Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
Seite
650
JPEG-Download
 

650 Krüger.

2Z4. es sey schon vor seiner Reise nach Italienverfertigt/ und mit Dietrich Bruger ibia. be-zeichnet. Ein andres großes seltenes Blatt vonihm ist: Das Abendmahl, ebenfalls nach delSarto; und nach Ebendemselben nennt WinklerI. a. von unserm Lrüger: Die vier Kardinal-tugenden: Glauben, Hosnung, Gerechtigkeit undLiebe. Ferner nach Lanfranco: Den Prinz aufdem Richterstuhl. Eons. L-r-rste/Ärr.

* Rrüg er, (Theodor), der jüngere, schwer-lich (wie Rost l. 2Z4. vermuthen will) oes ObigenSohn. Bon seinem eigentlichen Geburtsland undübrigen Lebensumstanden ist durchaus nichts be-kannt. Gestochen kennt man von ihm, neben denArbeiten, welche er um 1710. gemeinschaftlich mitMogalli, Lorenzini und Picchianti für die Groß-herzogliche Galerie zu Florenz gefertigt hatte: DieBildnisse eines Edelmanns und einer Dame, nachP. Bordone (ebenfalls aus gedachter Galerie);Ludwigs Adimari, nach Dandini; der Frau desGiorgione, nach ihm; einen St. Franz de Paula,betend; und endlich eine liegende Venus, ohneNamen des Malers.

Welcher von den beyden Th. Brüger dann eineThesis mit dem Wappen des Hauses B uoncompagni,nach Pomerancio — einen todten Christ nach Weyer(Gabriel oder Johann?) — ferner nach Andr.d'Ancona und dem Cav. Borghese gestochen habe,ist uns unbekannt.

— — ( ), heißt in Meusels Mus.

(III. 07.) des obigen Joh. Eonrads Sohn, undSchüler der Königl. Hofkupferstich-Offizin. Um1788. kannte man von ihm: l'Tlmour caresss undI'/Imour rojette nach Cipriani, und einen Amornach Raphael, alle in punktirter Manier. Neuereshaben wir nichts von ihm vernommen.

Brügner, (Johann Gottfried), ein Kupfer-stecher zu Leipzig, von welchem ein Verzeichnißmeines sel. Vaters ein 20. Bildnisse minder be-rühmter Männer (meist Aerzte, Nechtsgelehrteu. s. f.), nach S. Blaekner, D- Hoyer, Lindner,Schumacher, dann auch ohne Namen des Malers(eines des Malers S. Bottschild, nach Blaettner,von 1706. datirt), und endlich Landschaften nachC. du Bois anführt.

* Rrüter, ( ), der Maler von Münster,starb vor 1769. Er hinterließ eine starke Samm-lung von Kupferstichen. Heinecke Aachr. II. 87.

* Rrug, (Lucas oder Ludwig). S. obenRrüger.

Rrull, (Christian Friedrich), Bildhauer undCtahlschneider (um 1780. Herzogl. Münzkommissarund Medailleur zu Braunschweig), geb. zu'Hetzenoder Heßem im Fürstenthum Wolfenbüttel 1748.lernte meistens für sich, durch eignes Studium undNachdenken. Er sollte siudiren; aber die zeich-nenden Künste giengen ihm über Alles. Von ihmkennt man: Ein sehr ähnliches Büste Lefsings ausThon(anderwerts heißt es, auch eine Schaumünzeauf denselben); sicher eine solche auf den HerzogLeopold von Braunschweig. Dann die Stempelzu Braunschweigischen Gold - und Silbermünzen.Dieser geschickte Künstler starb, noch in der Blütheseiner Jahre, 1787. Mensel II. Lauf. sein Lebenvon seinem Freunde, dem Konrektor cheusingerzu Wolfenbüttel, im Braunschw. Magaz. 1788.St. XAVII. und XLVI 1 I.

RrumINer, (Johann), s. Chr. Steinmüller,s. Schüler in den gegenwärtigen Zusätzen.

