Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
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1888
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*883 Tiehe.

war. der Schwiegersohn des Drechslers ChristianOeyelt, und hatte bey Georg Petzelt und Chri-stoph Heller gelernt.

^ietze ( ) Ein deutscher Steinschnei-

der zu Rom, in 1810. ungefähr 00 Jahre alt.Dieser geschickte Künstler schneidet vorzüglich orien-talische Muscheln schön mit Figuren, und verar-beitet solche sodann zu Halsbändern, Ohrringen,Dosen, u. s. f.

Tietzmann oder Tiezmann (TheodorHeinrich) Kanzieyrath; ohne Zweifel zu Anspach,und vermuthlich von Coburg gebürtig; ein Dilet-tant« in der ersten Halste des XVIll. Jahrhun-derts. Nach ihm hat I. G. Puschner einenGrundriß von Anspach gestochen, der sich schwarzund kolorirt findet, und den der Buchhändler Joh.Jac. Enderers zu Schwobach verlegte. Spaterfügte man denselben der, von dem Herrn vonSchütz Fol. 1726. herausgegebnen Beschreibungvon Anspach bey; die Kupferplatte wandelte da-rauf in den Homannischen Verlag nach Nürnberg.Schad's pinacorhek S. m. In I. G.Ludwig'« Ehre des Cajttninarii zu Coburg1725. 8°. trift man auch eine von ihm gezeich-nete und von einem Unbekannten in Fol. radirteAnsicht des mit vielen Statuen verzierten Gym-nasien-Gebäudes zu Coburg.

Tieysch ( ), aus Rode in Sachsen, er-

hielt 1813. von der Akademie zu Wien den zwey-ten Preiß in der Wachspoüssir-Kunst. Oeffenrl.Nachr.

Tiezick (Lorenz) ein Goldschmied zu Nürn-berg um ibogj Seiner gedenkt die Leichenxre-digt seines Schülers Oaul Lose, die Marr.Geier in 1604. 4 °- zu Leipzig herausgab.

* Tiger (Johann). Sollte er etwa eine Per-son mit dem Dlger unserer Zusätze seyn?

Tigian (L.), ein Maler der um 1730. zuWien'lebte. Nach ihm haben A. und I. Schmu-tzer (s. h. bloß letzterer) ei» Bildniß des Könlgl.Spanischen Zahnarztes I. B. Erimaldi, gr. 4 °.gestochen.

Tigurinus (A.) soll ein Bildniß des Ad-mirals Caspar de Coligny in Fol. gestochen haben.

* Tihle s. Thiele im Lex. und oben.

* Til s. Thill im Lex. und oben.

*.Tilacus s. Thxlacus.

Tilas ( ) ein Schwedischer Bildnißmaler,

nach welchem Ekstube das Bildniß des G. G.(Generalgouvsrneurs?) von Pommern, I. A.Meyerfeld, gestochen hat.

*TiIborgh oder Tilburg, auch Till-burg (Egidius van) geb. zu Brüßel 162h.Sein" Todesjahr ist unbekannt. Im Lex. solltees heißen: »Ein Verdienst seiner Bilder bestehtauch in ihrer großen Mannigfaltigkeit". Über-haupt sind sie gut gezeichnet, und nicht Alle sodunkel, wie freylich Viele derselben. I» Hollandund Flandern sind sie gesucht, zum Theil auchin Frankreich. Descamps II. Z76. führt vonihm an: »Aus dem ehemaligen Kabinet vencezu Paris ein Bauern-Trinkgelag, mit i 658 . ba-tikt; dann im Kabinet de la Live d'Epinay eben-daselbst ein: Der König trinkt! von sonderbarerComposition; und endlich zu Gent bey H. Dep-ne van Lieverghen (1764. noch) zwey sehr guteBilder, von ungenanntem Jnnhalt. In Deutsch-land besitzen von ihm: Die Gallerie zu Mun-

Tilesius.

