r8?v Thorlithvaite.
Thorpe.
Hen junger Künstler herausgeben, was aber un-terblieb. Im Jahr 172^. stiftete er in seinerWohnung eine Akademie, worin im Zeichnen nachdem Nackten Unterricht ertheilt wurde, nachdemder Plan, den er zu einer Königlichen Akademieentworfen und dem Lord Halifax vorgelegt hatte,und welche mit der Besoldung der Lehrer nichtmehr als 3 i 3 g. Pf. St. jährlich kosten sollte,gescheitert war. Er gab bey dieser Gelegenheiteinige Blößen, da er, der von der Architekturnichts verstand, dennoch den Plan zu dem Ge-bäude der Akademie entwarf. Thornhill wurdeseiner Verdienste wegen von Georg I. zum Rit-ter ernannt. Er hinterließ einen Sohn, James,der sich ebenfalls der Kunst widmete, und vor-züglich Seegegenden malte, und eine Tochter-welche der späterhin so berühmt gewordene Ho-garth heirathete. Seine Sammlung wurde nachseinem Tode versteigert. Auch seine Cartons ka-men unter den Hammer des Auctionators; diegroßen gingen für 200. Pf. und die kleinen für75. Pf. St. weg. Dergleichen hatte unser Künst-ler einst auch als Copien der Raphaelischen fürden Herzog von Chandos um den Preiß von 5 ooo.Guineen verfertigt. Von diesem ihrem ersten Be-sitzer kamen solche an den Herzog von Bedford,und wurden (1800.) bey der Versteigerung von dessenGemälden, einem Mr. Bryant, der Form nach,für 45 o. Guineen zugeschlagen; in der That abernahm sie der Herzog zurück, und machte darausder Königl. Akademie ein — Königliches Ge-schenk, wie solches nur ein Dritte thut, welchesnunmehr in einem besonders dazu eingerichtetenZimmer in Sommersethouse aufbewahrt wird.Von Thornhills Zöglingen sind nur Andrew,der um dieselbe Zeit, wie sein Meister, zu Parisstarb, und Robert Brown, der unter seiner Auf-sicht an den Gemälden der St. Paulskuppel ar-beitete, bekannt geworden. Ein Verzeichniß derübrigen Werke des Unsrigen findet man bey Wal-pole S. ig. Dallarvay I. '106. nennt nochvon ihm, in der Kapelle der Königin zu Oxfordeinen Plafond (ob dasselbe Bild, dessen auch obenFloriUo im Allgemeinen Erwähnung thut?):Eine Himmelfahrt, und an gleichem Ort eineAuferständniß des Erzbischofs Chicheley, in —Bischöflicher Kleidung; dann Milizia (Lst. ter?.)II. a 3 o. in dem Leben von Joh. Bans Brugg:Die Schildereyen in dem, von jenem erbautenPallaste zu Blenheim in der Grafschaft Oxford,den die Englische Nation dem Herzoge von Marl-borough zu Ehren errichten ließ. Seine Geschichtevon St. Paul in acht Folio-Blättern, wovond'Argensville spricht, haben Baron , Deauvais,Carl du Bosc, G. van der Gucht und Simon-neau der ältere, und dann auch H. Winstanleyin Kupfer gebracht. Noch kennt man von ihmBildnisse; wie z. B. Stephan Duck's, von G.Bickham, dem jünger»; Nich. Bentley's, vonG- Vertue; und John Sheppard's, gefesselt imGefängnisse, von G. White. Nach r^ost IX.»oft soll er auch selbst verschiedene Blätter, wiez. B. Adam und Eva, in einem freyen und geist-reichen Style geetzt haben. „Die Fehler seinerZeichnung und seines Colorits" (heißt es beyWareler) »können den Gebrechen seiner pittores-ken Erziehung zugeschrieben werden".
* Thoruthvaite (E.). Ein wenig bekann-ter Englischer Stecher neuester Zeit, und zwarvornehmlich in Helldunkel. In 1784. sah' manvon ihm und I. Hall gemeinschaftlich gearbeitet,ein Blatt: Tod des Capit. Cook, nach G. Carter.Dann: Eine alte Statüe des Herkules, nachEdwards Zeichnung.
