K ü ch e l g e n.
Misch, getreu und prunklos" (und was Wetters?)wissen. In einer andern Beurtheilung eben diesesSalons (Meus. Arch. II. 3 . 5 .) werden nebenObigem noch zwey Brustbilder eines Heilands undeines Moses von ihm, ihrem hohen Sinn voll-kommen entsprechend genannt, und übcrdas dreyvon Ebendemselben ausgestellte Modelle in Gyps:Nenus, Mars, und — Simon im Kerker sitzendangeführt: »Alle drey" (heißt es) »in wohlge-wählten Stellungen, und letztres besonders vollAusdruck". Dieser Künstler scheint jetzt seinenfesten Aufenthalt in Dresden genommen zu haben.
Rüchelgen, ( ). So heißt auch ein
deutscher Bildhauer, von welchem man auf demDresdner-Kunstsalon von 180/. drey Modelle einerVenus, eines Mars, und eines Eimsons sah,der seine Ketten sprengen will, die sich durch tüch-tiges Verständniß der Form (?) und sorgfältigeAusarbeitung empfahlen, wegen ihrer unbeträcht-lichen Größe aber sich zu wenig ausnehmen. Tüb.M> Bl. 4 Z 4 -
xüchler, (Joh. Christoph), von Darmstadt,zeichnete sich (es giebt eben der Gattungen Künst-ler in Deutschland gerade so viel als derjenigender Dilettanten) durch eine besondere Art vonKunst aus; er streute nämlich mit gefärbtem Zuckerallerhand Landschaften und Figuren auf Bonbons.An diesem Beruf arbeitete er um 1780. zu Ansbach.Mensel Ml'scell. XXV. 53 .
Rüffner, (Abraham Wolfgang), Bildniß-maler und Kupferstecher zu Nürnberg, geb. zuGräfenberg (al. dab. Petzenstein), einem Nürn-bergischen Landstädrchen 1760. Derselbe war fürdie Handelschaft bestimmt, folgte aber seiner Nei-gung zur Kunst und zum Studiren, und begabsich auf die Universität Altorf, wo er aber bald alleseine Zeit der erstem widmete, und sich selbst, ohneLehrmeister, zum Künstler bildete. Nachher wurdeer zum Lehrer im Zeichnen auf eben dieser Universitätangestellt, und beschäftigte sich damals meistensmit Bildnißmalen in Miniatur, nachwerts auchmit kleinen historischen Stücken, welches Alles vielBeyfall fand. Alsdann ließ er sich in Nürnberghäuslich nieder, wo er sich verheyrathete, undfieng dorr mit glücklichem Erfolg an, auch inKupfer zu stechen. Um 1786. vertauschte er seinenStadtaufenthalt mit einem, eine Meile von dortentfernten sogenannten Zeidelgut im MarktfleckenFeucht, wo er in ländlicher Stille seinen fernernArbeiten besser obliegen konnte. Mehrere seinerBlätter, Bildnisse u. a. findet man bey MenselII. Desselben Museum IX. 318. XI. 482. ArchivI. 3 . i 56 . 160. und II. 2. i 53 . 169. Dahin ge-hören: König Gustav ill. Ermordung an einemBall zu Stockholm, und Kaiser Ludwig von Bayern,nach der bekannten herrlichen Anekdote: DemMann ein Ey > Gchweppermann zwey!weiches mau für sein Hauptblatt halt. Noch inden neuesten Tagen sah man von ihm Vieles,theils für seinen eigenen Kunstverlag, theils fürden Buchhandel Gearbeitetes. So z. B. eineSammlung von Ruinen der Ritterburgen,Hlöster, Rirchen u. s. f. Frankens, mit er-läuterndem Texte, wovon das erste Heft i 8 c> 5 .das zweyte 1806. letztres bey Korn in Fürth er-schienen war; dann die Blätter zu der ZeitschriftEudora, welche 1804. in seinem eigenen Verlagans Licht trat, aber nur eines kurzen Daseynsgenoß. Dort sanden sich z. B. die Abbildung derschönen Einsamkeit von Vauklüse, Charakterzeich-«ungen der deutschen Hauptmoden, Theater-Co-stume's, u. s. f. welches Alles sehr gerühmt wurde.Lonf. sei,, Leben und Bildniß im zweyten HefteT. V. Bocks Gamml. von Bildnissengel. Männer und Lünstler.