chen: Dreyerlch Spielgesellschaften, alle dreykleine Bilder. (Der H. von Männlich sagt vonihm: Er habe von Brouwer.wohl die Behand-lung und den mechanischen Theil der Kunst, Le-ben und Ausdruck aber nicht viel bester, als an-dere Nachahmer der Nachahmung erreicht). Da-gegen besitzt Dresden von ihm (wohl eine Sel-tenheit!) ein 7/ br. und 5 ' hohes Bild, welchesein Dorfsest vorstellt. Dann von Partikularen z.B. Herr Hof- und Landgerichts-Advokat Schmidzn Viel (1809.) eine lustige Bauerngesellschaft(x. i 65 g.) die nun (heißt es freylich im Kata-log) wirklich so gut als ein Brouwer seyn soll.Gestochen nach ihm haben: I. G. Wille, ein Fa-milenkonzert; Lucas, die unvorhergesehene Zurück-kunft; C. Gaucher, den Flamändschen Nachmit-tag oder das Kartenspiel; I. Schmutzet (PariSbey Viüe) das Flamäudsche Abendessen; Jac.Danzel (Paris 17VH.) der König trinkt (wohldas oben erwähnte Bild); A. Zenger, zu Wien,'die lächerlichen Musikanten. Lr-amier. Mzc.

* Tile s. Thiele im Lex. und oben.

Tilens (Johann), ein Niederländischer Land-schaftsmaler; lebte um die Hälfte des XVII. Jahr-hunderts. Man sieht von ihm eine Berggegendmit Wasser (2^ 11", br. und ck rc," hoch) auf .Holz gemalt, in der K. K. Bildergallerie zssWien.

Tilesius (Christian), s. den gleich nachfol-genden Art. s. Bruders.

— — (Wilhelm Gottlieb), geb. 176g. zu

Müllhausen in Thüringen, Sohn eines Aktuarsam dortigen Stadtgericht. In 178g. bezog der-selbe die Universität Leipzig, um Medizin zu stn-diren. In 1792. machte er als Gesellschafter desGrafen Hofmannsegg eine Reise nach Porkngall,kehrte 1797. wieder nach Leipzig zurück und gabdiese Reise, vorzüglich in naturwissenschaftlicherHinsicht, nebst Mehren, ans Licht. Dieß warUrsache daß er vom Rußischen Hofe mit sehrvortheilhaften Anerbietungen, worunter auch einelebenslängliche freye Pension begriffen war, nachPetersbuch berufen wurde, um mir dem Kapikain.Krusenstern die bekannte Reise um die Welt zumachen. Da bey dieser Reise schon in 1804. derbeygegebene Maler, S. Kurlandzoff und der Bo-taniker Brikin in Kamtschatka ans Land traten ,so wurden ihm die Aemter beyder übertragen.In der darüber erschienenen prächtigen Reisebe-schreibung sind daher auch die Prospekte, Costü-mes rc nach seinen Zeichnungen. Von seineneigenhändig radirten botanischen u. a. Blätterntrifft man in seinen Schriften; reihender sindaber noch die kleinen historirken Laudschäftchen rc.die er in Leipzig, u. s. f. zu seinem Vergnügengelegentlich geetzt hat. Er poussirt auch schön inWachs. Nach ihm haben zu verschiedenen Schrif-ten,. ausser obiger Reisebeschreibung, Thönert,Endner, G, Geißler rc. geetzt Nachdem er 181/,.einen kurzen Besuch bey seinen Freunden und An-verwandten in Sachsen und Thüringen gemacht;kehrte er nach St. Petersburg zurück*). Sei»jüngerer Bruder, Christian, der ebenfalls vieleAnlagen für die Kunst zeigte, studiere, gleich demaltern, die Medizin zu Leipzig, und st., als Arztin seiner Geburtsstadt 1813. ungefähr 28 I. alt.Auch in den Görr. gel. Anzeigen 1810. S.874 — 76. lesen wir von N)ilh. Gottliebs Reisemit Lrusenstern, was folgt: »Da der Rußl-.sehe,-zu dieser Expedition verpflichtete, Maler ,schon bey der ersten Ankunft in Kamtschatka das..Schiff verließ, so hätte die Reise eine ihrer schD-

*) Einer späther» Berichtigung zufolge hielt er sich noch i 8 > 5 . zu Lekpzlg auf, und war es noch zweifelhaft,ob er nach Rußland zurückkehre» .würde-— Noch eine spärhere Berichtigung eines unserer Freunde enthält:»Er malte auch etwas in Oel, und hat überhaupt die Kunst in Leipzig unter Ocker erlernt, der ihm au»anlag sich ganz der Kunst zu widmen. Tilesius lebte noch ,816. zn Mühlhausen in Thüringen und warnicht gesonnen nach St. Petersburg zurückzugehen. Sein Bruder, der ebenfalls viel Talent zu den zeich-nende» Künste» blicken ließ, st. als Arzt vor ungefähr drey Jahren in Mühlhausen.