Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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Kilian.

Geschlechts, unermüdet, und mit solcher Kunst,baß, wke schon das Lex. bemerkt, seine Zeitgenossenihn dem Egid. Eadeler zur Seite setzten. In seinenhistorischen Blättern herrscht große Leichtigkeit undKühnheit des Grabstichels; nur wünscht man zumgestern in seiner Zeichnung mehrere Richtigkeit,»,ib weniger Manier in den Umrissen, zumal inden Stücken nach Spranger (conk. Sameie/irm).Seine Fertigkeit war so groß, daß er nicht seltenzwey Bildnisse in einer Woche lieferte. Ein Ver-zeichniß meines sel. Vaters führt derselben an 23 o.Rost aber (I. 242—43.) vierzehn der beßten an,und unter diesen, als selten, sein eigenes, in i 635 .auf eine Silberplatte gestochenes. Von historischenkennen wir an die 5 c>. von welchen man: Eine Pieta'und eine Gruppe mit Hercules, beyde nach Buona-roti — eine H. Familie mit fast halb lebensgroßenKöpfen nach C. von Harlem — eine Kreuzabneh-iiiniig durch die Engel und einen Proserpinen-Raub,beyde nach Jos. Hainz — die Anbetung der Hirten,„ach dem jüngern Palma — eben diesen Gegen,stand, einen Christ am Kreuze, und eine Victoria,alle nach Rottenhammer — den colossalen St.Michael, nach I. Reichel's Bildsäule — Mercurund Cupido (Liebe durch Klugheit gefesselt) nachSpranger — die Brodauslheilung nach Tintoret,und eine Auferstehung Christi nach P. Veroncse,unter die vorzüglichsten zählt. Aus obigen werdendie beyden letztem, nach Tintoret und Caliari, auchvon Füß-'l (HI.101. und 129.) und neben denselbeneine Auftrwecknng Lazarus, nach dem jüngernPalma (ib. i 58 .) angeführt, und ihre Urbilderbeschrieben. Dann nennt der Winkiersche Katalogvon ihm 12. Blätter chimärischer Thiere und andrergrotesker Wesen, unter dem Titel: bleues Schild,büchlem, 4.0 r 633 . als meisterhaft, und hinwiederals sehr zart, auf schwarzen Grund gestochen: Diesieben freyen Künste (8. Bl. mit dem Titeldl. 1606.);endlich einen an eine Säule gebundenen Greisen,den ein starker Mann mit Ruthen schlägt, mitgroben Strichen geätzt, von großer Wirkung. Diesergeschickte Mann starb ohne Kinder. Seine Historiescheu Blätter scheinen meistens von früherm, dieBildnisse von spätern« Datum zu seyn.

* Biltan, (Marc Philipp), Volfgang Phi-lipps ältester Sohn, geb. 1674. gest. 1716. Het,necke I. 111.

— — (Paul), Wslfgang Philipps fünfterSohn, geb. zu Augsburg 1687. ebenfalls Kupfer,siecher, der sich eigentlich nirgends lange aufgehalten)sondern theils zu Nürnberg, theils zu Wien, theilszu Breßlau gelebt, und für andre gearbeitet hat.Starb in letzirer Stadt unvcrheyrathet 1718. Hei,necke 1. 107—108.

* — — (Philipp), des nachfolgenden Wolf,gangs zweyter Sohn. Ein Verzeichniß meinessel. Vaters führt von ihm gegen 3 oo. Bildnisse(unterdenselben an die 100. von Künstlern), mitund ohne Namen des Malers an. Diese großeZahl rechnen wir ihm zu keinem Verdienste; wohlaber bemerken wir, daß, neben Andern, sein schonim Lex. angeführtes Bildniß von Heinrich Roos,nach eigener Zeichnung zu dem Schönsten gehört,was wir in dieser Gattung kennen, und daß unserPhilipp, wohl ohne sein Verschulden, nicht den,jcnigen Ruf genoß, der hingegen andern Künstlernaus seiner Familie (freylich nicht unverdient '> soreichlich zu Theil ward. Für große Bildnisse warer besonders geschickt.

