616 Kaufmann,
Kayser.
Arbeiten finden sich, unsers Wissens, in Deutsch-land nur wenige. Samma bey Benonni's Grabschenkte sie dem Dichter des Messias. Dann heißtes irgendwo: Eines ihrer lieblichsten Bilder, dasBildnis; der (nunmehr verewigten) Herzogin Amaüavon Weimar, befindet sich im römischen Hause desdort'gen Parkes; und eines ihrer schönsten Phan-tasie-Stücke, Amor welcher Psyche mit den Haarendie Thränen trocknet, ist im Besitze der Fürstin vonDessau. Ein Christus und die Samarikanerin vonihr sah man in dem Berliner-Salon von 1799.(beurtheilt in der Zeitschrift: Lsrlin I. 3 . 2Z2—Z4.)und auf der Bernerschen Kunstausstellung von1804. zwey aus einem englischen Roman entlehnteGegenstände: Unna und Abra, wahrscheinlich dieeinzigen Geschichtsgemälde von ihr, die sich in derSchweiz befinden.
Von den nach ihr gestochenen Blattern kannteschon i/gh, der Gantkatalog von Brandes über2vc>. Derjenige von winkter wird solche (unterder englischen Schule) ohne Zweifel noch weit zahl-reicher, richtiger und belehrender geben. Zu demSchönsten unter dem Schönen (alles in Schwarz-kunst geschabt, oder in punktirter Manier) zähltjener, neben Anderm: Naäonna anü LKllä, vonV. Green; Samma bey Benonni's Grab — Züri-üaca ülsaoverlnA tisrsslk to Irsnmor, nachFingal (VI. B-) — Messa/üm's Lacrilics, diesealle von Th Burke; Archives, der seinen eigenenOstracismus schreibt, von W. D'klnson — In ms-ak Lsnsral KtMMrL's I)su§kitsr wko waslost in dar passnZe srom Irslanä — LieonorasnckänA tüe venorn out ob tüs wouncl vvüicliRäwsrä I. der ro)-al consort rsoeiveä — I.LÜ/Rllsabetk imxlorlnA of Dllwarü IV. tkslestitutlon ol ksr äscsasecl Husbancls (.aiiöskorseiteä, diese alle von W. wyune Ryland;kaulus ^srinlius, tüe niost inöulZsnt parsntin Homo — Venus attlrsä tlie Oracss —Eordelia, nach Shakespeare — Coriolan, diesealle von Bartslozzi; und endlich, was dort einKapitalblatt genannt wird: tks Int^rwisw bet-hen ancl ,L//rräa alter der mariaZs witü
(nach Rapin Thoiras Erzählung),dieses von Rpland geatzt, und zum Beßren seinerWittib v Barrolozzi mit dem Grabstichel beendigt.Dagegen werden dieses letzter,, spätere Arbeitennach ihr, wie z. B. tke Deut ok lllceste, unddessen Pendant: Vir^ll rsaäln§ bis ^snslö imMeuselschen Archiv (III. 23—26.) wohl mitGrund, nichts minder als gerühmt. Von Bild-nissen dann besonders: Nrs. borü^cs at tbs6ravs okkinZgl, von v. Green. Neben obigenStechern, welche nach ihr gearbeitet haben, be-merken wir noch folgende. D- Berger, P. Dawe,I. M. Delattre, W. Elliot, die Gebr. Facius,T. Fielding, J.Hogg, R-Houston, L. Jenkins,Lenoir, R. Lorie, F. Lorieux, I. B. Lucien, R.Nkarcuard, L. Marin, J.F. Martin, I. B Michel,I. Ogborne. Pastorini, V. M. Picot, Pyn, L.Ryder, Schiavonetti, I.G. Schulze, G.Scorodoo-moff, W. Sedgwick, I- K. Sherwin, H. Sinzenich,I. R. Smith, I. Spilsbury, C. Taylor, P. W.Tomkings, I. Watson, T. Matts, C, White, R.Wilkinson, W. Wynne, und Jos. Zucchi — zu-sammen über /so. der geschicktesten, meist englischenStecher ihrer Zeit. Von einigen von ihr selbst ge-ätzten Blättern führen der Katalog voN Brandesund Rost II 26a—- 65 . ungefehr dieselben 16—18.Bl. an, ausgenommen daß bey dem erstem Winkel-manns Bildniß, und eine Vermählung der H.Catharina nach Correggio fehlen; dann aber hin-gegen dort richtiger als bey dem letztem angegebenist, daß sie die drey Blätter : Urania, die Unschuld,und Calypso, gemeinschaftlich mit Jos. Zucchi ge-arbeitet habe. Datirt sind solche von 1762—79.Das Brustbild eines Alten, und zwar dieses ineiner Art Schwarzkunst geschabt, scheint ihr erstesg. wesen zu seyn. Um 1781. dann ließ Bordell inLondon den größten Theil derselben zusammen inBrster abdrucken. (So eben vernehmen wir denim Nov. dieses Jahrs (1807.) zu Rom erfolgten
Tods dieser berühmten Künstlerin, mit dem B§»,fügen: Daß, sobald solcher bort ruchtbarworden, die angebotenen Preise auf ihre Arbeit?»sich verdoppelt haben).
