Tilg er.
sien Früchte eingebüßt, wenn nicht zum Glückdieser verdiente Naturforscher mit seinen gelehr-ten Kenntnissen das Talent eines kunstreichen Zeich-ners verbunden hatte, wovon die trefflichen Pro-ben schon aus seinen frühern zootvmischen undnosologischen Schriften bekannt sind. Ihm ver-dankt man nun einen großen Theil des der Rußi-schen Ausgabe der Krusensternschen Reisebeschrei-bung beygefügten Atlasses, nämlich die nach sei-ner Zeichnung von geschickten Rußischen Künst-lern, Schülern von Klauber, gestochenen Abbil-dungen naturhistorischer Gegenstände, charakteri-stische National-Bildnisse fremder Völkerschaften,so wie ganze Scenen, geographische Vnen, u.0. gl.«
Tilger (Gottfried Paul), der Sohn einesPfarrers, geb. zu Bräunisheim, studierte die Rech-te, advocirte darauf im Würtembergischen, inUlm und dem unfern gelegenen Geißiingen, woer auch 1790., 83 Jahr alt starb. Derselbe be-saß gute mathematische Kenntnisse, die er zurAusfertigung von Landkarten anwandte; es sindder Schwäbische Kreis, das Gebieth von Ulm,die alte Grafschaft Helfenstein rc. Bey dem Auf-nehmen dieser Länder und der Auszeichnung seinerKarten (von denen übrigens, heißt es 1798.,noch keine gestochen worden ist), hatte er seineAugen dergestalt angegriffen, daß er 1784. dasGesicht einbüßte, weyermann Nachr. vonGelehrten und Rünstlern aus Ulm, S. 5 og.
* Tilius (I.), hieß Johann, und lebte zuBrüssel. Das Bild, weiches die Dresdner-Gal-lerie von ihm besitzt, ist eine Frau, die sich amTische mit Stricken beschäftigt, auf Holz gemalt,10" hoch, 8" breit.
* Till, s. oben und im Lex. Tbill.
* Tillard, s. unten und im Lex. Tilliard.
* Tille (Joh. Andreas)- s. oben und im Lex.Thiele.
Tillemanns (Peter), eines Demantschneirders von Antwerpen Sohn, und bildete sich durchaußerordentlichen Privatfleiß aus, weil seine Leh-rer mittelmäßige Künstler waren. In 1708. kamer nach London, und wurde anfänglich von einemBilderhändler beschäftigt, der ihm den Auftraggab, Copien nach Bourguignon und Teniers zuverfertigen, deren leichten Pinsel und heiteresColorit er sehr gut nachahmen konnte. Späterhinlegte er sich hauptsächlich auf Landschaften Des-gleichen kennt man von ihm, mit kleinen Figuren,Seehasen, Jagden und Pferderennen staffirt,die er für den Brittischen Adel malte. Eine Zeit-lang hielt er sich in den westlichen und nördli-chen Grafschaften von England und in Walesauf, und zeichnete viele Prospekte, die zu Mr.Bridge's Geschichte von Northamptonshire inKupfer gebracht werden sollten. Dann war erder Lehrer des Lord Byron, der es, als Liebha-ber, im Zeichnen sehr weit gebracht hatte, undauf dessen Landsitze Newstede-Abbey in Nottingrhamshire man ebenfalls treffliche Bilder vonTilleina»,ns - welche Thiere und Jagden vorstel-len, antrifft; so wie in Devonshire-house eineschöne Ansicht von Chatsword. Nachdem er,in Gesellschaft von Joseph Goupy einige Deko-rationen für die Oper zu allgemeiner Zufrieden-heit vollendet hatte, st. er zu Norton in Suffvlk1734. ungefähr 5 o. I. alt. Von ihm selbst,nach eigener Zeichnung geetzt, kennt man ver-schiedene Blätter, welche er seinen Gönnern, denHerzogen von Devonshire und Byron zueignete,nebst mehrecn andern. So z. B. eine Ansicht desHauses des Herzogs von Kingston zu Thoresby,dabey der Zug des Herzogs mit feiner Suitenalles dies auf einem sehr großen Blatte. Danndas Wettrennen der Pferde zu Neumarket auf 5 .Blättern (diese von ihm und von du Bosc undEymphon gemeinschaftlich). Hach ihm ist hin-
Tillich. 1889
wieder gestochen von Benazech eine Ansicht vonRichmond; von Ravenct eine Folge von Pfer-destudien, 8. Dl. Eine andere ähnliche von be-rühmten Pferden (wieder 8. kleine Blätter), vonI. E. Kirkal. Von van der Gucht die ErklärungKönig Carl!, von England an Adel und Armeeim September ,642. gr. qu. Fol. (Dieses Blatt ge-hört zu der Suite einer bildlichen Geschichte des ge-dachten Fürsten), /iorillo V. 534 — 35 . ZZibl. d.Schön, wissensch. XXVI. 267- ^c. Noch lesenwir irgendwo, daß, theils nach ihm, theils nach R.Parr, auch Joh. Wolton eine Folge von 2L.wettrennenden Pferden gestochen habe. DannBenazech und A. Walker vier Ansichten vonRichmond und Petersham.
