Ruhm angeführt,von andern abeb, wie billig, verlacht. MehrereKenner halten ihn dagegen überhaupt für einen ^schlechten Maler. H. S- Hüsgen S. 162.

— — (Heinrich), Fried. Christophs Sohn,geb. 1727. Er malte Bildnisse und reiste öftersfür geraume Zeit hin und wieder. Endlich legte ersich, wie seine Vorfahren, auf das Landschafts-malen. H. S. Hüsgen S. 166.

* — —' (Michel Conrad), Hofmaler zu Ber-lin, seit 1646. mit einem jährlichen Gehalte von

Rthlr. Er malte Geschichte, und große undkleine Bildnisse; von diesen letzrern einige auf Silberund Gold. Jacob von Sandrart, A. C. Kalk,u. s. w. haben »ach ihm gestochen. Erstrer z. B.das Bildniß des Gorresgelehrcen Caspar Lilius.Sandrarr II. 77.

* — — (Wilhelm Friedrich). Der Herzogvon Sachsen-Meinungen erklärte ihn 1727. zuseinem Hofmaler. Er that verschiedne Reisen;besonders durchwanderte er die Alpengebürge derSchweiz, wo er über hundert merkwürdige Gegen-den nach der Natur zeichnete. Er staffirte öftersdes ältern Schützen Landschaften mit schönem Vieh,und Seekatz zierte ebendieselben mit Figuren. Hirchstarb 1772. im 5 i. Jahre seines Alters. H. S>Hüsgen S. 164—62.

Hirzel, (Heinrich), ein Gelehrter und Malervon Zürich, lernte bey Joh. Casp. Füßli um 1720.und legte sich vornehmlich aufPferdstücke und Land-schaften; arbeitete aber meistens nur für sein Ver-gnügen. Späterhin ließen ihm die Kanzleygeschaftein seines Schwiegervaters Herrschaft Weiningenfast keine Zeit mehr für die Kunst übrig. Er starb 1790.

— ^ — (Susanna), Heinrichs Nichte, jetztvermahlte Gtt, geb. 1771. malte ohne Anleitungum 179». mit Pastell und Oelfarben Bildnisse nachdem Leben, welche die beßten Kenner in Erstaunensetzten. Ein Bruder von ihr, I. Caspar, einSchweizer-Offizier in französischen Diensten, ver-fertigte mit Tusch vortrefliche Zeichnungen nach derNatur. Die erwähnte Dilettantin lebte zu Zürich1807. Ihr Bruder starb 18 .

His, (I. von). So heißt irgendwo ein fran-zösischer Kupferstecher, von dem man ein Bildniß