Laufmann, (Peter Paul). So heißt,>genvwo, ohne Weiteres, ein deutscher Maler(vielleicht der Vater von Angelica) welcher unterdie Schüler von Anton Calza gezählt wurde.
seit i 8 o 5 . Lehrer in der freyen Handzeichnung ander dort neu errichteten öffentlichen ZeichenschuleOesfenrI. bssachr.
Lauk, (Friedrich Ludwig). S. Hauck.
* Rauke, (Johann Friedrich), Kupferstecherund Kupferätzer. Derselbe starb 1777. in Pommern,wo er eine Accisbedienung verwaltete. Nebeneinigen Bildnissen , welche er für Buchhändler fer-tigte, kennt man von ihm: Die Vcstalin, und diePriesterin der Venus, nach I. Courtin; dannPygmalion und Elise, und Loth mit seinen Töchtern,nach B. Rode, und ein Paar andre Kleinigkeitenwelche der winklersche Katalog anführt.
*Raukerken, (Cornelius van), s. Laii-kerken. Hier führen wir noch an, was oben ausVersehen zu bemerken vergessen worden: Daß sei»Cimon von der Tochter im Gefängnisse gesäugt nachRubens ist. Eine Beschreibung dieses Blatts s. beyLußlt IV-192—9Z. so wie einer büssenden Magda-lena von ihm, nach Guido, ebendaselbst II. 22z.wo dieses letztre (doch vielleicht mehr des Urbildeswegen) ein merkwürdiges Blatt heißt.
* Raulttz, (Peter). S. Laulitz.
* Raupeuz, (Joh.Veit), geb. zu Gratz 17H.lebte dort noch als Professor der Zeichenkunst imgroßen Kais. Collegium daselbst, und Mitglied derKais. Akademie von Wien und Florenz um i/gb.Seine Kunst lernte er zuerst bey seinem, uns übri-gens ganz unbekannten Vacer, nachwerks beySchmntzern in Wien. Dort erschienen seine Ar-beiten, die ihn als einen geschickten Künstler em-pfehlen. Rost II 255 — 56 . Von ihm kennt man:Das Bildniß der Kaiserin Maria Theresia, unterdem Bilde der Minerva, mit allegorischen Figuren,nach Maulpertsch (seine erste Arbeit) als Titelblattzum Loäsx Bkeresianns) ; dann von Histori-schem: Medea, die den Aeson verjüngt (beywt'nkler heißt es: Eine Pythonissin, welche dieTodten beschwört), nach Ascanius, und dasGnadenbild Mariahilf zu Grätz, nach P. de Pomisgestochen : Alles übrige hingegen schön in Schwarz-kunst geschabt. So z. B. der Flötenspieler nachDouw; mehrere andre Gattungsstücke, nach I.Graf, I. Kupetzky, Joh. Schmidt und Tcniers;dann aber auch eine Maria Magdalena nach Guido,eine Artemisia nach Anna Dor. Therbusch, undeine schlafende Venus nach Weißkirchen, beyde ausder Wiener-Galerie. Lonk.
Rauth, (Johann), ein deutscher Künstler,aus Düsseldorf gebürtig, hatte sich durch seinevortrefliche Miniaturen am Wiener- und andernHöfen bereits beliebt gemacht, als er durch seineder Akademie der Wissenschaften zu Berlin über-reichte Handzeichnungen zeigte, daß er sich ganzin den Geschmack des sei. Hopsers hineinarbeitenkönne, und würdig sey, dessen Nachfolger znwerden; daher er auch in 1789. von gedachterAkademie zu ihrem Zeichner erwählt wurde. Neue-res haben wir jedoch von ihm nichts vernommen.Mensel Mus. V!II. 186.
* Raum, (Gabriel), geb. zu Bern in derSchweiz um 1606. Mrc.
Rayfeu, (Friedrich Joseph), einKunstgartriervon Bamberg. Derselbe stammte aus Satzburgher, wo seine Verwandle unter dem Namen Rb<vsereu bekannt sind. Er arbeitete an verschiedenenHöfen (neben Andern im Kaiser!. Lustgarten zu
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