* — — (Philipp Andreas), des obgenannkenGeorg L- dritter Sohn, Zeichner, Kupferstecherund Kupferätzer. Bey G. -M. Preißler zeigte erdie ersten Proben seiner Geschicklichkeit in denBlattern welche er zu Scheuchzers pbz^ica sacralieferte. Alsdann vervollkommnete er sich immermehr auf seinen Reisen durch Deutschland und dieNiederlande, so daß er unter die beßten historischenStecher seiner Zeit gezählt werden darf, da ertheils selbst ein treflicher Zeichner war, theils seinenGrabstichel sehr schön mit der Aetznadel zu verbin,

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den, und dadurch seine Gegenstände in ihremwahren Charakter darzustellen wußte. Beweisedavon geben die zahlreichen Blätter, welche er fürdie Sammlungen der Uitture üel 8aIons Iinpe-riale öe kirenss (17hl.), die Galerie

von Brüh! (1754.) hauptsächlich aber für dieDresdner,Galerie, fast alle nach seinen eignenZeichnungen, gestochen hat. Auch schätzte ihn derKönig von Polen, August III. (welcher ihn vor,zugsweise seinen Kupferstecher nannte, obgleicher niemals in dessen eigentliche Dienste treten wollte,sondern lieber in seiner Freyheit zu Augsburg blieb)so hoch, daß, wenn andre Künstler ein Gemäldnicht nach seinem Wunsche bearbeitet hatten, esimmer hieß: „ Man muß es durch Diian wiedersiechen lassen." Als indessen der siebenjährige Kriegdie Fortsetzung jenes Prachtwerkes unterbrach, sounternahm er für eigene Rechnung seine bekannteBibel, welche zwar keines seiner vorzüglichstenWerke ist, aber doch einige recht gute Stücke ent,hält, und das eigenthümliche Verdienst hat, daßbald alle (i 3 o.) Blätter derselben die mehr undminder bekannten ältern biblischen Darstellungengroßer Meister im Kleinen liefern. Von seinenübrigen (einzelnen) führt ein Verzeichniß meinessel. Vaters an die 40. von Bildnissen an die 20.Rost aber (l- 252 — 53 .) die nach seinem SinneVorzüglichsten an, unter welchen er: Maria ineiner Glorie, nach Bergmüller — die Familie einesVenetianischen Nobile, durch die christlichen Tu,genden zu den Füßen der Maria geführt, nach P.Caliari — die Taufe des H. Augustins, nachPittoni — und besonders eine Mutter Gottes,welche aus den Wolken dem St. Franzisc völligenAblaß ertheilt, nach C. Th. Scheffler, als ein vottzügliches Blatt auszeichnet. Bey Füßlt dannfinden sich von ihm: Herodias nach C- Dolce(I. 82.); Maria mit dem Kinde, in einer Glorie,unter dem Titel des St. Sebastians bekannt ill. 81.);Christus, der die Käufer und Verkäufer aus demTempel treibt, von I. Bassano, nach HutinsZeichnung,(III. 87—88.); die Ehebrecherin von A.Schlavone, nach Bacclarelli'sZeichnung (ib. 109-10.), und die Änderung der Weisen, nach P. Vero,nese (ib. 142.) alle aus der Dresdner-Galerie,und für das Werk dieses Namens gestochen; wovonbesonders der malerische Geschmack in dem zweytgenannten Blatte, nach Corregglo, gerühmt wird.

* — —- (Wolfgang), des obgcnannten altenBarrholorne' L- zweyter Sohn, Zeichner, Kupfer,siecher und Knpferatzer. Ais sein älterer BruderLukas, mit dem er überhaupt in der Kunst rivali,sirte, aus Italien zurückkam, sandte sein StieftVater, D. Casios, unsern Wolfgang dahin, unddie Blatter, welche er, hanp-iachlicy nach Vene,tianischcn Meistern gestochen hat, beweisen, wiewohl er dorr seine Zeit angewandt habe. Nach seinerRückkehr heyrakhete er die Tochter des Bürger,meister Andrisen, »nd zeugte in dieser Ehe i 5 .Kinder, von denen indessen nur drey Söhne unddrey Töchtern zu mannbaren Jahren kamen, wel,chen er eine vortrefliche Erziehung gab. Dieserstarke Haushalt, nebst dem in seinen beßten Jahrenwüthenden dreyssigjährige Krieg waren Ursache, daßer einerseits seine Arbeiten selten mehr mit dem Geistund dem Fleiße beendigen konnte, wozu er sonsthinlängliche Fähigkeiten besaß , und anderseits sichvon da an meistens mit Bildnissen beschäftigte.Erstarb 1662. Kenner (heißt es bey Rost 1 . 244.)schätzen besonders sein großes Blatt von zwey,Platten, welches des Pfalzgrafen Carl Gustavsin 1649. Zu Augsburg gehaltenes Fest des West,phälischen Friedens vorstellt, worauf sich 5 o. ähn-liche.Portraits befinden. — Wir vermuthen aber,daß solches mit der, eben dieser Feyer wegen ge,haltenen Mahlzeit auf dem Rathhaus zu kHürnberg(deren auch im Lexikon Erwähnung geschieht) nachI. von Sandrarc, verwechselt werde (obgleich wirletztres Blatt irgendwo von i 65 o. datirt finden).Ein Verzeichniß meines sel. Vaters führt von ihman die 100. Bildnisse, Rost aber (l. 245—46.) die