Rubinsky, (Carl von), ein junger Zeichnerund Maler aus Preussisch - Pommern, der aus sichselbst seine Kunst auf einen ziemlich hohen Gradgebracht hatte. Derselbe arbeitete um 1792. inZürich kür Lavatern; alsdann gieng er als Cabinets-maler in Dienste der Grafen von Stollberg. OhneZweifel ist er der nämliche, der in MeuselsMus 266. Schüler von Casanova heißt, und von

Küchelgen.

welchem sich auf der Dresdner-Kunstausstellungvon 1791. eine H. Familie von eigener Erfindung,in Sepia getuscht, befand, die dort beurtheiltwurde, wie folgt: „ Die Verbindung der Figurenwar gut; doch fanden sich verschiedene Linien zuoft wiederholt. Vorzüglich gefiel die wohl gelegteund vermuthlich nach der Natur ausgeführte Drap-perie. An der Zeichnung wurde einiges (daßzumal an ein Paar Figuren zu viel Anatomie ange-geben sey) ausgesetzt. Immerhin machte das Bildwegen der guten Zusammenarbeitung ein ange-nehmes Ganzes, und man sah, daß der Künstlersich alle Mühe gab, in einem guten Styl zu cvnuponiren". Neueres haben wir nichts von ihn,vernommen.

Ruchersky, ( ). So heißt irgendwo,

ohne Weiteres, ein Künstler, nach welchem Clau-dius Baron gestochen hat.

Rächelgen oder Bügelgen, (Carlvon;,Maler, ein Deutscher von Geburt, dessen Jugend-geschichte uns gänzlich unbekannt ist. Derselbekam, wie es scheint, schon zu Pauls I. Zeiten inRussisch-Kaiserliche Dienste. Von ihm sieht,manim Schlosse zu St. Petersburg ein historirtes Bildder Familie des erwähnten Monarchen, welchesalle Mitglieder derselben außerordentlich kenntlichdarstellen, und überhaupt von großer Schönheitseyn soll. Seume: Mein Sommer i8oä.S. H2. In 1804. unternahm er mit dem Colle-gienrath BähIer eine Reise nach der Krimm, letztrnin naturhistorischer, Lüchelgen in Kunstrücksicht.Bald darauf kehrte er nach Deutschland zurück.(Meusels Arch. II. 168.) In 1805. ward ervon der K. Akademie der bildenden Künste undmechanischen Wissenschaften in Berlin zu ihremauswärtigen ordentlichen Mitglied angenommen,und trug damals den Titel eines Russisch-Kaiser-lichen Landschafts- und Cabinetmalers. Nachseiner Zeichnung hat Nettling (1804.) das BildnißKaiser Alexander I. gestochen.

— — (Gerhard von), <tarls Bruder, Ee-schichtsmaler. Auch von seiner Herkunft undfrühern Lebensgeschichte ist uns nichts bekannt.Zugleich mit seinem Bruder erhielt er i 8 o 5 . dasDiplom eines Mitglieds der Akademie zu Berlin.Auf der Kunstausstellung zu Dresden von 1806.wo sich dieser Künstler eben befand, sah man vonihm ein historisches Oelgemälde: Apoll, der dentodten Hyacinth von der Erde aufhebt, welches vonden Kennern als die Perle des Salons von gedach-tem Jahr betrachtet wurde. Von diesem Bilde hießes in der Jenaischen A- L- Z. 1806. Int. Bl.X.o 55 . „Laß der Künstler dadurch seinen Bernszu der hohem Gattung hinlänglich beurkundet habe:Wenn sich schon hier die Schönheit des Apollsnicht in ihrem ganzen Glänze mit der Wahrheit derForm vereinigen will (?), und auch die Faltungder rothen Drapperie vielleicht dem französischenGeschmack allzu nahe sieht". Und im Meusel-schen Archive 1 l. 1. 97. »Dieses Bild zeichnetsich durch correcte Zeichnung und meisterhafte Nach-ahmung der antiken Gruppe des Patroklus sehrVortheilhast aus- Es ist, was den guten Stylbetrift, vollkommen eines Hartmanns in Stuttgartwürdig, und ersetzt durch diese Vorzüge Alles,was man vielleicht an dem widernatürlichen Coloritauszusetzen haben möchte". (Ueber dieses Bild end-lich erhob sich erst kürzlich (1807.) ein — brodlosecRangstreit mit einem andern von pochmann, ineinem: Sendschreiben über das pochmanmscheGemälde: Diana und Endymion, und dessenzarte Beurtheilung in der Abendzeitung. 8°.Dresden). Aehnliches Lob erhält im Tüdingi-schen M- Bl. S. 4 »i- und 421 sein verwundeterAdonis auf dem Dresdner-Salon von 1807. einBild das dort » unbeschreiblich liebreizend erfundenund ausgeführt" genennt wird; und eben so etlicheseiner Bildnisse (Fernow's, Seume's, u. s. f-)-welche (l. c.) »bestimmt, hervortretend, für jedeIndividualität äusserst, sprechend und charalle-