— (Paul), Kupferstecher, geb. zu Nürn-berg 171z. vielleicht des Obigen Vater. Von ihmkannte man freylich vorzüglich bloß Schriften,Landkarten, u. dgl. Doch arbeitete er auch z. B.a» den Rnorrischen Naturalienwerken, und starb
Künast. 6ZL
1786. Mensel Miscell. XXIX. 3 rg. undEbendes. Rünstlerlex. I. II.
Äuglein, ( ), ein Vildnißmaler. Nach
ihm wurde dasjenige des Russ. Kaisers Alexander 1 .(das beßte von vieren, welche um das I. 1804. inLondon erschienen) in Kupfer gebracht. Ob nichtvielleicht hier von obigem Carl Rüchelgen dieRede sey? Denn aus einem Rüchelgen ej„ M-gelgen, und aus diesem vollends ein Äuglein zuschaffen, macht sich die neuere Kunstgeschichte nurkein Bedenken.
Ruhn oder Ruhne, ( ^ ), ein deutscherBildhauer, Schüler des Sächsischen Hofbild-hauers Patrich. Von ihm sah man auf der Dresd-ner - Kunstausstellung von 1800. ein marmornesviereckigtes Gefäß von antiker Form mttBasreliefswelches in der Allg. R. Z. 1 . 3 .0. 3 i. sehr gerühmtwurde. Eben so auf dem Salon von r 8 o 5 . einstehendes Kind, welches durch die beygefügtenAttribute die Unsterblichkeit anzeigen soll, natür-licher Größe, in carrarischcm Marmor; wie eswieder hieß, »ein wohlgerathenes Bild", mit derbeygefügten Bemerkung: »Gewährte man demKünstler einige Aufmunterung, so würd', er esnoch viel weiter bringen". Auch im Tüb. M- B.S. 435 . wird seiner, aus Veranlassung der Kunst-ausstellung zu Dresden von 1807. neuerdings rühm-liche Erwähnung gethan, wo von ihm (Meus.Arch. II. 3 . 7.) die tvohlgetroffene Büste desMaler Friedrichs von Riga ersichtlich war.
Rühnel, (Ch. Friedrich). So heißt imN-inklerschen Gantkatalog ein don Dippoldis-walde gebürtiger Maler, Zeichner und Kupferätzer,der (1802.) bey der Porzellanfabrik zu Meisten an-gestellt war, und von welchem gedachter Katalogi 3 . Blätter Militär-Scenen von Husaren undPatrouillen-Gefechten, mit 1776. und 77. datirtkennt. In wie weit dieser Künstler mit dem gleichfolgenden Eine Person seyn dürfte, ist uns unbe-kannt. Indessen scheinen das Geburtsjahr desletztem (1766.) und die Jahrszahlen der Blättervon unserm Ch. Fried. (1776. u. 77-) gleich zuver-läßige Data zu seyn.
— — (Friedrich), Maler, geb. 1766. zuDippoldiswalde. Derselbe kam 1781. nach Dres-den, genoß dort des Unterrichts von Schcnau undCasanova, studirte fleiffig nach den Antiken undnach dem Modelle, und malte Bildniß und Ge-schichte mit gutem Erfolge. So kannte man z. B«von ihm um 1788'. einen Meleager und Atalanta.In seinen Bildnissen fand man durchgehends Wahr-heit, ein kräftiges, jedem Gesicht eigenthümlichesColorit, schöne Formen, Charakter und Züge einesHistorienzeichners. Dann gebührt ihm die Ehre,daß in eben erwähntem Jahr (als wegen Verän-derung des Akademiegebäudes die akademischenUebungen eine Weile unterbleiben mußten), erdenersten Gedanken zu der nützlichen Jnterimsanstaltgab, welche von ihm und etlichen andern jungenKünstlern (Albrecht, Tasse', Maerersperger,pochmann, Sack und Seysserr) errichtet wurde.Von da an haben wir nichts Weiteres von ihmvernommen. Reller. Lonk. die Bemerkung amSchlüsse des gleich vorhergehnden Artikels.
Rüllmev, (Freyherr von), eines der erstenmechanischen Genies in Deutschland, welchenwir hiet nur deswegen anführen, weil er zugleichein sehr geschickter Graveur in Gold und Silberwar« Er starb in Arnsiadt 1766. Von seinenLebensumständen findet man sehr lesenswertheNachrichten in dem AUg. Litt. Anzeiger 1796.X.» 4r.
Rünäst, (Balthasar Ludw.)v lebte im J. 1649.zu Straßburg; ein großer Kunstliebhaber, überdessen Raritäten-Cabinet im 1 .1668. ein gedrucktesVerzeichniß herauskam. (S. Gogbscher Büchcr-Catalog r 4 c> 3 .) Unter denselben befand sicheine Haarlocke Albrecht Dürers, welche nach meh-rern Handänderungen an H. Hüsgen in Frank
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