* Tillemann «(Simon Peter). Seinselbstge-maltes Bildniß hat Chr. Hagens gestochen. Ober mit obigem Oerer in Verwandtschafts-Ver-Hältnissen stand, ist uns unbekannt.
Tillemont (P.). Nach einem solchen (obetwa nach dem gleich Nachfolgenden?) hat I.Wood die Ansicht von London (aufgenommen imParke von Greenwich) in sehr gr. qu. Fol. ge-stochen. Dann Joh. Seb. Müller etwas uns Unbe-kanntes.
— (de), ein Ausfertiger von Laufarten,
der gegen dem Ende des XVII. Jahrhundertsin Frankreich lebte. Man hat von ihm die Schweitz,Pohlen, die Grafschaft Provence, u. s. f. S.auch den gleich vorstehndcn Art.
Tiller (Evrard Titon du), s. unken Tito».
Tilliard, 3. b. Tillard (Joh. Dapt.),Kupferstecher, geb. zu Paris 1740., ein Schülervon Fessard, der, nach Roft's (l/III. 278.) Ur-theil, noch besser als sein Meister gestochen hak.Dort werden von ihm eine Menge Blatter fürmancherlei, in der zweyten Halste des XVill.Jahrh, in Paris erschienene Prachtwerke ange-führt. So z. zu der: Vo^sAL diberis, pgk1'^bbe O/raMs, Nach le Prince; zu den: Vol-kes so 1a Lrsös, pgr Is Oomte ch O/rofterr/EorAer; zu dem Lelemaque in Quarto (>779.s. K. 1798.) bey Gueffier, der iSv. Livr- kostete,nach Monnet; und zu dem schönen Taßo, nachCochin. Dann viel Anderes, theils in Folgen,theils Einzelnes, nach St. Anbin, Carmonrel,Gravelot, Monnet, D. Porta, le Prince, undVernet; meist artige Kleinigkeiten, wie: EineFolge von Savoyarden, unter dem Titel: Mss(Ions, 011 Iss Lommissaires ultrsmontsinz3ii Service äe qui les vent pg^er, nach St.Aubin; dann etwas Ernsthafteres: ?ax Luropeereüöita 1763. nach Monnet; und: «lsns
le ässert (wohl Staffage von einer Landschaft),nach Vernet. Dann thun Andere noch Andereshinzu, nach Douchardon, F. Boucher, M- A.Challe (Jupiter und Leda), M. Fredou, Greuze,Liotard, B. S. Murillo (H. Familie), F. Zucchero.Nach Greuze: les devrsuses, dies gemeinschaft-lich mit Jngouf, so wie Anderes mit Embrun.Auch Bildnisse; z. B. des Astronomen I. Chappe,nach Fredeau; des I. Pernetti, nach Liotard;Clemens XIV., nach Porta, und des Kanzlersvon Hospital, nach Zucchero. In neuern Tagenerscheint, dein -Amanack cies Keaux-Hrts 180Z.zufolge, unser Künstler erst wieder, unter den da-mals zu Paris lebenden Kupferstichern, undeben so noch im -Amanacli cie Lommsrce von1811. wo, einer andern unserer Notizzen zufolge, dieschon erwähnte Prachtausgabe von Lelemaquewieder bey ihm ausgeboten wurde.
Tillich ( ) Doktor, gab bey dem Jndu-
strie-Komptoir zu Leipzig: Grundregeln derSchön-undRechrschreibekunst 8 °. Pr. 1 Thir.Die dazu gehörigen Foliotabellen, für das latei-nische und deutsche Alphabet, sind indessen nichtvon ihm, sondern von Jrmisch gezeichnet.
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