Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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Hohleisen.

Holart. 557

-?aqe zu Messen, deren End eine frühe Anlage zurüektik beschleunigt halte. Bildnisse in Miniaturmalte er für Kenntlichkeit und Wahrheit unüber-tteflich- » 3 » seinem Inkarnats", (sagt Junkerin einem lesenswerthen Aufsätze über diesen PrinzenMensel Mus. XVI. 208—29.) „war ein Leben,ein Saft, ein Schwung der Farbe, den unter allenMiniaturmalern, die ich kenne, sonst nur Fügeterreicht hat. Noch hoher aber rechn' ich ihm ansein schnelles korrektes Zeichnen, und seinen Ideen-Reichthum." Für Charakterzeichnungen hatte ereine wahrhaft Hogarthsche Laune. Dann bofsirtsund schnitt er (dieß war besonders das Lieblings-aekchaft seiner letzten Jahre) mit außerordentlichemGlück in Elfenbein. In Msusels Miscell.VI. ich endlich, findet sich von ihm ein Aufsatz:Auszug eines Schreibens aus K. über einigefarbiqre Kupferstiche, das, zwar wenig bedeu-tend,doch immer von dem richtigen Urtheile diesesseltenen Fürstensohns zeuget.

Hohleisen, (Johann Christian), ein Stem--pelschneioer zu Augsburg , der nebenbei) die Stelleeines Adjunkts der dortigen evangelischen Kirchebekleidete, wird von Steeren S. s 58 . angeführt,und ist uns durch sein Bildniß bekannt.

>, — — (Franz), ein Stahlschncider, dessenRainen auf Augsburgischcn Thalern um i/6ch vorund nach, gefunden wird. Er arbeitete besondersfi'it die Stande des Schwäbischen Kreises. Samm-lung u. s. f. X.o ss',7.

Hohuer, (Melchior) Soheißt,ohneWeiteres,ein Kupferstecher, von welchem ein Bildniß einesSkraßburger-Prof. der Theologie, Ioh. Schmidt'sangeführt wird.

»Hose oder Hope, (Niklaus van), geb. zuAntwerpen um 1(126. (Basau Lä. seo. sagt,wahrscheinlich unrichtiger, zu Lüttich 162^.) undgeltvrbe» zu Wien um 1710. In der KK. Bilder-galerie daselbst siehet man zwey große FsldschlachteNvon ihm. Für das Kabinet von Leisters hat ertheils gezeichnet, theils gestochen. Rost VI. 178.und ein Verzeichniß meines sel. Vaters führen vonihm meist aus besagtem Kabinet an: Eine Mariaunter einem Baldachin mit St. Hieronymus, nachBaroccio; eine Judith, nach Caliari; einen Cu-pido der den Bogen spannt und einen Raub desGanymed, nach Correggio; einen todten Christlind Maria auf den Knieen, nach Fcti ; eine Ent-hauptung St. Johanns, nach Quellinus; Christusund die Samaritanerin, nach Raphael; Apollound die Musen, nach Tintoret; einen Besessenen,nach M. de Vos, und einen St. Marc nach seinereigenen Zeichnung. Hinwieder haben, ebenfallsnach seiner Zeichnung und gleichfalls für das Ka-binetTenier gestochen: I. Oßenbcck, und Franz(nicht, wie Kost sagt, Johann 1 van Steen. Letztrereine Perspektive oft ermeldten Kabincts; dann nachDürer, Guido, Manfred!, del Sarto, Tikian uttdVarotari; erstrer nach Bassan, Fetti, Palma,Polyöor und Tintoret; Alles dies elend genug.Dagegen führt dann der winklersche Katalognach ihm s. v. Hor/e die Sünde unsrer ersten Elternvon R. Custos gestochen, und besonders das vonW. Rhein zu Wien (178g.) schon geschabte Blatt:tks snsmourscl olä lVIsn, und endlich der Ka-talog von Brandes das Innere eines Bauern-wirthshauses, wo mit Karten gespielt wird, nachrhm , von Premier, wahrscheinlich aus den ebenw dürftigen Stichen dieses letztem von der Wiener-Valerie, und wieder ein anderes Verzeichniß:^>mbu8 Valsmitatis human! ^eneri8, in 9. Blät-ter von W. Kilian an.

