704 Lievre.
Ll'evre ( ). So wird im Llmunacü 6es
8eaux- 4rts von 1802. ohne Weiteres, ein damalszu Paris lebender Stempelschneider genannt. Spä-terhin heißt er im Tübing. Morgenbl. 1807.S. 7Z6. unter dem (wahrscheinlich ganz irrige»)Namen Geli'evre, ein berühmter Steinschneider,von dem man um 1807 das Bildniß des Reichs-Erzkanzlers auf einen Korall - Onix geschnitten sah,wovon Abdrücke um geringen Preis verkauft wurden.
Lierv (Johann). So heißt irgendwo, ohneWeiteres, ein Kupferstecher zu Paris um 16Z0.der durch Bildnisse bekannt sey.
Ll'gario (Cäsar), des nachfolgenden PetersSohn, geb. zu Mailand 1716. Er studirte zuVenedig unter I. B. Pittoni, worauf er unterseinem Vater zu Mailand seine Geschicklichkeit inverschiedenen Kirchen und Pallästen in Oel undFresko bewies. Eben so arbeitete er zu Como,in den Kirchen S- Girolamo Miani und S. Trinita,gemeinschaftlich mit Riva Palazzi, einem Orna-mentmaler von Mailand, ssasar erreichte zwar denRuhm seines Vaters nicht, wiewohl er das Mittel-mäßige überstieg. Er folgte den Manieren desSeb. Ricci und I. B. Tiepolo's. Um 1755. lebteer noch zu Sondrio im Veltlin. III. 496.
Lehman»! II. 332—33.
----- (Peter oder Johann Peter), geb.zu Sondrio, dem Hauptflecken des Veltlins imI. 1686. Er lernte die Kunst zu Rom bey Lazaro-Daldi, wo er sich den festen Riß und kühnen Aus-druck der römischen Schule, so wie nachwerts zuVenedig die glückliche Farbenmischung der SchülerLitians eigen machte. Seine ersten öffentlichenProben legte er zu Como, dann in seinem Geburts-land ab, wo sich in Kirchen und Pallästen eineMenge Arbeit in Oel und Fresco (auch Etaffeley-gemalde) von ihm finden. Alsdann übte er eineWeile seine Kunst zu Mailand aus, wo viele rref-liche Gemälde von ihm aufbehalten werden. ImI. 1722. kehrte er in sein Vaterland zurück, woman in der Hauptkirche zu Morbegno ein prächtigesGewvlb in Fresco, und zwey große Altarstückesieht, von denen das eine die Herabnehmung vomKreuz, das andre die Ausgießung des H. Geistesvorstellt. Aehnliche schöne Arbeiten trift man vonihm in den Kirchen zu Ardenn, Cidrasco undSondrio, und besonders in der Kirche des Nonnen-klosters an letzterm Ort sein Meisterwerk, den H.Benedikt an. Er war in der Zeichnung, Gruppi-rung, Haltung und dem Colorite gleich stark.Einzig wurden an ihm eine allzugroße Einförmig-keit der Gesichtsbildungen seiner Figuren, die zukurzen Beine und Hände, und endlich die allzu-abgemessenen Falten seiner Drapperien getadelt.Redendem war er nicht nur ein recht guter Archi-tektur- Blumen- und Früchtenmaler, sondern erbesaß mich, ausser der Malerey, ein fast allge-meines Kunstgenie. So ätzte er z. B. schon inseiner Jugend ein vortrefliches Blatt nach seinereignen Erfindung, welches den Markyrer-Tod desH. Andreas (nicht Petrus, wie es irgendwo heißt)in einer schönen Landschaft vorstellt, und auch imNOrnklerschen Katalog als etwas Vorzüglichesund Seltenes genannt wird. So verfertigte ereine Orgel mit vielen Registern, und eine Uhr vonbesondrer Erfindung mit einer cylindrischen Pendul.Er st. im 1.1748 (al I>. 1722.) wenige Tage nach-dem er seinen Si.Benediktvollendethatte. Unstreitigwar dieser Künstler nicht nur der beßte Maler seinesLandes, sondern auch, unter seinen Zeitgenosseneiner der ersten in Welschland. Lebmann II.332—33 Nach ihm hat C- Bianchi einen Abanusde Maculanis gestochen.
— — (Viktoria), Perers Tochter, arbeitetemit demselben in gleicher Kunst, freylich, gleichihrem Bruder, ohne ihren Vater zu erreichen.Neben dem zeichnete sie sich durch ihre besondernTalente in der Vocal- und Instrumentalmusik aus.
I. c. und Lebmann I. c.
Ligorio.
