Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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-558 Hokbach

Holbein.

Holbach, ( ). Von einem sonst unbekann-

ten Künstler dieses Namens wird irgendwo ein mit1622. datirtes Bildniß des Dr. Joh. Winkelmannsangeführt.

* Holbein, (Ambrostus und Bruno), desjungem Hans Holbeins Söhne. Mchreres, alswas" von ihnen im Lex. unter dem Artikel ihresVaters gedacht wird, ist uns nicht das Geringstebekannt.

« — — (Hans), der altere- dessen im Lex.zu Anfang des Art. seines Sohns kürzlich Erwäh-nung geschieht, Maler und Formschneider, wurde,nach einer unsrer Handschriften um 1628. in dasGesellschaftsbuch der Künstler zu Augsburg einge-schrieben ; was uns aber auf die Vermuthung führt,daß hier von einem andern Hans Holbein die Redesey, von welchem Patin in der dem I.->us StuItitiBvorgesetzten Vita llolbsnii sagt, daß er um dienämliche Zeit, wo dieser in Basel, jener in Augs-burg gelebt habe. Und wohl eher diesem zuAugsburg gebliebenen, als dem von dort nachBasel gezogenen Holbein gehören die einen, viel-leicht alle die Arbeiten, welche Füßli I.iö—14.dem Vater des großen Holbeins zueignet: Derenglische Gruß, ein großes Gemälde im S.t. Ca-tharinenkloster zu Augsburg; das Leben Pauli, mithalb lebensgroßen Figuren und der Umschrift: Prä-sens 0PU8 complsvit sokannss kkolbsill sivis^uZustanus, in eben dieser Stadt; noch ein an-dres eben daselbst, wo er seinen Namen und dieJahrszahl 1499. in eine Glocke zeichnete; und end-lich ein viertes nicht näher benanntes, für welchesein Herr von Wellberg — unglaublich zu hören!etliche 1000 fl. bezahlt haben soll.

— der jüngere, geb. i 4 g 5 .od.er 98. Das frühere ist das Wahrscheinlichere,da sich schon zwey Bildnisse seines Vaters undseines Bruders Sigismunds in Originalzeichnung,von i5i2. mit eigner Hand datirt von ihm finden,welche die Fähigkeit eines vierzehnjährigen Knabenübersteigen. Eben so streiten Basel, Augsburg undGrünstadt in der Unterpfalz um die Ehre sein Ge-burtsort zu seyn *). Der fast immer zuvcrläßigeSandrarr stimmt für Basel. So viel ist gewiß,daß sein Vater vor oder nach des jüngern HansenGeburt von Augsburg nach Basel gezogen, undsich, so wie nachwerts auch seinen Sohn in dasdortige Zunstbuch, als seinen Lehrknaben ein-schreiben ließ. Seinen Vater und Meister nennen dieMehrern einen guten, andre einen mittelmäßigenMaler, was sich am Beßten durch die in vorher-gehendem Artikel angeführten Arbeiten würde be-stimmen lassen, wenn man nur wüßte, ob es wirk-lich die ftinigen sind? Wie dem immer seyn mag,desSohns vornehmste Lehrer waren sein ungemeinesGenie, und sein Jugendfleiß. Nicht unwahrschein-lich müßen seine vsrtrcflichen Arbeiten, die sich inBasel noch letzt von ihm befinden, und namentlichsein Passion (für welchen im I. i 644 -der KurfürstMax von Bayern dem Magistrate erwähnter Stadt3 o,ooo. fl. vergebens anbot) Arbeiten seiner frühe-sten Zeit seyn. Wenigstens fand der Graf vonArundel, welcher schon eine geraume Zeit früher,ehe Holbein wirklich nach England gieng, ihn zudieser Reise bewegen wollte, durch das, was er inBasel von seinen Werken sah, bereits Ursache, seineungewöhnlichen Talente zu bewundern, mit welchenfein unordentliches und schwelgerschcs Leben in demgrellflen Contraste stand. Und da vermochten selbstFreunde, wie Erasmus und Amerbach (ohne derenHülfe er mehr als einmal mit Weib und Kindernhätte Hunger leiden müssen , nichts über ihn. Auchschrieb der erstre, als er des Künstlers Zeichnungzu den Worten Lpicuri äs ArsAs porsus für seinLnoorniuru glorios ansichtig ward, sofort: HansHolbein dazu. Endlich brachten der Lauf von

