648 Kromhsut.
Rromhout,( ), Herr von Niewerkerk,ein berühmter und reicher Liebhaber der Baukunstzu Amsterdam um 1716. Er gab die Zeichnungenzu verschiedenen Hotels, die unter seiner Aufsichterbaut und von Jacob de Wit mit Plafonds undandern Gemälden geziert wurden. DescampsIV. 280.
Rrubsacius, (Friedrich August), Kursach-sischer Ober-Land--Hofbaumeister, Professor beyder Akademie der bildenden Künste zu Dresden,und Mitglied der ökonomischen Gesellschaft zuLeipzig, geb. zu Dresden 1718 Schon sein ei-gener Vater, der als Geheimer Registrator inKönigl. Diensten stand, ließ an seiner zweckmäßi-gen Erziehung zum Gelehrten und Künstler nichtsermangeln. Alsdann unternahm einer seiner Ver-wandten, der Obristlieutenant Krubsacius, nochseine besondre Bildung in der Mathematik undArchitektur, die er unter dem Landbaumeister Lon-guline und dem General von Dodt vollendete. Sehrfrühe zeigte er sich als einen selbstdenkenden gelehr-ten Architekten durch seinen merkwürdigen Lomnien-rar über das Landhaus des plinius in Tos-kanä, und seine Modelle davon sowohl als vondem Vogelhause des Varro auf den DresdnischenKunstsalons; eben so wie durch seine von Zeit zuFeit dort ausgestellten Zeichnungen, welche beson-ders seine Geschicklichkeit in Anordnung der Gartenbeurkunden. Wieder andre seiner Aufsätze liegenunter dem Schutt der GottschedrschenAeitschriftenbegraben; so z. B. seine Gedanken über dieDekoration, in welchen man vortrefliche Bemer-kungen über den Vitruv findet, und worinn erschon vor 60. Jahren die Einführung des bessernGeschmacks an arabesken Verzierungen über dieRuinen der Grotesken prophezeihte. Dann in derBibl. der Sch- O)iss. verschiedene Abhandlungen,Beurtheilungen der architektonischen Salons zuDresden, und mehrerer Schriften über die Bau-kunst, wie z. B. Goerbe's über das Straßburger-Münster; seiner mannigfaltigen bauökonomischeuAufsätze, so wie seiner Vorlesungen über die Archi-tektur, vermittelst welcher er eine Hauptreform inderselben in seinem Vaterland eingeführt hat, nichtzu gedenken. Als praktischer Baumeister hiernächsthatte er sich ebenfalls mit großem Ruhme gezeigt.So z. B- durch das Schloß Otterwisch mit seinemvortrefiichen Garten, den Gartenpallasi und Gartendes Prinzen Anton, den Pallast des Barons vonNiesch zu Neschwitz in der Ober-Lausitz, mit demdortigen allgemein bewunderten Gewächshause von176. Elle», den Prinz-Laverischen Pallast vor deinPirnaer-Lhore, und das Steuerhaus zu Dresden,eines der schönsten Gebäude in ganz Sachsen;durch verschiedene große Bauren für den ehemaligenH. General von Vitzthum, und viele andre der-gleichen im Herzogthum Mecklenburg, in Hannoverund in Polen, welche alle unter seiner Leitung ihrDaseyn erhielten. Erst im I. 1776. wurde dieserwürdige Mann von der Landbaumeister - zur Ober-Hofbaumeister-Stelle befördert, und starb dann1790. Roller. Mensel I. II. Mus. XII. 601.und Gel. Deutscht.
* Rrüger, (Andreas), eines DorfschulzenSohn, Schüler des damaligen Bauinspektor Feld-manns zu Potsdam. Schon in seinem Achtzehntenbekleidete er bey der Kriegs- und Domainen-Kammer'die Stelle eines Bauconvutteurs, undwurde bey verschiedenen wichtigen Bauten, vor-nehmlich beym Opernhause gebraucht, was ihndenn an einer vorgenommenen Reise nach Italienbehinderte. Ueberhaupt war er ein sehr emsigerMann, wodurch er sich auch seine kränklichten Um-stände und einen frühen Tod zuzog. Hei neckeVlachr. I. 58 .
— (Andreas Ludwig), Maler, Zeich-ner, Kupferstecher und Aetzer, der im Lex. unterdem Artikel seines Oheims Andreas erscheint.Von ihm gezeichnet und gestochen kennt man nachGemälden aus der Galerie von Sanssvuci u. s. f.