Liger. So nennt schon mein sei. Vater um1780. einen Kupferstecher, von dem man damalsBlätter in Crayonmanier, wie z. B I'^monroorr!§s und le Kerker icherl, ohne Namen desMalers sah. Ganz unbekannt ist es uns, ob solcherder nämliche sey, welcher in neuern Tagen einvortreflicher französischer Künstler in Spanien ge-nannt wird, der dort, gemeinschaftlich mit einemseiner Landsleuke, Moulinier, wahrscheinlich alsZeichner an dem Prachtwerke der Mg.
resque lle l'Lspa^ne, psr eis /a Lolche arbei-tete, wovon die zwey ersten Lieferungen in i8oö.zu Paris ans Licht traten. Beyde eben genannieKünstler heißen in derN. Ausgabe von Elerisseaus))ntic>ulte8 cls Lrance Zöglinge desselben, die beyihrer Rückreise von Rom es zu verhüten wußten, daßdas 1790. entdeckte schöne alre Thor von Nismesnicht zerstört wurde. Stecher der gedachten Vv)-^pittoregijus sind: Daltard, Couchö der Sohn,Denoist, Dequevauvillers, Godefroy Vater undSohn, Lorieux, de la Porte, Reville und Vicq.
Ll'gbtfood (Wilhelm), Maler und Kupfer-stecher, geb. in England um 1640. Derselbe istbeynahe nur durch ff. wenige Worte von Evessnbekannt: „L. hat einen sehr eigenen Grabstichel,und für Nettigkeit seiner Stiche ein besondresTalent. Er hat einige Madonnen gegeben, indenen er wenig hinter den Wierinx zurückbleibt/'LValpole glaubt, er sey der Maler dieses Namens,der unter der Regierung Carl II. blühete und Land-schaften und Architektur malte. Rost IX. 67.
Llghrorvler (T ). So heißt ein englischerBaumeister, der zu Anfang des XVIII. Jahrhun-derts nach Wien berufen worden.
Ll'gll sl. I>. Ll'rios (Ventura), ein spani-scher Maler aus der zweykenHälfte des XVII. Jahrh,der von dem Herzog von Beiar einen Ruf erhielt,und in Italien unter L. Giordano studirt haben soll.Der Pallast des erwähnten Herzogs bewahrt vieleal Fresco's von ihm, welche Feldschlachren u. a.darstellen, was mit einem leichten, nur allzuflüchrtigen Pinsel ausgeführt ist. Fiorillo IV. 27/,.
Ligny (Franz de:. So heißt ein ältererfran-zösischer Kunstverleger, bey welchem man, nebenAnderm, Landschaften nach C> Dughet und F.Mile fand. Basan nennt ihn wirklich Rupfer-ftecher, doch bloß von zwey mittelmäßigen Land-schaften, eben nach Dughet.
Ll'gon ( de). Und so ein französischer Ku-pferstecher, von dem wir aber nichts, als eineAnsicht der Stadt Lindau in der Vovage pitto-resijNL lle !s Luisss, nach Perignon kennen.
* Lrgorio (Pyrrhus), Maler, Baumeister,Antiquar und Schriftsteller, eigentlich von Seggiodi Porta nuova gebürtig. Unter Paul IV. wurdeer zum Architekt von Sr Peter ernannt. Von demguten alten M. Angelo streute er aus, daß erkindisch geworden, und wurde darüber, wie schondas Lexikon bemerkt, seiner Stelle entsetzt. B-'YPius IV. kam er wieder in Gnaden, und erhieltvon demselben den Auftrag, die Zeichnung zu demGrabmal des erstgenannten Papstes zu entwerfen.Eine seiner architektonischen Arbeiten soll der kleinePallast im Lustwäldchen Belvedere, und eine andreder Pallast Lamelotti auf der Piazza Navona seyn.Andres von ihm führt Bagli'om an. Die großeUneinigkeit, in welcher dieser bissige Mann mitFr. Salviati lebte, vermochte ihn dann in Ferra-resische Dienste zu treten, wo er besonders seineGeschicklichkeit in der Wasserbaukunst bewies.Seinen Tod zu Ferrara setzt Fsorillo erst in i5gö.andre in i58c> an Da er ein eifriger Liebhabervon Alterthümern war. so sammelte er dergleichenungemein viel, besonders im Königreich Neapel,und zeichnete selbst verschiedene alle Gebäude ab,deren Maaße aber, nach MülAl'a's (K-I ters. II.19) Urtheil, nicht treu angegeben sind. Die Fruchtdieser feiner Bemühungen magizinirte er in einem