H 0 in, ( ). Kasan (L-l. »ec.) nennt ihn:

Claudius. Derselbe war Maler und Mitglied derAkademien zu Toulouse und Dyon, im XVIII.Jahrhundert. St. Fessard hat nach ihm ^lle^oris

äsäles aux Nanes cls Aorat, Und MouchyI'lilousll äs la 83AS88S und ls pchluäo amoursuxgestochen. Hinwieder kennt man von ihm, nachGreuze's Zeichnung, einen Tod der H. Magdalena,in Tuschmanier (1788).

---Hol. S. Holl.

Holanda, (Albert von), ein alter Glasmalerdes XVI. Jahrhunderts, der vornehmlich zu To-ledo und Avila in Spanien arbeitete.Fionllo IV. gg.

— — (Anton von), ein Portugiese von Ge-burt soll, wie sein nachstehender Sohn, Franz,versichert, der erste gewesen seyn, der die Minia-turmalerey in Portugall empoxbrachte. Seine Grauin Grau ausgeführten Arbeiten dieser Gattung ver-dienen das größte Lob, und Carl V. sagte: Daßsein von ihm zu Toledo verfertigtes Bildniß (womag es hingekommen seyn?) weit treffender als daszu Bologna von Titian gemalte sey. Fiorillo IV. 88.

— — (Franz von), obigen Untons Sohn,

geb: zu Lissabon, der mit der Miniaturmalerei) dieArchitektur verband, sehr geübt inThon modellirre,und meisterhafte Zeichnungen mit der Feder zu ent-werfen wusste. Er bildete sich nach seinem Vater,und unterwies den Prinzen von Portugall in derMalerey. Zwey schöne Miniaturen von ihm, eineAnkündigung der Maria und eine Ausgießung desH. Geistes, befinden sich in einem Brevier KönigsJuan III. Sie sind mit einzelnen Punkten aus-geführt, nach der Manier welche Jul. Clovio auf-gebracht hakte. Erwähnter König schickte ihn auchnach Italien , wo er nach der Antike ssudirte, undseine Kenntnisse durch den Umgang'mit MichaelAngelo und gedachtem Clovio sehr erweiterte. Hie-rauf unternahm er, auf Befehl seines Monarchen-die Miniaturen in den Chorbüchern des Königl.Klosters zu Tomar. Nachher' hielt er sich eine Zeitlang bey einem geschickten Maler und Baumeister,Blas Perea, in Gallicien auf, und schrieb dortihre Unterredungen über die Kunst nieder, worausEndlich ein Buch unter dem Titel: äs! 8ncar äslUgtural entstand, welches viele schätzbare Ideenenthält. Ein andres Werk von ihm: Ueber dieMalerey der Alten, wird handschriftlich in derBibliothek der Akademie Sän Fernando aufbewahrt,wurde aber in i 563 . von einem portugiesischenMaler, Man. Denls, ins Spanische übersetzt.Nachrichten noch von andern Schriften dieses ge-schickten Mannes finden sich in der kibllockiscaVu8itana vonBarbos, und in den Supplementendazu. Fiorillo IV. 88-89. Eine Handschriftmeines fei Vater vermuthet, daß dieser Künstler,welchen auch Guarienri s. v. anführt/

kein Andrer als Franz Floris sey, von dessenAufenthalt in Spanien indessen vermander, dervon diesem letztem die beßken Nachrichten giebt,nichts meidet.

— — (Giralte von), ein alter Glasmaler desXVI. Jahrhunderts. Arbeiten von ihm finden sichin der Kathedrale zu Cuenca in Spanien. Fl'oriUoIV. 188.

— — (Niklaus von), Alberks Sohn, ar-beitete, als Glasmaler, mit demselben zu Avilain Spanien. FiortUo IV. 99.

— — (Roderich von). So nennt Fiorillo(IV. 189.) einen Künstler, der in den letzten Regie-rungsjahren Philipp's II. zum Königl. SpanischenHofmaler ernannt wurde, und diese Würde, miteiner angesehenen Besoldung, auch unter PhilippIII. beybehielt. Allein von feinen Werken findetman keine Spur mehr. *)

Holart, (Johann). Nach einem uns sonstunbekannten Maler dieses Namens hat Edelink(1697.) das Bildniß des Herzogs Ludwig von Bout-bon, und Jeurat (1716.) dasjenige des Abt H. A.Aug. Fauvel's gestochen.

") In wie weit Giralte von Holanda mit Albert und Niklaus (den Glasmalern), und Roderich, entweder,ebenfalls mit diesen, oder (wahrscheinlicher) mit Anton und Franz (den Miniaturmalern), in Verbindungstanden, ist uns unbekannt. Alle schienen aus Spanien zu seyn.