6zF Körnige
Baptr'sta nennt, und von ihm ein Bildniß desGrafen Alex. Hermanns von Wartensleben, eben-falls nach Pesne anführt.
Roenig, (Anton Friedrich), obigen AntonBalrhasars Sohn, geb. zu Berlin 1722. legte sichanfangs auf die mathematischen Wissenschaften,und verfertigte Plane und Karlen. Im Zeichnenübte er sich in der Akademie, nach dem Leben.Neben dem Grabstichel fieng er alsdann auch an,die Miniaturmalerey zu treiben, mit der er sichhernach ganz beschäftigte; seine Lehrer darin warenO. A- Blefendorf und A. Pesne. In 1767. er-nannte ihn der König von Preussen zu seinem Hof-Miniaturbildnißmaler. In dieser Eigenschaft ver-fertigte er eine große Menge dergleichen für dieKönigliche Familie sowohl als für viele auswärtigeHöfe. Besonders befliß er sich, dasjenige Friedrichdes Großen so ähnlich als möglich zu treffen; unddies gelang ihm so gut, daß er es — schrecklich zuhören! — viele Tausendmal — verfertigen mußte.Mehrere seiner Arbeiten sieht man in dem Schreib-kabinette des Königes im Neuen Schlosse beyEanssoucy; wie z. B. die Bildnisse des Erbstatt-halkers der vereinigten Niederlande, und dessenGemahlin. Er heyrathete A-D-Schroeder, dieals Malerin oben an ihrer Stelle erscheint, undstarb 1787. Er besaß eine der beßten Kupferstich-sammlungen in Berlin. Mensel II. Ausführ-lichere Nachrichten von ihm s. im Journal vonund für Deutschland 1788. St. VII. S- /sä-46.
— — — — — Amon Friedrichs Sohn,geb. zu Berlin 1766 lernte das Stahlschneiden beydem Medailleur Loos. Er ward in die Münze nachBreßlau berufen, wo er verschiedene Schaumünzenverfertigte. Journal von und für Deutschland1785. S. 5 o 8 .
— — (Erhard), ein alter berühmter Werkmei-ster und Bildschnitzleraus Westphalen, arbeitete zuBern, wo man an dem Portale der Münsicrkirchedas jüngste Gericht von seiner Arbeit sieht. Ber-nerlsches Mausoleum S. 2Z0.
— — (Franz Niclaus), der jüngere genannt,Maler und Kupferätzer, geb. zu Bern 17 . lerntebey Freudenberger, und trat, besser wie keiner, indie Fußstapfen dieses seines vortreflichen Lehrers,besonders in der Kunst, die Natur seines schönenLandes, des Bernerschen Oberlandes zumal (woer seit vielen Jahren, erst in Interlaken, seitherin Untersten, seinen haushablichen Aufenthalt hat),und die Sitten seiner Einwohner, mit allencharakteristischen Zügen von beyden, wahrhaftdarzustellen und denselben (was sonst bisweilenFreudenbergs Fall nicht war), keinerley fremdeReize zu liehen. Dagegen dürfte (um keiüe Wahr-heit zu verschweigen) seine leichte Ausarbeitung -in Absicht auf bestimmte Zeichnung und kräftigeFärbung, gegen das wunderschöne Vollendete seinesLehrers, selten in dem rühmlichen Wettkampf be-stehen. Dieser geistvolle Künstler wurde, unsersWissens, dem Publikum zuerst bekannt durch: Co-stums und Plan zu der rJachrichr von demMllr'tarausJuge bey der bevorstehenden Iu-belfeyer auf die Erbauung der Gradr Bern,'in I 1791. ( 4 -° Bern 1790. color.) Eine Be-schreibung derselben s. in Meusel's MnssumXIV. 4Z - 45 - Alsdann folgten (um nur des Be-deutender« zu erwähnen) seine 9-. color. Blätter vonder St. Perers-Insel im Bieter-See, mit demschönen Texte vonS-Wagner(4, Bern 1796.),beschrieben in Meusel's »I. Misc. V. 679 -81.Hierauf bis und mit 1806. von ganzen Samm-lungen: Seine 24. Schweizeroolkstrachten in grö-ßerm und kleinerm Fdrmate, nach den Original-gemälden von Reinhard zu Luzern, bey H. Meyerzu Aarau; dann die Touvenirs des Lnvironsrl'Interlaken et d'Duterseeu (12. Bl.) und 8ou-
^) Wovon besonders S. 117. der Ausruf: Er folgte -Süße, heilige NaturLvie willig folg' ich deiner Spur —
— wie wir wissen — selbst einem Hypochonder weidliß
Koenig.
