Band 
Zweyter Theil, welcher die Fortsetzung und Ergänzung des ersten enthält.
Seite
1931
JPEG-Download
 

Träubel.

lich von einem Sohne eines der in diesem Art.des Lex. vorgemeldeten Künstler verfertigt ist-

Traube! (Christoph). Ein solcher wurde,von des deutschen Reichs wegen, i 5 g 5 . als Müuz-Meister des Grafen von Lippe verpflichtet. Hirschdeutsch. Münzarch. VII. 33 r.

Traubenberg (Johann Martin Rausch,von), s. Rausch.

Travelone (M> A. Skagnon de), s. obenSraguon.

Traverse (Johann Carl de la), Maler,Pariser von Geburt, und ein Zögling von Bou-eher, gewann die Preise der Akademie und einedamit verknüpfte Unterstützung auf sechs Jahre.Er ging auch nach Rom und Neapel, um dieHerkulanischen Alterthümer zu studieren, undfand daselbst an dem Französischen Gesandten,Marquis von Osun, einen eifrigen Gönner,der ihn auch mit sich nach Spanien nahm, undin diplomatischen Geschäften brauchte. Der Mar-quis nannte ihn seinen ersten Edelmann, undhoffte, ihm durch seinen Einfluß auf Carl III.eine ansehnliche Bedienung zu verschaffen; seineBemühungen waren aber fruchtlos, und Traversemußte selbst am Hofe ganz eingeschränkt leben,und seinen Feinden freyes Spiel lassen. Endlichging er in sein Vaterland zurück, und starb sehrbejahrt im I. 1778. Man sieht von ihm nurwenige große Gemälde zu Madrid, weil er vor-züglich kleine Bilder zu verfertigen liebte. SeineBlumen - und Landschaftstücke sind vortreflich,und werden höher als die Historien und Porträtegeachtet. Er.näherte sich sehr dem grandiosenGeschmacke der Carracci, komponirte mit Geist,und brachte gern viel Gelehrsamkeit an. Dabeyhatte er gründliche Kenntnisse der Optik undPerspektive, und ein Coloric, das an die Fläm-mische Schule erinnert. Von seinen zahlreichenAquarell- Del - und Miniaturgemälden nennenwir nur ein Allegorisches Stuck, die Geburt einesJnfanten, das von D. Manuel Salvador Car-mona, Mengsens Schwiegersohn, schön in Ku-pfer gestochen ist. Fiorillo I V. 420—24» S.auch den gleich ff. Art.

— — ( ). Irgendwo wird noch einsolcher, ob vielleicht gar der Obige genannt,nach welchem M. R. (wohl die Maria TheresiaRoußelet des Lex. Wann aber lebte diese?) ei-nen ruhenden Herkules gestochen habe. S- auchden-gleich ff. Art.

— — ( ). Von einem solchen (wahr-scheinlich aber von. einem der Obigen) führt auchein Gantkatalog Handzeichnungen an.

Traverse» (Niclaus), ein Bildhauer, gebür-tig von Genua, arbeitete im I. r8os. auf Be-fehl der dortigen Regierung an einer colossalischenStatue von Christoph Columbus, welche nebender von Napoleon Buonaparte (wofür der Pro-fessor der Sculptur zu Turin, Comelli, beauf-tragt war), am Eingänge des Nationalpallastesgestellt werden sollte. ?suill. pirbl.

* Travi (Anton), genannt il Sordo di Se-stri (nicht etwa, daß er Taubstumm war). SeineLandschaften zierte er mit den schönen LimvnenrWäldern der Riviera, und staffirte solche durchFigürchen mit wenigen meisterhaften Pinselhieben.Auch die Landschaft selbst ist bey ihm nicht vol-lendet; aber sie gefällt deswegen nicht minderdurch die graziöse Behandlung, die schönen Lüfte,und das glänzende Pflanzenwerk. Das Genuesi-sche ist voll von Bildern mit seinem Namen,worunter aber viele die Arbeiten seiner geringernSohne sind. T-WLi (Lfl. terr.) V. 3 Z 4 .

-') Hört, hört!

