L h o r u p.
Thorwaldfen» 1371
Baute); ein Landsitz des Sir Walter Cope, ge-genwärtig Holland-Hause zu Kensington; Wddy-hall, in Essex; Audley-inn (dieses, wie Dalla-rvay II. 71. sagt, nach der Zeichnung des Grafenvon Nordhampton, Heinrich Howards); Ampt-hill, gegenwärtig Houghton genannt; AmpthillOld-House, ein großer Pallast, worin Catharinavon Arragonien eine Zeitlang wohnte, und Kirby,zu welchem Gebäude I. Thorpe, wie er sagt,im Jahr 1570. den ersten Stein legte. Der Ge-schmack, der in allen diesen großen Gebäudenherrscht, ist jene abentheueriiche Mischung gothi-scher und griechischer Architektur, die vorzüglichin der Zeit überhand nahm, als der brittischeAdel seine festen Raubschlöffer, nach dem been-digten Kampfe zwischen der rothen und weißenNose, verließ, und mehr Bequemlichkeit undPracht suchte. Auch ist Walpole's Meinung,daß die sogenannte gothische Architektur nur zu. heiligen Gebäuden, nie aber zum Schmuck vonPrivatwvhnungen in England angewandt wurde,sehr wahrscheinlich. ^Die Zierrathen, die Thorpean Balustraden, Thüren und den äußern Rändernder Fenster verschwendete, sind geschmacklos undohne Grazie; einige seiner größten Fenster laufensogar in einem spitzen Winkel zu; allein seineBertheilung der Lreppen,^Vorsäle, Hallen, Zim-mer u. s. w. ist sehr verständig. Vielleicht lebteund arbeitete er eine Zeitlang in Frankreich; dennman findet unter seinen Zeichnungen eine Ab-bildung von dem Pallaste der Königin Mutter(Faber St. Germains), wahrscheinlich dem Pal-last Luxembourg, in der Vorstadt St. Germainzu Paris, mit mannigfaltigen Veränderungen,und eine Vorstellung des Hauses von MonsieurJammet (Zamet). Die kleinern Zeichnungen inCborpe's noch vorhandenem Portefeuille enthal-ten Abbildungen von Privatgebauden mit denNamen derjenigen, für welche sie errichtet wa-ren. Unter andern findet man einen Grundrißeines kleinen Hauses, das der Künstler für sichbestimmt hatte, und die Buchstaben seines Na-mens 1 . 1 '- bildet, die durch einen Corridor ver-bunden sind, so daß die Form bl. entsteht?)»Ueberhaupt ist die Sammlung von Thorpe'sZeichnungen sehr schätzbar, weil in ihr mancheNotizzen von großen brittischen Gebäuden aufbe-wahrt sind, von denen man sonst nirgends etwasfindet*). Dann lesen wir in Vunth's Ueberse-tzung von w. Gllpin's Naturfchönheiten Eng-lands und Schottlands (gr. 8°. Leipz. 798. Th. 11 .S. 85 . u. ff.): »Das (oben erwähnte) HausBur-teigh, dem Grafen Exeter zuständig, ist eins derherrlichste» Denkmale Brittischer Baukunst ausden Zeiten der Königin Elisabeth, als die großenUmrisse der Pracht bloß roh gezeichnet, aber nochnicht durch Geschmack veredelt wurden". VorKurzem erst entdeckte man den Baumeister dessel-ben, da der Graf von Warwick einen Band mitOriginalrissen von Johann. Thorpe besitzt, ausdenen man ersieht, daß er der Baumeister dieserunermeßlichen Srcinmasse war. — Eine Abbildungdavon (das Gedächtniß müßte uns denn ganzund gar betrügen) findet sich in dem: l'lieatrslls la 6ranlls kretaZns, einem mehrmals auf-gelegten Kupferwerke.
Th 0 rup (Heinrich). Ein solcher erhielt 1777.von der Kunstakademie zu Copenhagen eine Preiß-medaille für eine Zeichnung. Xnnstkistorie!Oanmark, ak Weinwlck.
