Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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Kleiigel.

Geschmack. Er hielt sich um 1780. km Mecklen-burgischen auf. Mensel Misc. X. 231 .

* Rlengel, (I. C.) Derselbe heißt JohannChristian, geb. zu Kesselsdorf bey Dresden 1761.Von ihm hieß es (1796.) bey Rost II. 3 i 5 . u. ff.„Dieser Künstler, der gegenwärtig, nach demUrtheil der Kenner, der erste Landschaftmaler inDeutschland ist, trat seine rühmliche Laufbahn beyderAkademie inDresden an, bcywelcherer(1780.),so wie späterhin auch bey denjenigen von Berlinund Augsburg, zum Ehrenmitglied aufgenommenward. Im Zeichnen vervollkommnete er sich zuerstunter Hutin, und studirte alsdann das Oelmalenbey Dietrich, dessen beßter Schüler er war. Die-ses Studium, vereinigt mit demjenigen nach denKunstschätzen in Dresden, und nach den malerschenGegenden um diese Stadt, vollendeten diesen schätz-baren Künstler. Seine Werke wurden überallrühmlich bekannt, und selbst im Auslande häufiggesucht, besonders, als dieselben durch unermü-bete Nachahmung der schönen Natur immer mehrWarme und Klarheit bekamen- Rlengel unter-nahm noch vor wenig Jahren eine Reise nachItalien, woher er mit einem reichen Portefeuillenach Jahresfrist wieder Zurückkehrte, und alsdanneinige vorzügliche Gegenstände in Oel, in großemStyl ausführte. Von seinem Kunstwerthe um dieZeit, wo er sich zu Rom aufhielt (gegen End desneunten oder Anfang des zehnten Dezenn. des ver-loßnen Jahrhunderts) urtheilt die Schrift: win-Äinann und sein Jahrh. S. 33 . „seine Ge-chicklichkeit erstrecke sich vornehmlich auf Wahrheitm Ton und Colorite, und in charakteristischerDarstellung der Theile", also wohl' (etwa diepoetische Erfindung ausgenommen), auf Alles,was den guten Landschaftsmaler ausmacht. Nochein andrer Kunstlichter nennt ihn: Den treuesten,sorgfältigsten Portraitmaler der Natur, der jedenZauber derselben, so wie er sich seinen Augen dar-stellt, mit tiefer Einsicht aufzufassen weißt. DieBeurtheilung einiger Arbeiten von ihm auf demDresdner-Salon von 1794. s. in Mensels Lgl.Mus. S- 254. wo es, neben dem verdienten Preise,freylich dann von einem derselben (dem Prospektvon Tarent) heißt: „Es ist bemerkenswerth, dadas Ganze so sehr in eintönigem Grün gehalten ist,daß sich die Theile so gut detachiren." Selbst nochin den neuesten Tagen sah man von dem schon gegendie Sechszige rückenden Künstler aufden Dresdner-und Berliner-Ausstellungen noch immer sehr ver-dienstliche Arbeiten. So z. B. auf der Dresdnervon 1800. einen Sonnenaufgang, und den erstenSchiffer, nach Geßner; in 1801. zwey Landschaf-ten, deren eine die Geschichte vom verlorenenSchaaf, und die andere Geßners Daphne, die dasmit Rosen bepflanzte mütterliche Grab begießt, zurStaffage haben; in 1802. oder 3 . wieder Morgenund Abend wobey er, wie schon mehrmals, dashalsbrechende Kunststück versuchte, die unbewölkteSonnenscheibe zu malen. Gute Beurtheilungen,und fast unbeschränkten Preis derselben s. man inden deutschen Runstbl. I. i. 42. II-1. 19. und inder Allst. R. Z. 261— 65 . (Plagiat aus der Allst.Zeit. von Tübingen); dann auf einer der ebengenannten Ausstellungen noch: Die Begräbniß-kapelle des H. von Holzschuh, aufdem St. JohannsKirchhofe zu Nürnberg; in i 8 o 5 . wieder dreye:Einen Sturm, weidendes Vieh beym Untergangder Sonne, und eine Mondscheinslandschaft; woKenner, in dem erstem die gewaltige Bewegungtreflich angeordnet sind zusammengehalten, unddie Beleuchtung voll Effekt, besonders aber be-wundernswürdig fanden, wie der Wind die Wipfel"r Baume zusammenballt, und diese doch dabeyihre ausgeführte Wahrheit nicht verlieren. Da-gegen wurde dann freylich in Absicht auf die beydenandern wieder bemerkt: Daß dieser Künstler außer-ordentlich gern mit Sonn' und Mond zu schaffenhabe, die aber bisweilen spröde thun, und sich nichtleicht persönlich auf die Leinwand bringen lassen —Ungefehr eben so verschieden wurden zwey seinerLandschaften auf dem Salon von 1806. «.ein ita-

