Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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573 H übn er.

er sich in Rom ein Paar Jahre fast einzig mitWasser und Brod aushalf, aber nichts desto mindermunter und fleissig in allen Kirchen (die Galerienwaren ihm einsweilen verschlossen), nach Gemäldenund Sculpturen, schön und rein mit schwarzerKreide oder Tusch zeichnete — vielleicht wohl garauf den Kirchenstiegen seine Nächte zubrachte, mußin einem Aufsätze von Meusels Misc. I. 84 —93. nachgelesen werden, aus welchem unsre Nö-tigen entlehnt sind. Seiner Gesundheit wegenmußte er, nach einem nicht viel mehr als einjähri-gem Aufenthalte, nach Deutschland zurückkehren,und gieng nun über Salzburg nach Prag, wo ernach Friedrich Braendel, hauptsächlich im Colo-riren, seine Studien fortsetzte. Seine Talente undseine gute Aufführung erwarben ihm allgemeineAchtung, und eine wackere Frau. Bald malte erein Paar Altarblätker, wovon jedes ihm mit 1000.fl. bezahlt wurde. Auf vieles Zureden seines Vatersließ er sich endlich mit seiner Familie in seiner Hei-makh nieder. Da muß man I. e. wieder lesen,welche Begriffe Hueber der Sattler von der Kunsthatte, und wie er den armen Menschen mit Weibund Kindern aus dem Hause stieß, weil Josephihm eine Madonna nicht nach seinem ledernenSinne malte. Mittlerweile konnte sich letztrer mitseiner Kunst nur dürftig ernähren. Bilder, andenen er wohl 6. Wochen mit äusserstem Fleißgemalt, wurden ihm höchstens mit 3 . Dukatenbezahlt. Die wirklich bisweilen zu hoch getriebenenSchatten in seinen Gemälden wollten nicht Jeder-mann gefallen. Von seiner zwar nicht anatomischrichtigen, aber nicht minder schönen Zeichnung undnoch schönern Gedanken hatten eben so nur Kennerden gehörigen Begriff. Ueberhaupt bildete er sicheinen ganz eigenen, zwischen dem deutschen unditalienischen inne liegenden Styl. Seine Farbewar dick, fett und rein geschmolzen aufgetragen;in der Ausführung stand seine Arbeit der zartestenniederländischen nichts nach, mit welcher sie übri-gens im Geschmacke keine Aehnlichkeit hatte. Zueinem einzigen Kopfe mischte er oft an die 200.Farben mit der äussersten Reinlichkeit auf seinePalette, und er kannte einige Erdfarben, die sonstfast allen seinen Kunstgcnossen verborgen blieben.Seine Bilder bestehen fast alle in Stafeleygemäldenmittlerer Größe; die Gegenstände aus dem Lebenund Leiden Jesu, oder aus den Legenden, dieaber, mit wenigen Ausnahmen, meist in unver-ständige Hände gerathen sind. Aeusserst religiösund gewissenhaft in allen Dingen (dabey übrigenseines heitern und zufriednen Gemüths, bescheiden,freundlich und gesprächig) fieng er seinen Tagimmer mit Gebet an. Seine schlimmen Beinemußte er bey der Arbeit fast immer eingehüllthalten. Oft konnt' er sich auch (0 der deutschenKunst!) aus Mangel des Geldes im Winter keinHolz halten. Er starb wenige Jahre nach seiner —unglücklichen Heimkehr in Jmß, in 1772. undbehielt seinen Verstand und frohen Sinn bis ansein Ende. Eine tugendhafte Gattin, zwey kleineSohne und sein harter Vater überlebten ihn.

* Hübner, (Bartholome), geb. zu Augs-burg glaublich 1727. nach Andern 1707. wieder nachAndern (wohl irrig) schon 1718. und gewiß amirrigsten (nach Basan stä. seo.) 1766. zu Wien.Derselbe lernte das Kupferstechen bey I. D. Herz;alsdann kam er nach Basel und arbeitete in C. vonMechels Verlage, wo, unter des letztem Namen,von ihm kleine Bildnisse, wie z. B. des Mühlhauser-Kanzlers Jos. Hofers und des Baseler-Staats-sekretärs Jf. Jselin's (178h.) beyde nach Hickel,und des Pros. Lconh. Eulers nach Handmann er-schienen, welche an Zartheit Ficquek's ähnlicl.iArbeiten fast gleich kamen, und sie dafür an Kraftübertrafen. Von Anderm kennt man von ihm z. B.das Abendmal, nach Holbein aus der Baseler-Bibliothek; das schöne Titelblatt zu der Düsseldor-fer-Galerie, nach Guidals Zeichnung; la pimrma-cis rusticpis, ou Llramdro cio lVIieliel ^oduppacb,nach Locher, u. a. Dann das Grabmal'der Frau

Huert a.