Thorrvaldsen (Albert a. h. Bartholomä),
Bildhauer, geb. zu Kopenhagen 1772. Nur Eineunserer Notizzen nennt ihn einen gebornen Islän-der; und wieder andere sagen, er sey auf einemauf der Reise von Island nach Kopenhagen be-griffenen Schisse zur Welt gekommen. In Ko-penhagen hatte er seine ersten Studien gemacht,und schon 1788. einen Preiß im Modelliren, dann,791. die kleinere und 179z. die größere Preiß-medaille in seiner Kunst erlangt. »Unter allenKünstlern in Rom" (heißt es inFernow'sSitten- und Rulrurgemalde von Rom) wardieser junge Däne (der daselbst seit ,798. sich **)aufhielt) derjenige, welchen Fremde, wie Römerund seine Kunstgenossen, ohne Neid, damalsals den ersten nannten» Mehrere kleine Arbeiten,die größtentheils nach England gegangen sind,hatten ihn noch nicht so bekannt gemacht, wienun um gemeldre Zeit seine neueste, ein Jason.Er wollte gerade abreisen, als ihn feine Freundebaten, dieses Bild, das er im Modell fertighatte, in Gyps auszugießen. Der Heros ist inLebensgröße, und in der Stellung, wo er ebendas goldene Vließ erbeutet hatte. Alle seineKämpfe sind geendet; er hat den Spieß, welchener mit der rechten Hand hält, in bequemer Stel-lung über die Schulter gelegt, und trägt überder andern das erkämpfte Widderfell. Er ist imGehen begriffen, und hohe Selbstzufriedenheitblickt von der Stirne. Das concentrirteste Bildjugendlicher Schönheit und männlicher Kraft istin dieser Statüe ausgeprägt, welche ganz mitgriechischem Sinn gearbeitet ist. Sie ist frey vonaller Manier; so anspruchlos als Kunstwerk, soviel sagend als Karakterbiid, daß eine» selbst dieErinnerung an den varikanischcn Apoll nur beystrengster kritischer Prüfung leise anmahnt. HerrHoppe aus AmsterdaM sah diesen Gypsabguß,und fragte den Künstler um den Preiß der so inkararischem Marmor ausgearbeiteten Statue. Ersoderre 600. Dukaren, und Hoppe versprach ihmdafür 800. Bis gegen End von i8o.s. sollte sisfertig seyn. Die eben damals in Rom anwesendeFriderike Drnn feyerre das Bild mit einigen Ver-sen , und ließ den Künstler in einer muntern Ge-sellschaft, bey der die talentvollsten Köpfe unterden Römischen Fremden zugegen waren, durchihrTöchtcrchen krönen ***). Um dieselbe Zeit arbei-tete T. an einem Basrelief, welches die Ent-führung der Briseis aus Achilles Zelt dar-stellt; ein Gegenstand, den auch Canova behan-delt hat, dessen Stärke aber bekanntlich nichtim Basrelief besteht, und der wohl überhauptan diesem jungen Dänen den gefährlichsten Neben-buhler gefunden hm. Auch dieses Kunstwerk scheintin 1804. seine Vollendung erreicht zu haben. Ini 8 o 5 . heißt unser Künstler zum erstenmal Pro-fessor der Bildhauerkunst zu Kopenhagen, ohnedaß er, unsers Wissens, deswegen Rom einenAugenblick verlassen hätte. A. A). Schlegel, inseinem Sendschreiben an Goethe, über die Künst-ler in Rom (Jen. A. L. Z. Frühj. i 8 c> 5 .) sprichtvon ihm mit verdientem Ruhm. In 1806. ar-beitete er an einer kolossalischen 22^ hohen Bild-säule der Freyheit für die Stadt (s. K. Regie-rung) Washington in Amerika, welche man (wiewir glauben ohne Grnnd) für die erste hielt, dieaus Italien nach der neuen Welt hinüber kam.Meusel' s Arch. 1. (2) 178. Ob solche wirklichzu Stand gekommen, ist uns unbekannt. In demnämlichen Jahr nennt man von ihm vier andereStatuen: Apollo, Venus, Bacchus ****) undMars, die nach St. Petersburg bestimmt wa-
Unter dem Blatte stehen folgende Knittelverse:
'k'k?-,°L nvo tstlres I »nä 1',soiiiell to^etlisr ss 7011 i'ss,
In msant kor s, ävelling livuls kor ms..
-r-H Damals unter dem Namen: u OavaUers »S/Lcrts.
Einen Jason (ob den nämlichen?) sah man noch zu Rom, in seiner Werkstätte ,8ro. -Umanack aus Rom
8. 268.
«r-ik!-) Auch einen solchen sah man noch in seiner Werkstätte I8lo. I. e.