venirs des Vallees de fsuterbrounn, OrirM.-rvald et IlsslI (24. Bl.). Von einzelnen Blätternvornämlich : Sein Staubbach nach seinem eigne»großen Oelgemalde, (bisher die beßte Darstelln»»dieses berühmten Wasserfalls). Die ketour Msllpes und In kamille isborisuss oder die HMbrechen» (Pendants); der Kilkgang, der Abend:sitz, die Hochzeit und die Kindsraufe (Pendants! -das Abendbrod und die Gluckhenne; und endlichdas in 1806. zu Unspunnen gefeyerte Alpenfest; dertheils nach seiner Zeichnung von Lips gestochenen,theils von ihm selbst mit flüchtiger aber geistreicherNadel geätzten Blätter für die Helvetischen Alma-nache, und andrer seiner mehr und minder wich-tigen Arbeiten nicht zu gedenken, welche alle inMeufels Archive II. Bd. 1. u. 2. St. spars.und besonders in diesem letzter» (S. n6—ZZ.)Mermüdender Redseligkeit *), kürzer aber in derBibl. der red. und bild. Bimste I. B. 2. tzt.(S. 261—68.) beschrieben, und nicht so fastjedes nachseinem besondern Werthe gewürdigt, als mit un-beschränktem Lob überhäuft sind, was einem, nochneben seiner Kunst so geistvollen, Mann schwerlichgefallen kann; alles (was hinwieder sehr zu belobenist) mit sorgfältig beygesetzten Preisen, bie sich.fi»das ganze Werk unsers Künstlers an die 20. Caro-line belaufen mögen. Noch müssen wir bemerken,daß sich unter seinen Blättern auch ein auf dieZeit berechneies Bildniß des Königes FriedrichWilhelms III. in ganzer Statur, nach Weitsch,und zwar — ebenfalls colorirt befindet.
Roenrg, (Georg Heinrich), geb. aus Suhlnin Henneberg. Derselbe war anfänglich ein Büch-senschäfler; hernach bekam er Gelegenheit, nachWien zu gehen, und bey einem Landsmanne vonihm die Graveur-Kunst zu lernen, die er, nach derdamaligen Mode, mit dem Emailliren verband.Späterhin kam er nach St. Petersburg, wo er theilseben gedachte Kunst trieb, theils in farbiges Wachsbofsirte, welches letztre er zu einem hohen Gradder Vollkommenheit brachte; eine Gattung, diedort noch um so besser gefiel, da er seine FigurenmitPerlen, mafsivgoldnen Ordenskrcuzen,Schmelz-glas u. dgl. herrlich aufzuputzen pflegte. BonPetersburg gicng er zweymal nach England, woherer das erstemal eine Frau, und das zweytem«! eine— Kaminverzierung zurückbrachte, an welcher erin diesem Lande an die zwey Jahre gearbeitet hatte,und sich damit bey der Monarchin zu empfehlengedachte. Statt dessen wurde ihm dies Kunstwerk,wegen zu niedrigen Prcisansatzes bey der Einführefür gute Prise erklärt, und sah er es nie wieder.Einige Jahre nachher wurde er dem Fürsten Pokeni-kin bekannt, der ihn mit einem jährlichen Gehaltvon 800. Rubel in seine Dienste nahm, und dessenPrachtliebe er, wie gefunden, kam; namentlichhatte er keinen geringen Theil an der Anordnungjenes Festes, welches dieser Fürst bey einer Namens-oder Geburtsfeyer der Kaiferin gab, und welchesin den Jahrbüchern aller asiatischen Wüstlinge aiVerschwendung kaum seines gleichen fand. Endlichtrat er in die Dienste der Monarchin selber, dieseine Kunst ungemein schätzte, und von Zeit zu Zeitreichlich belohnte. Um 1794. baute er sich ein arti-ges Casino auf einem Stück Landes, welches dieKaiserin ihm zu Catharinenhof geschenkt hatte,und wo er seine Tage, wenn er sich nicht in Peters-burg befand, zwischen Jagd und Arbeit theilte.Damals sah man von ihm, neben Anderm, eineSammlung von Glasabdrücken nach geschnittenenSteinen, sowohl der antiken, als der beßten vonden neuern, welche er für das Privatvergnügender Kaiserin anlegte, und die man sowohl an Voll-ständigkeit, als an Genauheit und Zierlichkeit füreinzig in ihrer Art hielt. Neueres ist uns vondiesem merkwürdigen Künstler nichts bekannt.Meufels (I. Mus. 168—78. wo in einem be-sondern Aufsätze über ihn, auch seiner NechtsclM
Göthe's (?XSpruch:
rü lachen gab!