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lienischer Morgen und — die Einen sagen Mittag,die Andern Abend), gerichtet- Mehrere nanntendieselben vortreflich; wo hingegen ein Beurtheiletin der Jen. A. L. Z. (1806. Int. Bl- X.« 35 .)aller Kunstfertigkeit ungeachtet, den Geist darinnicht finden konnte. Auch das Täb- Morst. Bl.1807. S. 422. bemerkt: Daß der Katalog der Aus-stellung diese beyden Landschaften italienisch heiße,„Aber das war Italien nicht

— — — wo die Zitronen blühn,

Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,

Die Myrrhe still, und hoch der Lorbeer steht.

„Umsonst hoffte ich, die üppige, lichte Verklärungund Mannigfaltigkeit der Vegetation, und denklaren leichten Himmel zu finden; die trübere, ein-farbigere Natur unsers deutschen Vaterlandes warnicht zu verkennen. Matt würde indessen Unrechtthun, wsnst Matt den beharrlichen Fleiß und dasGlück, mit dem Manches, z. B. die Lust bey demMittage vortreflich dargestellt war, nicht zu schätzenwüßte", u. s. f. Noch ein vierter Kunstrichter(Mensel Archiv II. i. 89) schien eben so,di^Mitte zu halten, und nachdem er diese zwey BilderI. Boths würdig erklärt hat, setzt et hinzu: „ Wenndiese Stücke Rlengel's frühern Arbeiten ja inetwas nachstehn, so ist es in dem Tone, mitwelchem er diesmal die Luft bearbeitet hat; flescheint zu braun gehalten", u. s. f. — Auch imSalon von 1807. sah man von ihm wieder zweygrößere und vier kleinere bey Mensel (I. 0. II. 3 . 5 .)gerühmte Bilder. Daß dann dieser verdiente Mannin frühern Tagen (1770—91-) Line beträchtlicheAnzahl Blatter, nach seinen eigenen Zeichnungennach der Natur, sehr lehrreich für junge Künstler,mit vielem Geist geätzt habe, ist bekannt. Diebeßten Verzeichnisse dieser, zum Theil auch colo-rirten Blätter finden sich bey Rost II. 016—17. undvorzüglich in dem Winkierschen Katalog. Indiesem letztem wird der Wald, nach Ruysdael,ein seltenes Blatt genannt. (Eine Beschreibungdesselben s. inMeusel's ssl.Misc. II. 219—21).Alle übrigen sind von seiner eigenen Erfindung;und wahrscheinlich ist es meistens eben eine Samm-lung derselben, welche in 1800. unter dem Titel:Oeuvre §rave ä I'eau-körte (218. Platten auf182. Blättern) kl. Fol. zu Dresden erschienen war.Doch dürften (sie sind uns niemals zu Gesichtgekommen) z. B. der erwähnte Wald nach Ruys-dael, Daphnis und Chloe nach Geßners Idyllen,zwey römische Aussichten, und ein Paar andreBlätter, welche in Kunstkatalogen mit gr. Fol.rubrizirt sind, nicht unter jener Sammlung be-griffen seyn. Noch in 1804. gab er auf 12. Querfol«Blättern: ?rincipL8 cle8 äe88lN8 pour letz8a§e8 heraus, die sich von andern Anleitungendieser Art, zu ihrem Vortheil sehr merklich unter-scheiden. Rollern (S. 87 ) zufolge hätte unserKünstler, noch ehe er in Italien gieng, auch einigesehr glückliche kleine Bildnisse ganzer Statur, invan der Werfs Geschmack gemalt. Nach ihm ge-stochen kennen wir nichts anders, als: Den Spiel-mann, und die Windmühle, in Aquatinta vonHolzmann. Dann: Abraham bewirthet drey En-gel, von Scheibner, und r Das Dorf im Brand,von Michel.

Rlengel, ( ). Ob eln Rlengel der

jüngere existire, fragen wir deswegen, weil inder Bibl. d. R^ u B. R. II- I- 190. (also noch1806.) ein Rlengel unter die vier vorzüglichstenjüngern Landschaftsmaler und Zeichner derDresdner-Schule gezahlt wird-

— — (Demoiselle>, wahrscheinlich JohannThristians Tochter. Auf dem Dresdner-Salonvon 1806. sah man von ihr eine baumreiche Land-schaft in einer freyen und gefälligen Manier IN Oel.Mensel Archiv II. 1- 97.

-n- — — ( ), der Baumeister, dessen das

Lex. kürzlich Erwähnung thut. Derselbe war einsächsischer General. Neben anderm baute er indem Kurfürst!. Schlosse zu Dresden den sehens-