Tbornton (Johann oder Thomas), der be-rühmteste Englische Glasmaler, gebürtig ausConventry. Derselbe blühete zu Anfang des XV.Jahrhunderts. Von ihm sind die Gemälde andem großen Fenster der Kathedrale zu Pork,gegen Abend, eines der bewundernswürdigstenWerke dieser Kunstgattung, weiche er auf Kosten
des Dechanten und Capitels gedachter Hauptkirchsverfertigte, und dafür wöchentlich 4. Schilt. aufAbschlag erhielt. In dem Contract wurden ihmjährlich 100 Schilling, und, wenn er das Ganzegut vollendet hatte, noch in. Pf. mehr verspro-chen. Jedoch mußte die Arbeit unter drey Jah-ren fertig seyn. Aus einem andern Contract vourJahr iö 38 . ergiebt es sich, daß der Glaser füreinen Fuß weißen Glases in einem westlichenFenster derselbe» Kathedrale sechs Pence und fürgefärbtes zwölf Pence erhielt. FiorMo V. i 55 .
Tbornton ( ) Dr., gab (ob selbst ausüben-
der Künstler ist uns unbekannt?) seit i 8 c» 5 . unterdem Titel des Tempels der Flora oder des Na-turgartens , das prächtigste Werk in seiner Art.Jedes Heft im größten Folioformat besteht aus3 o kolorirtenPflanzewAbbildungen, die nach Reina-gle's Zeichnungen Carlow (Earlow?), Landheer undandre große Künstler gestochen haben. Es sind nur5 oo Exemplare davon ausgegeben. Die gemaltenOriginale kann man in der sogenannten Linnei-schen Gallerte in Manchestersquare täglich zu sehenbekommen. Bey jeder Pflanze und Blume befin-det sich ein kleines Gedicht von Darwin, Maurrice, Pye und andern beliebten Dichtern des Ta-ges. FisxiUo V. 8/,7.
^Thortivliet, s. Torenvliet im Lex. undunten.
* Thors oder Tors (B.)> S. den folgendenJoh. Bapt. Thoro oder Tors.
* — — — (Johann Baptist), Bild-
hauer und Zeichner für die Goldschmiede um 1700.Die verschiedenen Folgen seiner Grabmähler,Cartouchen, Trophäen, Vasen, Arabesken, Verszierungsbücher, u. s. f., welche bey Gantrot zuParis in kl. Fol. erschienen, sind nicht, wie dasLex. glaubt, von ihm selbst, sondern nach seinenZeichnungen meist von C. Cochin und dann vonde Rochefort und Joullain geetzt. Kopien davonließ Jeremias Wolff zu Augsburg, für seinenVerlag, fertigen. Noch kennen wir nach der Er,findung eines B. Tors (ob zuverläßig des Unsri-gen?) ein: „Neu Buch von Cartouchen", an Louisde Lenfant, Kommissair der Königl. Truppen inder Provence, dedicirt und von F. de Poilly zuParis kl. Fol. verlegt. Des Geschmackes der Er-findung und wegen der Zueignung an einen Pro-vencer, konnte es nämlich vielleicht der Fall sey»,daß dieser mit dem B- Taror i. d. Zusätzen Eine Per-sonwäre. VonThoro besaß (181».) der Erbe desKunstdilettanten Paignon-Dijonval zu Paris, an20. ausgetuschte Federzeichnungen von Arabes-ken , Vasen u. dgl.
Thorowgood (E-), Kupferstecher zu Lon-don, der zu einem dort, von Amcs (g°. 17)9.)herausgegebenen Werke über die BuchdruckerkunstBlätter geliefert hat.
Thorpe (Johann). „Die Nachrichten'vondiesem Meister" (heißt es bey Fiorillo V. 266.)„verdanken wir dem Grafen von.Warwick, dersie walpole'n mitgetheilt hat. Er lebte unterElisabeth und Jacob, war ein geübter Zeichner,und entwarf oder vergrößerte die merkwürdigstenGebäude, die am Ende des XVl. und am An-fang des XVII. Jahrhunderts aufgeführt wurden-Der Graf Warwick besaß in seiner Sammlungeinen Folioband mit Zeichnungen von Tborpe,welche viele Grundrisse, aber wenige Aufrisse vonPallästen und Landsitzen des Adels darstellen.Einige sind mit seinem Namen bezeichnet; andreunter seiner Aufficht verändert; da aber die mei-sten Bemerkungen nur kurz hingeworfen sind, sokann man kein bestimmtes Urtheil fallen. Diewichtigsten Grundrisse stellen folgende Gebäudedar: Somersethouse, Buckhurst-house in Sussex,ein ungeheures Werk!; Woolaton; Copthall,Burleigh-house; Burleigh on the Hill, ein Land-sitz des Herzogs von Buckingham (seine wichtigste