Traut. rgzr

Track irfellner (Jacob), akademischer Ma-ler und Zcichenmeister zu Wien, von dem wirbey Leibesleben nicht das Geringste vernommenhaben, der aber nicht minder ein ganz wackererMann seyn mochte, st. dort 57. I. alt 1800.Meusel's VI. M-sc. XII. 49h.

Trauschke (Christian) , war KöniglicherHofmaler zu Dresden, wo er auch 17Z1. gestor-ben zu seyn scheint. Hofkai. Ohne Zweifel der-selbe, welcher anderwärts bloß T. Trauschke, eingeschickter Maler heißt, von dessen Hand einerunserer Freunde mehrere bärtige Philosophen, wel-che 1708. gemalt waren, in einer Privatsammlungzu Dresden fand. „ Sie sind" (sagt er) »in einerwenig ausgeführten Manier flüchtig und ziemlichkeck hingeworfen. Es scheint als ob unser Künst-ler in Italien, nach Piazetta, sich gebildet habe".

Traut (Franz), einBildnißmaler zu München,vielleicht des unten folgenden Sebastians Sohnoder Enkel. Nach einer Rechnung von 172b.wurden ihm für ein Bildniß des Kurfürsten vonCölln 680. Gulden bezahle. Liporvsky. Ueber-haupt soll er, nach der Notizz eines unsererFreunde, viele von den damals lebenden Perso-nen des Churfürstlichen Hauses abgebildet haben.

— — oder Traudt (Hans), Maler zuNürnberg, malte im Kreuzgauge der Augustiner-Kirche daselbst in Fresco geistliche Geschichten,in welchen er die Bildniße vieler wirklicher Per-sonen anbrachte. Es ist aber Alles so gut als erlo-schen. Dieser geschickte Mann erblindete 1488.,wie sein von G. Fenitzer in 4 ". geschabtes Bildnißmit der Inschrift besagt: Aamn Linier —ist erblirit 1488. w i I l' S LZÜrnb. MüuZ-beiuft. I V. Z62. Panzer'« Viürnberg. Por-traits I. 243 . Murr 1 . Liporvsky.

— — (Jacob), s. unten den Art. Wil-helm T-

— — (Johann). So nennt Liporvsky(ohne Noth neu gekleidet) den obigen Hans, s,auch unten den Art. Wilhelm Traut.

— — (Johann Jacob). Nach einem sol-chen soll E- C. Heiß das Bildniß von Weudlerund das vom Theologen Joh. I. Mühlberger ge-schabt haben.

— — (Sebastian). So nennt Liporvsky,ohne Weiteres, einen Maler zu München um 1625.

— — (Wilhelm), ein sehr großer und schö-ner Holzschnitt mit einfachen Strichlagen, dasBrustbild Christi mit der Unterschrift: ^clorstsvowlllum etc., ist bezeichnet:

8cul. excuö. kinncok. Noch einen andern nenntman mit dem Bildniße des Nicolo Detto il Ciecodi Pistoja, nach Franz Villamena von ihm. Nä-here Nachrichten von ihm und ein Paar andernKünstlern dieses Geschlechts s. bey Häsgenh?. A. S. 192. u. ff. „Von Wilhelm Traudt"(heißt es dort) „hat sich in Frankfurt vor Kur-zem ein dickes Buch in Fol. und in Schweins-Leder gebunden, vorgefunden, dessen Deckel mitW. T. i6Z6. bezeichnet ist, darinnen sich einegroße Anzahl Holzschnitte befinden, die alle nachder Reihe der Jahren bevestigct sind. Der Ver-fertiget' aller dieser Arbeiten hat zu Anfang desBuchs folgende Worte mit eigener Hand hinge-schrieben :

Ich Wilhelm Traudt haw angefangen zuschneiden In dieffen Jaren Ao 1656.

Wan alles stät in hegester notso komr und hielst der lketwe Gott.

Wilhelm Traudt ist mein nam,da ich das schneide dat ich wenig verstauGott helf das ich es besser lern --)daß ich schneidt wer in Ecen.

Ooooooooooo 2