etlichen Jahren, seine anwachsende Fgmilie, seingeringer Verdienst (in einem Lande, wo aus man-nigfaltigen Gründen die Zahl der Künstler die Zahlder Abnehmer von jeher überstieg), seine dabe»immer sürdauernde lüderliche Lebensweise, dieernsten Bescheltungen seiner Frau, und das klügereZureden seiner beyden Freunde — ihn denn dochzudem Entschlüsse, mit einem Bildnisse von Eras-mus und seinem Empfehlungsschreiben an denGroßkanzle.r Morris, die Reise nach England imI. 1826. wirklich anzutreten. Ein Paar Jahrewohnte er, fast völlig verborgen, in dem Hausedes erwähnten vortreflichen Mannes, der die erstenFrüchte von Holbeins Kunst in England sammelte,dieselben dann, und — den Künstler selbst, deinKönige Heinrich Vlll. zum Geschenk machen wollte,und jenen wohl am Beßten damit belohnte, daßder tägliche Umgang mit ihm und andern edeltrMännern, die sein Haus besuchten, Holbein baldzu einem ganz andern Menschen umwandelten.Heinn'ch's Benehmen bey dem erzählten Auftrittsder in des Kanzlers Hause vorgieng, war nichtminder edel. Er gab dem letztem die Gemäldezurück: « Weil ich den Künstler habe, so hab' ichgenug"! nahm ihn dann mit sich nach Hofe, be-schenkte ihn fürstlich, und Holbein war von nunan sein Liebling. Auch kennt man dieses Monarchenwahrhaft königliches Wort gegen den uugestümmenLord, der sich in Holbeins Werkstätte mit Gewalteindringen wollte: »Kann ich doch aus siebenBauern sieben Lords erschaffen, und aus siebenLoros keinen einzigen Maler". Nachdem er eineMenge wunderschöne Arbeiten hauptsächlich fin-den Hof, und für. einige englische Große vollendethatte, gieng er eine kurze Weile ins Vaterland,wo die vornehmsten Bürger sich um die Wettebeeiferten, dem — Hochgeehrten Ehre zu erweisen.Allein er wies sie von sich , widmete sich ganzseinem Weib, seinen Kindern und seinen altenFreunden — beschenkte die Letzter», vergaumte dieSeinigen vor Mangel, kehrte wieder nach Lon-don zurück, und kannte von nun an keine anderePflicht und kein anderes Vergnügen, als seinemKönige zu dienen, und unsterbliche Werke zu er-schaffen. Es ist unmöglich die Anzahl seiner Ge-mälde und Zeichnungen zu beschreiben, die er indem Lauf eines nicht sehr langen Lebens verfertigte.Die Zahl derselben übersteigt allen Glauben. Zuseinen schönsten Arbeiten gehören: Heinrich VIU.auf dem Thron, dem die Wundärzte zu Lande»ihre Privilegien übergeben, in dem Saale dieserInnung; der Triumph des Reichthums, derStand der Armuth, und das Bild einer englische»Dame in Lebensgröße, in weiß nnd schwarzenAtlas gekleidet, im Pallafie Pembrock. Danabrachte der oben erwähnte Graf voiz. Arundel eineordentliche Galerie seiner Gemälde zusammen; undeben so ganze Bücher voll Zeichnungen mit schwar-zer Kreide, getuscht, oder bloß mit der Federschraffirt, als wären es Kupferstiche, welche nochSandrarr sah und bewunderte; neben Andern! einePassion in 22. Blättern, so fein als ob es getuschtwäre (in dieser stellte er den Erlöser jedesmal alseinen schwarz gekleideten Mönch vor). Auch indem Königl. Kabinette befindet sich ein großes Buchvoll Zeichnungen von allerley Dolchgefäßen, Gür-telknöpfen zum Königlichen Rocke, HutschnürenSchuhspangen und Anderm zum Königl Schmucke;dannTafelgerarhe, Messer, Gabeln, Salzfässeru. s. f.in der buntesten Mannigfaltigkeit. Ueberhauptschien er gerne und oft auch für andere Künstler,Goldschmiede, Kupferstecher u. s. f. zu zeichnen-Er bossirte in Wachs, malte in Miniatur, undübertraf hierin den Königlichen MiniaturmalerLucas sehr weit, weil er ein besserer Zeichner war.Das Königliche Kabmct in Frankreich besaß schonvon Alters her neun Gemälde von Holbein: DasOpfer Abrahams, und acht Bildnisse. Die Galerie

") E-n Schreiben des verstorbnen tübingischen Pros. GepbolS über Holbeins Geburtsort f. im deutsche»Mus. >. 778 . Jul. S. 44-54-

käm« hätte kein Ruhm den Rath zu Bakel bewogen, ihm einen Jahrsgehalt von 50. fl. doch mitdem Beding auszusetzen, daß er inner zwey Jahren nach Haus kehren sollte-.