Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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606
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6c>6 Zuanez,

Junnez, (Vincenz), von Palomino und auchvom Lex. s. v. Juanez irrig Johann Baptist»genannt, und eben so wenig, wie jener sagt,Raphaels Schüler, da nach seiner Grabschrift(St. 1679. 56 . I. alt), sein Geburtsjahr in 1623.somit nur zwey Jahre (oder gar, wenn er, wiedas Lex. nach velasco sagt, um iö 4 o. geborenwäre, volle zwanzig Jahre) nach Sanzio's Todfällt. Wohl mochte er sich nach den unsterblichenWerken desselben gebildet haben, wenn man aufdie Schönheiten seines Skyls, auf die richtigeZeichnung und den Ausdruck und Adel seiner FigurenRücksicht nimmt. Nach seiner Rückkehr aus Italienließ er sich zu Valenzia nieder, und stiftete dort«ine eigene Schule. Dieser Künstler beschäftigtesich nur mit religiösen Gegenständen, und war sofromm, daß er kein Werk unternahm, bevor ernicht das H. Abendmahl zu sich genommen hatte.(S. hierüber das sonderbarste Detail bey de Fon-renai, nach Palomino). Seine Werke habenganz die schmucklose Einfalt der alten spanischenKunst. Die Gesichtszüge seiner Figuren sind sanftund unschuldig, Haupthaare und Bart mit unge-meiner Sorgfalt ausgeführt, die Gewänder gutgeworfen, und das Ganze in dem Geschmack deralten römischen Schule vollendet. Wohl über-treibt Palomino sein Lob, wenn er die Arbeitendes Zuanez für eben so vollkommen, als die vonRaphael hält; doch auch der Abt Ponz behauptet,daß sie sich ausserordentlich ähnlich sind, und daßviele derselben, wegen der richtigen Zeichnung, dessprechenden Ausdrucks und der gefälligen Grazie,wie nach mündlichen Vorschriften Raphaels undunter dessen unmittelbaren Leitung verfertigt zu seynscheinen. Unter seinen zahlreichen Gemälden zuValenzia gehören zu seinen Meisterstücken: EineTaufe im Jordan in der dortigen Kathedralkirche,und in dem daran stoßenden Kapitelssaal eine H.Familie, welchemit Raphaels Madonna del Pesce«ine auffallende Aehnlichkeit hat. Dann eben dort,in der Sacristey, sein herrlicher Fall des St. Pau-lus; in der Parochialkirche St. Niclans, nebenAnderm, ein Abendmal; in der ehemaligen Jesuitcr-Kirche eine Empfängniß Maria, welche mit Rechtfür ein Wunder der Kunst gehalten wird; bey St.Dominicus eine reitzende Madonna auf einemgoldenen Grund, deren Aechtheit jetzt entschiedenist; und endlich in der Parochialkirche zu Bocai-nente ein Altarblatt mit den vier Kirchenlehrern,das auch seine letzte Arbeit gewesen seyn soll. F-'o-rr'llo IV. 119—21. Auch das Todesjahr diesesKünstlers wird ungleich angegeben, und sonst über-all, ausser bey Frorillo, in 1596. immer aber seineLebensfrist auf ü6. I. gesetzt.

Juarez. S. Suarez.

Zubrer, ( ), ein französischer Künstler,

Schüler von Bonnet, von dem uns nichts weiterbekannt ist, als daß er um 1760. nach C. Huet'sZeichnung zwey Blätter: Ostrarche a' l'Lsperancc6t a' l'^mitie gestochen habe. S-rLMr L6. 86c.und Mrc.

Zu den, (S.) So heißt irgendwo ein Me-dailleur, der um 1770. in Rußland gearbeitet habe-

* Judkins, (Elisabeth). Nach Cotes kenntman von ihm das Bildniß der Lady Fr. Dridges;nach Reynolds dasjenige der Schauspielerin Bel-lamy, und: tÜ6 carelull 8k6ykeräe88.

Züchzer, ( ). So heißt ein Künstler,

wahrscheinlich an der Porzellanfabrike in Meißen,von welchem man auf der Dresdner-Kunstaus-stellung von 1800. zwey Figuren chi sächsischemPorzellan, en Biscuit sah: Den Läufer vom Ka-pitol, und das florentinische Mädchen mit Knochenspielend, von welchen es aber hieß, daß solcheähnlichen Arbeiten aus gedachter Manufaktur nichtbeygekommen seyen. Deutsche Runftbl. 111 . 34.