Langhaus, nach Nahl, und Kaiser Joseph is.Gesellschaft der Erzherzoge und einiger Generale zuPferde, nach Christ. Brand. Auch hatte er Antheilan dem yedlingcrschen Medaillen-Werk, und lebtenoch um 178g. Mensel l. II. und Rost 11.226-27,

Hühner, (Carl Wilhelm), hieß noch 1778.bey Mensel I. Hof-Armaturen - undFahnemnaläzu Berlin; dann aber erhielt er 178g. (S. Men-sel II.) die gebührende Ehre, mit dem Beysatze:„Fällt, als bloßer Anstreicher, gänzlich weg."

— — (Jakob), Natur-und KunstzeichnerwAugsburg. Derselbe gab um 1796. daselbstzwey Bde.(Med.Oct.) Beytrage zur Gesch. der Schmet-terlinge, mit 22. ausgemalten Kupfern (6. ff)und vier Lieferungen: Sammlung auserlesenerVogel und Schmetterlinge, mit ioo. ebenfallsgemalten Blättern (12. ff. 26 . kr-), wovon es i„Meusel's M Miscell. ll. 255 — 56 . heißt:

„ Ein Kenner versichert, daß diese Arbeiten derNatur möglichst gleich kommen, und glaubt, daßman die Bestimmtheit der Zeichnung und des Cha-rakters dieser Thiere nicht höher treiben könne."

— — ( ). So heißtauch irgendwo, ohneWeiteres, ein Maler, der bey Schönau in Dres-den gelernt habe.

— — ( ). Und eben so ein Edelsteinschnei-der, der um 1730. gleichfalls zu Dresden gear-beitet habe.

Hübsch mann, (I.) So heißt irgendwo,ohne Weiteres, ein Kupferstecher, von dem manz. B. das Bild»iß des Rechksgelehrtcn B. Nuffcr,und eine Ansicht der Dreycinigkeitskirche zu Ae-gensburg kenne.

Hübne oder Hüne, (A. C-), ein deutscherGeschichtsmaler, geb. zu Hamburg um 1760. an-fangs Schüler eines geringen Landschaftmalers,Schönemanns, unter welchem er zahmes undandres Geflügel in dessen Landschaften malte.Sehr jung (schon um 1772.) kam er, durchweichenGlücksstern ist uns unbekannt, nach Italien, woer vierzehn Jahre verweilte, und unter Tischbein,

. Lorelli und Mengs gute,Studien machte. Uni1784. zeigte er sich als ein geschickter Bildnißmalcrwieder in Hamburg, und gieng späterhin nachSt. Petersburg, wo er bereits um 1790. arbeitete,und dort (1794.) als Adjunktprofessor in die Aka-demie aufgenommen wurde. In dieser Eigenschafterscheint er noch im Russischen Hofkalender von1804. Zu seinen beßken Arbeiten zählt man eingroßes historisch-allegorisches Bild, welches dieBesitznahme von Taurien vorstellt. FiorilloRl. Schr. II. 57. u. 71. Hamh. Bünstl. Mchr.21—22.

HüIlmann, (Gottlieb Wilhelm), ein deutscherKnpferstecher, geb. zu Meißen 1765. zeichnete zu-erst aus der Akademie zu Dresden, und genoß als-dann in seiner eigentlichen Kunst des Unterrichtsvon I. G. Schulze mit gutem Erfolge. SeilerS. i 5 g. Ohne Zweifel ist es derselbe der seither(180Z.) vereint mit Darnstedt und Schumann, dirPlatten zuSrieglsy Gemälden von Gärten !l'in neuern Geschmacke, nach Zeichnungen von j

Siegel; ferner 21. saubere Rachstiche zu der um >

1806. erschienenen Uebersetzung der Englischen !ländlichen Baukunst von Iames Malron !

geliefert hat, welche indessen die Jen- L. Z. 1806.

S. 480- so gut als ei» schlechtes Werk nennt, dader Verfasser seine Kunst bloß auf sogenanntemalerische Art behandelte.

7 Huerra, (Caspar della), nach ffiorillo(IV. 071.) geb. in der Provinz Cuenca 1646- undgestorben i/ich kam als Jüngling nach Valenzia,und hatte eine brennende Liebe zur Malerei), fandaber nur einen mittelmäßigen Lehrer, der ihn kaummit den Handgriffen bekannt ma-cyen konnte. Ersah sich also gezwungen bloß nach Kupferstichen zuarbeiten, brachte es aber durch eisernen Fleiß st