Thorwaldsen,
reu; und bemerkte man damals, er werde beyWeitem nicht, wie Canova, bezahlt. Ebenfallsin 1806. vollendete er in Gyps eine kolossale vor-treffliche Statue des Mars. Anfangs wollte ersolche mit einer Venus gruppiren. Man riechihm davon ab; sie würde, hieß es (tröve llscamplimsns!) jenem nur Eintrag thun. Wares wohl dieser Mars (nicht Mast), von demes, eben auch um 1807. in Meusel's Arch.II. (1.) 195. heißt, er sey einem reisenden Eng-länder für 6000. Th. verkauft worden? Wirglauben es kaum; wenigstens wird imTübing.Morgenbl. 1810. S. 701, der kolossalische Marsdamals noch unverkauft genannt. In 1810. wurde T.zum Ritter des Danebrogs-Ordens ernannt, und(üach Einigen erst von da an) zu Rom als il Lava-Iiel-6 Alberto betitelt. Aufdem dortigen Salon desJahrs zuvor (1809.) sah' man von ihm nur dreyBrustbilder, welche aber in einem mit P. E. un-terzeichneten Aufsätze in der Monathfchrift derMiscellen (1. 2. 3.) als vorzüglich gepriesen wer-den *); in 1810. seinen erst damals vollendetenJason (von 5. Ellen, 21. Zoll D. M. Höhe),welchen der Engländer Hope erstand. Tübing.Morgenbl. 1810. S. 701.; dann für die Nußi-sche Gräfin Woronzov: Ganymedes, Bacchus,Venus, Apollo, Amor und Psyche (ein Grupp),jedes dieser Bilder 2. Ellen 4. Zoll hoch; einenAdonis für die Frau Königin von Bayern (a. li.für den H. Kronprinzen), »wie Alles von ihm"(heißt es imTöbing. Morgenbl. 1808. S. 804.)»aus ächt poetischer Quelle geschöpft und ge-bildet". Doch wird (l. e. 1809. S. 278.) seinoben erwähnter kolossaler Mars (für Vollendung)diesem letzter» noch vorgezogen. Eben sowird 1811.(wohl der nämliche) stehende, auf seiner umgekehr-ten Lanze ruhende Mars über Lebensgröße, in Mar-mor, »eine treffliche Figur" genannt. Dann sahman damals bey ihm vollendet: Einen Taufsteinin würflicher Gestalt, von Marmor, mit vierBasreliefs: Madonna mit dem Kind und demkleinen Johannes; Christus in der Taufe mitJohannes Baptista; Christus, wie er die Kinderzu sich ruft; schwebende Genien, ^lmsnsck a.Lom 18H. S. 302. Einige nennen noch eineHebe, und wieder einen Bacchus, Venus, Amorund Psyche, welche er an einen Prinzen Bu-thus(?) verkauft, so wie noch einen schönen Amor,der nach Kurland gieng **). Durch alle dieseWerke stieg sein Ruhm täglich höher, und erschiener in denselben, als ein von bloßem Nachahmenalter oder neuer Kunst freyer, und dagegen durcheigene Kraft vollendeter Künstler. Unter seinenBrustbildern bewunderte man damals vorzüglichdiejenigen der Grafen A. Bernstorf, Woronzow,Adam Moltke und Rauzau-Breitenburg; der Prin-zessinn Gallizin und Diekrichstein; der Gräfinvon der Recke und ihres Begleiters, des Dich-ters Tiedge; des Barons uud der Baronesse vonHumboldt; des Kammerherrn und der Kammer-herrin von Schubart; der Fräulein Jda Brun;des Professors Bader, des Architekten Trane unddes Malers Camuccini. Noch in 1810. erhieltunser Künstler den Auftrag, zu Verzierung desobern Theils (?) eines neuen Königlichen Palla-sies zu Kopenhagen vier große Basreliefs zu fer-tigen, welche die Symbole der Kraft, der Ge-rechtigkeit, der Gesundheit und Weisheit, jedes4/ hoch, darstellen sollten. Zwey derselben wa-ren im Sommer des gedachten Jahres bereitsausgeführt. Eine nähere Beschreibung der Ideenvon allen vieren giebt das Tu hing. Morgenbl.1810^ S. 701—2. Eden so, wie (l. c. 707.)diejenige (»»gemein lefenswerthe) von vier Bas-reliefs für einen Taufstein (ob den schon genannten?)welche ihm der vorerwähnte Dänische Baron von
Thouret.