Züchzger oder Züchzer, ( ), jünger,

ein uns bisher unbekannter deutscher Maler. Vonihm sah man sein eigenes wohlgetroffenes Bildniß

Juel.

auf dem Dresdner-Salon von 1807. MenselArch. II. 3 . 9 -

Zügel, (Fr.), ein neuerer deutscher Kupfer-stecher, arbeitete Anfangs, und zum Theil nochjetzt, meistens für die Buchhändler in Almanache,u. s. f. Indessen gab derselbe in 1806. auch eingroßes Blatt, nach der Zeichnung von Dahlingin Umrissen geätzt, und in Aquarell ausgemalt,das den Krönungszug in Schillers Jungfrau vonOrleans vorstellt, so wie solcher auf dem Theaterzu Berlin aufgeführt wird. Oeffentliche Blatternannten das Ganze recht brav gruppirt, und, un-erachtet der vielen reichen bunten Kleidungen, nichtgrell, sondern die Illumination sanft in einandergeschmolzen und harmonisch - was auch für denPreis von 3 . Frievrichsd'or billig seyn sollte. Def-fenrl. Nachr. Auch in 1807. sah man von ihmwieder ein (heißt es im Täb. Morg. Bk 211.)empfehlenswerthes Blatt: Die französ. Kaiser!.Grenadier-Parade im Lustgarten zu Berlin.

— — (L.) Von einem solchen sah man:Aeue geschmackvollere Muster zum Strickenund Carreau - Nahen. Dritte (?) Aussage.4. Nürnberg 804.

Juel, (Jens), ein berühmter dänischer Künst-ler, und, fast allgemeinem Urtheil zufolge, nachGraf der erste Bildnißmaler neuerer Zeit, geb. aufFühnen in Dänemark um 1720. Seine Elternsandten ihn nach Hamburg in die Lehre bey demMaler Gehrmann, den er aber in Kurzem weitübertraf. Schon unter dessen Aufsicht malte erdie wohlgetroffensten Bildnisse und kleine Gesell-schaftsstücke, mehrentheils in nächtlicher Beleuch-tung. Dabey zeichnete er sehr fleiffig, und giengalsdann, nach zurückgelegten Lehrjahren, bereitsals ein geschickter Künstler nach Kopenhagen. Hierwurde er bald bemerkt, und so hervorgezogen, daßman ihm auftrug, das Bildniß der Königin zumalen. In 1777. ließ ihn der dänische Adel aufseine Kosten nach Italien reisen. (Um 1778. hielter sich eine Weile in der Schweiz, und besonderszu Genf auf). Schon um 1780. sah man nach ihmverschiedene Bildnisse gestochen. So z. B. desdänischen Staatssekretärs Guldberg von I. F.Clemens, Klopstocks von Geyser, des KönigesChristian VII. von T. Kleve, und Carl Bonnetsvon C- G. Raspe. Bey seiner Zurückkunft bekleideteer stuffenwcise die Stellen eines Königl. Bildniß-malers, Mitglieds der Akademie der Künste zuKopenhagen, Professors und endlich Direktorsderselben, auch eines auswärtigen Mitglieds derMaler - und Bildhauer-Akademie zu Stockholm,und starb dann in allen diesen Würden, am Größtenaber in derjenigen, welche ihm seine ausnehmendeKunst verlieh, zu Kopenhagen In den letzten Tagenvon 1802. Der einzelne Acerbi in seinen Reisen(S. 119.) führt von ihm, gegen die sonst allgemeineStimme, diejenige eines (nach seinem Sinne ver-steht sich großen italienischen Kenners an, welche(hört, hört!) also lautet: „Zuel ist in meinenAugen unter allen ^ Portraitmalern der unange-nehmste. In Rücksicht der Zeichnung ist er zwarleidlich correkt, aber in allen andern Punkten ent-schieden schwach. Seine Kompositionen sind ohneGeschmack; sein Licht und Schatten schlecht; seinColorit kalt, hart, und ohne die geringste Grada-tion der Schatten. Die Aehnlichkeit trift er zwarziemlich glücklich, aber sie ist durchaus ohneWürde,und seine Umrisse sind scharf und rauh. Die Ge-setze der Perspektive kennt er nur wenig, und seineDrapperie ist steif und gezwungen." Neben denschon obgenannten haben auch Haas und Klingcrnach ihm Bildnisse, und Bradt (meisterhaft) einigeAnsichten gestochen, welche er (wahrscheinlich zurErholung von seiner eigentlichen Kunstgattung),nach denen auf seiner Reise durch die Schweiz undItalien entworfenen Handzeichnungcn oder auchnach der Natur um und bey Kopenhagen malte.Hamb. L und Me.