Lrgozis.
ungeheuern handschriftlichen Werke von 3 c>—40.Fänden, welche anfänglich von der Turiner-Biblioschek um 18,000. Scudi erhandelt wurden, wovonaber nachwerts ein Theil an das Haus Farnese kam,und gegenwärtig zu Neapel in Capo di Monte auf-bewahrt wird. Massel, Muratori und Span-heim führen diese Handschrift zum öfter» an; derletztre jedoch mit dem Urtheil, daß man sich aufdie Erklärung, welche L- von den griechischenDenkmälern gegeben, nicht verlassen dürfe, weiles ihm an genauer Kenntniß der griechischenSprache gemangelt habe. Einzelne Abhandlungenvon ihm erschienen zu verschiedenen Zeiten; soz. B- Descriptio Vlllsc Viburtinae, kol. Uomssc.s. — <ls Eircl, Vestri et ^mfiteatri etc.8°. Venet. 558 . von Murr dann (6ibl. ä. peilit.I.162.) behauptet nach Leysler (I. ig 5 -), daßsich eine lMstoria picturre et 8culpturre von ihmunter seinen Handschriften zu Turin wirklich befinde.Fiorillo n. 190—92. Auch Lanzi I. 424. heißtden Ligocio einen unsichern Alterthumskundigen,aber guten Architekt, und Freskanten von einigemVerdienst; einen frechen Mann, derben Ricciarellihaßte, weil derselbe den Buonaroti hochachtete,uud Salviati, weil dieser ihn selber geringschätzte;baß er wirklich beyde von der ihnen vom Papst auf-getragenen Arbeit zu entfernen wußte, und beydedarüber, so gut als vor Kummer starben. Dann.führt er von pyrrhus etliche zu Rom gemalteHäuserfa^aden an, und im Oratorium von St.Johann dem Täufer den Tanz der Tochter Herodis,dürftig gezeichnet und matt colorirt, aber mit guterPerspektiv und jenem Kleiderprunk ausgestattet,der sonst der venetianischen Schule eigen ist. BeyMill'zia l. 0. heißt es: Man finde zu Rom vonihm allerley gelb in Helldunkel Gemaltes, dasMetall, oder — gar Gold vorstellen soll. Gestochennach ihm haben Brambilla das /lrviariumVarronis;Ungenannte: Die Stadt Rom (i 552 .) und denPallast Lancelotti (i 56 o.) und endlich Ducchetti(i58i—82.) verlegt: Lircus Klamiuius u. Vüermreftiocletianss.
*Llgozio (Hermann oder Johann Hermann),von der"Familie des nachfolgenden Jacobs, und,nach den LloZi sei kittori, vollends desselbenVater, obgleich Pozzo, der Mitbürger und Lebens-beschreiber von beyden, nichts davon weißt. AnVerdienst stand er Jacob wenig nach, wie ausseiner schon im Lex. angeführten Arbeit erhellet.
* — —- (Jacob). Unter seiner Aufsicht (heißtes bey Fiorillo I. 45/. conf. mit der Verbesserungim Reg. zu diesem Werke) wurde, in dem Zeit-raume von i6ZZ—49. die schönste aller sogenanntenFlorentinischen Musiv - Arbeiten gemacht, welchenoch jetzt in der sogenannten Tribune zu Florenzbewundert wird. Allein sein schon 162/. erfolgterTod widerspricht dieser Notizz offenbar; obgleichfreylich auch Baldmucci IX. 20. (wo er alleKünstler nennt, die an diesem schönen Werk Antheilnahmen) ausdrücklich sagt, daß die Friese darannach Ligozio's Zeichnung sey verfertigt worden;was sich denn mit der übrigen Geschichte der mehrgedachten Arbeit ganz gut vertragt; nur baß dieAufsicht über das Ganze sehr wahrscheinlich demIrc. Aurelli gebühret, wie es bey ssiorillo an-fänglich wohl richtig hieß. Als Maler war er dochwahrscheinlicher (wie Baldinucci sagt) P. Vero-nese's, als hingegen (wie Massel jenen verbessernwollte) Carotti's Schüler, da bey dem Tod diesesletztem Ligozio kaum drey Jahre zählte. DerVorzug, den ihm der Großherzog Ferdinand in derGalerie-Aufsicht vor allen Eingebornen gab, machteihm (wie Lanzi 1.220 meynt, und solches seyn —aber auch nicht seyn kann) große Ehre. Schon inseiner ursprünglichen (Veronesischen) Schule hattedieser Künstler verschiedene Arbeiten geliefert, undbrachte nach Florenz eine Freyheit des Pinsels,ein machinoses Componiren einen Geschmack inVerzierungen und etwas Graziöses und Muntres,das dort sonst ungewöhnlich war. Seine Zeichnungd>ar schon richtig, und in Toscana ward sie es
