Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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§.

- Laan (A. van der), Zeichner und Stechermit der Nadel und dem Grabstichel, wie manglaubt geb. zu Utrecht um 1690. (nicht 16^8. wiees bey dem elenden Bafan beißt). In Paris,wo er sich einige Zeit aufhielt, arbeitete er vor-nehmlich für die Buchhändler und die Kunstver-leger. Seine Landschaften nach Glauber sind, zumTheil gemeinschaftlich mit diesem, mit einer feinenNadel geätzt; bey genauer Untersuchung aber findetman, daß es ihnen an Bestimmtheit fehlt, Mankennt auch von ihm einige Bildnisse; wie z. B.dasjenige von Laur. Köster, dem beglaubten Er-finder der Buchdruckerkunst, ohne Namen desMalers. Rost VI. 3 o 4 > Brandes führt vonihm eine burleske Jagd von Zwergen an.

Laar (A. van). So heißt irgendwo einneuerer holländischer Künstler, der um i 8 c» 5 . Un-terricht im Zeichnen, in der Zeichenschule zuArnhem gab.

- — oder Laer (Peter von), von seinerLelbesgestalt sowohl als seiner Kunstgattung wegenBamboccio genannt. Derselbe kam jung nachRom. Seine Composttionen enthalten gewöhnlicheine große Menge Figuren von Menschen undThieren, und find theils mit Architekturen geziert,theils mit Seeaussichten belebt. Nach seiner Rück-kehr ins Vaterland hatte er sich zu Harlem nieder-gelassen; und da ihm seine schwächliche Leibscon-siitukion nur eine oft unterbrochene Gesundheitgewährte, so vermehrten sich gegen sein Sechzig-stes seine Beschwerden so sehr, daß der Mann,welcher sonst durch seine comische Figur, seinmunteres Gemüth, und sein Saitenspiel alleGesellschaften zu beleben gewohnt war, i» eineschwarze Melancholie verfiel, und von da anbis an sinnen, 1670 , 74. oder erfolgten,Tod, Andern und sich selbst zur Last wurde. NachHoubracke,, wäre er hauptsächlich aus Verdrußgestorben, daß man ihm Wouwermann's vorzog,der seine Arbeiten zu niedrigern Preisen verkaufte,was aber von Vielen gänzlich widersprochen wird.Nach Andern hätte er sich gar, eines mit mehrernlosen Gesellen verübten Mordes wegen, in einemBrunnen ertrankt. Allein wir wollen lieber demwackern Sandrart glauben, welcher uns kurzsagt: „perer sey von diesem Irrwischen Wirrwarrm die ewige Ruhe übergegangen." In einer Cha-rakteristik von ihm, bey Ü)arelee, liest man, ne-ben Anderm: „Man versichert, daß er seine Pro-spekte meistens aus dem Gedächtnisse malte. Diemehr und weniger leichten Dünste, mit denen dieruft „ach den verschiedenen Tagsstundcn, oder nachden Abwechselungen der Atmosphäre angefüllt ist,druckte er mit ungemeiner Leichtigkeit aus." Und:«lLr gieng nie eher an die Arbeit, bis er durchdrPremng irgend eines Instruments seinen GeistSwichsam zu dem Ton'erhoben hatte, der ihm^vthig war." „Seine meistens nur spannenlangeü'guren" (heißt es dann bey Lanzi I. 51,9.)»waren so lebhaft und so gut coldrirt, und mit

so natürlichen Umgebungen begleitet, daß man(wie passeri bemerkt 1 Alles wie durch ein of-fenes Fenster zu erblicken glaubte. Auch ernsthafteMaler studirken daher in seinen Werken, wenig-stens die große Wahrheit seiner Tinten; selbst solche,die es übrigens »»gerne sahen, daß die Kunst sichzu so nichtswürdigen Gegenständen erniedrige"Unv eben auch darüber ereifert sich der wackereFioriHo I. i/Z. wie folgt: »von Laar" i sagter) „erwarb sich vermittelst seiner durch ein glän-zendes Kolorit und einen kecken Pinselstrich geho-benen Possen so großen und allgemeinen Beyfall,daß selbst Männer von Talent, die schon einebessere Bildung empfangen hatten, um Arbeit zubekommen, genöthigt waren, den richtigen Wegder Kunst zu verlassen, und sich auf geschmackloseFratzen zu legen, weil nur diese von den Großengeliebt und begünstiget wurden. Das Wunder-barste dabey.ist, daß dieses Uebel nirgends in ganzItalien so sehr einriß, wie zu Rom (man seheSacchi's und Albam's Briefe hierüber in derVelsina pittrlos II. 267. st §099 ), gleichsam imAngesicht unzähliger Denkmäler der edelsten grie-chischen und altrömischen Kunst; dem Vatikan,der Capella Sistina, und tausend andern daselbstbefindlichen Meisterwerken zum Trotz; in Rom zueiner Zeit, wo die geschicktesten Meister aus derSchule der Caracci diese Stadt verschönerten;in Rom endlich, wo man glauben sollte, daßwenigstens in den Adern der Großen noch irgendein Tropfe vom Blut jener alten Römer flösse,von denen sie ihr Geschlecht ableiten Aber geradediese Pamfili, diese Colonna,. diese Borghesi warenes, die in ihren Pallästen, statt der heroischenThaten ihrer Vorfahren, die platten und nicdriwnDarstellungen eines Teniers, eines'Ostade, einesLaar, und so viel anderer berühmten Rhyparo-graphen (ösmboocisnti) aufnahmen"; wobeynoch eben dieser Schriftsteller bemerkt: Schwerlichmöchte sich in einer andern neuern Sprache einWort finden, das dem italiänischen Ausdruck sogut entspräche, als der eben erwähnte griechische,der, eben so wie jener, an die Wahl unedlerGegenstände sogleich auch den Begriff des Un-würdigen und Verachteten knüpft. Wie übrigensunser von Laar dergleichen Vorwürfe gleich-sam zum Voraus beantwortet hat, liest man indem merkwürdigen Schreiben von ihm an denHondekoerer ^dak. Harlem 166H.) wo es nebenAnderm heißt: „ Du weißt. in Italien war ichein Freund der großen Künstler. Selige Erinne-rung führt mir noch oft den Genuß ihres Zu-trauens, womit sich wahre Freundschaft, scherzendeGrazie und Bruderliebe verbanden, ins Gedächtnißzurück. Ihr Umgang war für mich die Schule,worinnen ich die Schwierigkeiten habe kennenlernen, womit sie bei Höfen zu kämpfen hatten.Aus dieser Ursache wurde ich veranlasset, den Wegdes guten Geschmacks zu verlassen, um der Kri-tik und der affektirten Liebhaberei), die den Künstlermeistens verhungern laßt, nicht mehr zu hofften;mit wahrer Ueberlegunq ward mein Pinsel einOpfer der Geschmacklosigkeit, die mich jezt bezahlt

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