SchubarkzuLivorno aufgegeben hatte; und (lb.) wie-der von einem Basrelief, für den Kunst kennendenund liebenden Russischen General Balk, welches Pa-ris und Helena, von Hektor bescholten, zum Ge-genstand hatte, und damals sein neuestes Werkwar, das man für den ächt antiken Geist dessel-ben nicht genug rühmen konnte. Noch lesen wirirgendwo, daß die Gebrüder Riepenhausen, inGesellschaft eines Dritten, die Umrisse der vonTborwaldsen gefertigten Skulpturen, nebst demvorangesetztcn Bildnisse des Künstlers, zu Romin mehrem Heften ans Licht gestellt. In 1811.ward er zum ordentlichen auswärtigen Mitgliedsder Kunstakademie zu Berlin ernannt; so wie1812. zum auswärtigen Ehrenmitgliede der Aka-demischen Vereinigten Bildenden Künste zu Wien»
Thorwest (E. E.) geb. Lampe, s. oben denzur Zeit noch etwas irrigen Artikel E- E. Lamptn.
Thofe ( ). Ein solcher war um 1706.
Baüadjutant; er hatte an verschiedenen auf derFriedrichsstadt zu Berlin gebauten Häusern An-theil, und besorgte besonders die dortige Brü,cken und Pflasterung. tsr-colai.
Th oveno (Jacob). In dem Buche:rato alls Anticlntä äi Lapua lli Lam. ?slle-Zrino. Xspoli i65i. 4°. findet sich eine in Fol.schlecht gestochene Landkarte, bezeichnet: A'acoüDü<wö»o s.otbarillA. so. i65i.
* Thour (I. I.). So liest man biswei-len den Namen von Job. Jacob Thournerjerabgekürzt.
Thouret oder (irrig) Touret (NicolausFriedrich, gewöhnlich Nicolaus von), Hofbau-meister zu Stuttgart, und seit 1808. Ritter desWürtembergischen Civilverdienstordens, geb. zuLudwigsburg 1767. Zögling der ehemaligen Ho-hen Carls-Schule zu Stuttgart. Seine Verdienstebrachten ihm den Adelstand zuwege. Längere Zeithatte er sich für Malerei und Architektur in Ita-lien gebildet. Zu Weimar erbauete er das zwarkleine, doch schöne Theater, uud hatte auch An-theil an dem Ausbaue des dasigcn Schlosses.Dann hat Tbouree Mehreres für Buchhändlergezeichnet, wobey wir aber bemerken, daß leidermeistens nur geringe Stecker nach ihm gearbeitethaben. Zu dem Bessern gehören einige ar-tige Architekturen bey einer Abhandlung vonThouret in dem Gartenkalender (Tüb. 1801.) inAquatinta von Klinsky. Dagegen sammeln dieLiebhaber begierig seine Handzeichnungen. Wirselbst sahen mehrere historische Skizzen von ihmdie flüchtig (theils mit Tusch auf gefärbtem Pa-piere, theils nur mit der Feder) ausgeführt wa-ren, und uns mit hoher Achtung gegen ihn er-füllten. , In 1807. vereinigte er sich mit Hetschund Müller zu Zeichnungen für 6. Folioblätterfür Gräters in Schwäbisch-Hall nordische My-thologie. Meusel III. Lk5c. Im T»bing°Morgenbl. gleichfalls von 1807. S. 012. heißtes von ihm: »Seine Arbeiten zur Verschönerungder Königstraße, der Schloßzimmer, der neuenAnlagen u. s. f» zu Stuttgart sind eben so vieleProben seines gründlichen Kunstgeschmacks". (Soeben finden wir noch über ihn, in Nachrichtenvon Künstlern und Kunstsachen in Stuttgart(Me u s. zsi. Misc. XI. 509—n.) somit um1800. ff. Stelle, die denn doch nicht ins Verges-sen fallen darf: »Touret, ein junger schönerMann, ist Baumeister, und hat in Rom studirt.Er hatte damals, als ich ihn kennen lernte, zu-gleich mit Heideloff einen Accord mit dem Engli-schen Gesandten geschlossen, der zu seinem Ab-
-') 2 m Tübing. Morgenbl. 18-0. wird er, nebst Land:, Matjeff, Roden, Rauch, u. Goethe, als einerderjenigen genannt, welche, als von allerlei Volke (mit Ausnahme der Großen Nation!), über die Auf-nahme in - und auswärtiger Kunstwerke für den erwähnten Salon von : 8 ° 9 - zu urtheilen hatten.
«») Ob nicht unter diesen Arbeiten vom I. 1810. mehrere durch Irrthum einiger unserer Notirren gedoppelt,und zum Theil mit unrechtem Namen ihrer Besitzer erscheinen, steht dahin.