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immer mehr; und seinem Colorit, ob es gleich nichtPaolo's seines war, mangelte es nicht an Wahrheitund Leben. Zu Florenz sieht man mit Wohlgefallenseine 17. Lunetten im Kloster Allerheiligen, undbesonders jene Unterredung der beyden Stifter,St. Franzisc und St. Dominic worunter er:Zur Beschämung seiner ^freunde! d. h. seiner— Neider schrieb. Dies war seine beßte Arbeit inFresco. Weit mehr aber malte er in Oel für ver-schiedene Kirchen: So z. B. sein machinoses Ge-mäld in St. Maria Novell« (St- Raimond, derein Kind von Todten erweckt), und im nämlichenGeschmacke die HH. vier Gekrönten, alle Scalzizu Jmola, ein so schönes Bild, daß man darin»ganz seinen Lehrer Paolo erkennt, eben so wie inseinem Martyrthum von St. Dorothea bey denKonventualen zu Pescia; Alles ist darinn lebendigzum Täuschen, die Heilige selbst zumal, die,aufihren Knieen in lieblicher Ruhe ihr Leben dahingiebt, und von den umstehnden Engeln die blut-besprizte Palme erwartet. Andremal ist er einfacher(wie z. B in seinem St. Diego bey Allerheiligen,oder in den Engeln bey den Vatern Scopoli) immeraber ein Künstler der gefällt, und zeigt, daß erfühle was er malt. Dann arbeitete er auch Vielesfür Privaten. In solchen kleinen Ctaffeleygemäldenist er ganz vollendet, und ausgepinselt, wie wennes Miniaturen wären, worinn er ebenfalls eingroßer Meister war. I. c. 2Z0 —Zi. In
verschiedenen Manieren gearbeitet nach ihm habenA. Andreani: Eine Madonna mit St. Franziscund einer Nonne ein schöner Holzschnitt, hellbraunabgedruckt und mit Weiß erhöht ; dann der Traumdes Lebens (eine von den Leidenschaften angegriffeneFrauensperson, ein ebenfalls in Holz geschnittenesbald grau, bald roch en Camajeux abgedrucktes,und, besonders ohne Namey der Künstler, seltenesBlatt); P. Custos einen todten Christ von einemEngel gehalten; Aug. Carracci eine Madonna imhalben Monde (die unbefleckte Empfangniß); P.Jode eine Maria Magdalena, I. Müller einentodten Christ auf dem Leintuch (ein schönes Blatt);Pomarcde des Künstlers Bildniß in der Florent.Galerie; I. T- Prestel den Sieg der Tugend überdas Laster in Zeichuuugsmaiiier mit Gold erhöht;I. Sadeler eine Madonna in den Wolken (einartiges Blatt); R- Sadeler eine Madonna in derGlorie, und ein Ecce Homo. Andres, uns Unbe-kanntes, D. Falcine, Lh. Galle, und Bh. Tho-maffin. In neuern Tagen Joseph Bürde zu Prag:Einen Krcuztragenden Heiland, u. s. f. Die ge-nauere Litteratur über mehrere der obgenannten s.in den Katalogen von Wmkler und Brandes.Bey dem erstern finden sich ein Paar Blätter, dievon ihm selbst herrühren könnten; wie z. B. eineH. Familie, die Mutter an einer Säule sitzend, mitSt. Anna u. s. f. in Holz geschnitten, und in gelb-lichtem Helldunkel abgedruckt. Zuverläßiges abervon seinen eignen Gravurarbeitcn, in mehrernManieren, deren die Geschichte bloß überhauptErwähnung thut, ist uns nichts bekannt.
* Lilie» (Andreas). Die einen hielten ihn füreinen Schüler, die andern bloß für einen Nach-ahmer von Barozi; letztres war er mehr M Coloritals in allem klebrigen. Er arbeitete meistens inFresco, bisweilen in Gesellschaft von Urbino, undstarb unter der Regierung Pauls V. 55 . Jahre alt.Häuslicher Verdruß machten, daß seme Kunst all-mälig in Abnahme gerierh. Ancona besitzt ver-schiedene seiner Frescvgemälde von ungleichemWerthe. Auch in Oel siebt man von seinen Bilderna Paolotti, bey Et Augusiin, und in der dortigenSakristei) einige Geschichten von St. Niclaus,welche sehr gerühmt werden. Eines seiner größtenWerke sind seine Alle Heiligen im Dome zu Fano,ein Bild von sehr zahlreichen Figuren, wohl ge-ordnet, und im guten Barocciscyen Geschmacke —wenn nicht gezeichnet (?i, doch colorirt. LcML'r I»480. Don den nach ihm gestochenen Blätternwissen wir keines namentlich anzugeben, ausser einim winklerschen Katalog angeführtes großesXxxx