Krüger.
neben Anderm: Belsazars Gastmal, nach F. Bol>einen Hirsch, nach Carre'; eine Susann«, nachCorregio; den Eremiten, die Spinnerin, und denKopf einer alten Frau, nach G- Douw; ein tzst-tenstück nach C- S. Dubois; Maria MagdalenaHalbfigur, nach van Dyck; Hagar von Abrahamverabscheidet, nach G-Flink; Moses, einen Patri-archen, und Rembrandts Bildniß, alle nach diesemHiernächst die ^ntlguites cle 8aN8-8ouoi 2. Parthol. potsüam 770-7Z. (Wir glauben, 24. Fi.)und schon früher (1768— 6g.) von den im vormali-gen Orangeriehaus bey Sans-Souci befindlichenBüsten u. s. f. 28. Bl. Dann verschiedene Blatterzu Lavaeers Physiognomik und zu BasedowsElementar-Werk; zehn Gegenden von Potsdam,nach I. F. Meyer; Plan und Ansicht des SchlossesReinsberg, nach Eckel; endlich einige Bildnisse,wie z. B. Macchiavel's nach Littret, und Ramlers,ohne Namen des Malers. Hinwieder hat D.Bergernach ihm 0. Blätter: Leiden des jungen Werrhers,gestochen. Rost II. 269—70. Oonk. den Wink-lerschen Gantkatalog, wo er 1802. noch unter denLebenden erscheint, obgleich seine eignen (uns be-kannten) Blätter nicht weiter als bis auf 17-g.reichen, von denen dort mehrere, in Rembrandtsund Ferd. Bols Geschmacke geätzte, sehr gerühmtwerden.
— — (Christian Joseph), Wachsbossirer undMünzgraveur, des nachfolgenden Ephraim Ben-jamins jüngerer Sohn, geb. zu Dresden i/hg.lernte auf dortiger Akademie unter Hutin undKnofier. Nach einem achtjährigen Studium unter-nahm er verschiedene Reisen, bis nach Lieflandund Rußland, wo er eine Menge Bildnisse undBüsten in Wachs bosslrte, und sich in der Kaiser!.Münze zu St. Petersburg auch im Gravieren übte.Nach seiner Rückkehr ins Vaterland copirte er nachAntiken und Neuern; wie z. B. einen Charon nachHutin, Venus und Amor, und Merkur und Cupidonach Knöfler, alle dieses in Thon, nach der Größeder Urbilder. Eine seiner beßten Arbeiten soll einKrucifix in Elfenbein seyn. Die historischen befin-den sich meistens in Liefland. Er lebte noch 1788.und beschäftigte sich damals ganz mit dem Müiu-und Medaillenfache. Reller. Seither haben wirnichts Weiteres von ihm vernommen.
— — (Ephraim Benjamin), Vater des obigenChristian Josephs, und des nachfolgenden Frie-drich Heinrichs. Derselbe war Kurfürst!. Säch-sischer Bernsteinarbciter, vsn welchem noch Ver-schiedenes in dem Grünen Gewölbe, u. s. f. znDresden aufbewahrt wird. Reller (.S. 95 .) zahltihn 1788. unter die Todten. Er besaß die mit ihmausgcstorbene Geschicklichkeit, Bernstein zu färben.
— — (Ephraim Gottlieb), Kupferstecher zuDresden, geb. daselbst 1766. Derselbe trat seineKünstler-Laufbahn mit Besuchung der Akademiean, bildete sich dann weiter zum Zeichner bey Hutin,und zum Kupferstecher bey Camerata. Einen Satyrder eine Nymphe raubt, nach Paül Veronese vonihm, ist schon von 1778. datirt. Um 1780. warer wirkliches Mitglied der Akademie. Um 1788.kannte man von ihm (wie Reller S. 97. sagt, ineiner kräftigen Manier gearbeitet): Prometheus,nach Hutin; Ariadne auf Naxos (ein Galerieblatt),nach A. Kaufmann; Köpfe von Hutin, nach Spa-gnoletto gezeichnet; ein schlafendes Kind, und einandres, das mit einem Hunde spielt (ein jungerHerr von Miltitz), nach Schenau; Maria mit demschlafenden Jesuskind, nach G. Reni; eine Ma-donna mit Engelsköpfen nach Solimena. NachSeydelmann's Zeichnung schön gestochen: Einengeflügelten Apoll. Dann für Buchhändler: ZnMeißner's Alcibiades und dessen Dialoge«, zuWinrelmanns Briefen u. a. nach Schenau u.s.f.Reller I. c. Um 1800. gab er die sehr angenehmgeatzten Blatter nacb C- A. H. Heße's Zeichnungzu desselben Reitschule, oder Darstellung des na-türlichen und künstlichen Ganges des Campagne-Pferdes. Dieser Künstler ist wahrscheinlich der